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Verfasst: 09 Feb 2007, 17:16
von Xottabych
Zeppelin hat geschrieben:Was haben Raketenabwehrsysteme mit atomarer Aufrüstung, Provokation oder gar Aggression zu tun? Ich will hier aber keine Debatte über strategische Militärtechnik losbrechen. Das wäre mir nun wirklich zu dämlich.
Typisch Zeppelin. :roll:
Da hängst Du Dich wieder daran auf, dass man ein Wort nicht korrekt gebraucht; dabei müsste doch klar sein, dass das Raketenabwehrsystem Trägerraketen für Atomsprengköpfe vom Himmel holen soll. Das ist Aufrüstung. Auch wenn es formell "nur" defensiver Natur ist. Und diese Systeme nahe der rusasischen Grenze aufzubauen - das ist mindestens ne Provokation, wenn nicht gar Aggression.
Danke Amerika.

Verfasst: 09 Feb 2007, 17:17
von Mysh
Es geht noch weiter... Russland ist auch Unterstützer "für radikale Regime im Nahen Osten":

http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/09 ... 069446.asp
US-Raketenabwehr in Europa
Frost aus Moskau

Russland ist der wichtigste Partner für Irans Nuklearprogramm und bildet hunderte iranische Atomwissenschaftler aus. Russische Wissenschaftler und Unternehmen tragen offenbar auch zur Entwicklung von iranischen Mittelstreckenraketen bei, etwa der Schahab IV, die an die sowjetische SS-4 angelehnt ist. Zudem schützt Russland Iran vor harten Sanktionen im UN-Sicherheitsrat. Für den Fall, dass Diplomatie nicht gegen die Bombe hilft, hat Moskau vorgesorgt und Iran mit Luftabwehrraketen ausgestattet, um seine Atomanlagen zu schützen. Kurzum: Russland tut viel, damit Iran mit seinen Raketen bald Atomsprengköpfe bis nach Europa transportieren kann. Deshalb ist es Heuchelei, wenn Moskau nun gegen Raketenabwehrsysteme protestiert, die die Amerikaner in Osteuropa stationieren wollen, um dieser Gefahr zu begegnen. Moskau weiß, dass die Abwehrstellungen nicht geeignet sind, die russische Abschreckung zu gefährden. Sie sind deshalb kein „unfreundliches Signal“ gegen Russland. Ein unfreundliches Signal ist vielmehr Russlands unverantwortliche Unterstützung für radikale Regime im Nahen Osten. clw

Verfasst: 09 Feb 2007, 17:18
von Mysh
Nachtrag:
Aber es gibt ja scheinbar auch noch Personen, die an konstruktiveren Lösungsvorschlägen arbeiten...

http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/09 ... 071142.asp
„Die Nato sollte Russland aufnehmen“

Berlin - Im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz hat Organisator Horst Teltschik die Nato aufgefordert, Russland ein Angebot zu machen. „Die Nato sollte Russland die Aufnahme anbieten“, sagte der frühere Sicherheitsberater von Kanzler Helmut Kohl dem Tagesspiegel am Donnerstag. „Langfristig. Aber als Perspektive.“ Beim Beitritt der Balten sei der Nato-Russland-Rat entstanden. Moskaus Verteidigungsminister Sergej Iwanow hatte in der „Süddeutschen Zeitung“ die US-Raketenabwehrpläne kritisiert und erklärt, man müsse das Verhältnis zur Nato überdenken. Zur Tagung werden rund 300 Teilnehmer erwartet, darunter Russlands Präsident Wladimir Putin, US-Verteidigungsminister Robert Gates und Irans Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani. mue

Verfasst: 09 Feb 2007, 17:21
von Xottabych

Verfasst: 09 Feb 2007, 17:26
von Mysh
Auf http://www.peterhall.de/treaties/abm/abm1.html kann man den Vertragstext auf Deutsch nachlesen.

Von Waldmeisters Link aus kommt man du.a. auf http://de.wikipedia.org/wiki/Mutual_assured_destruction

Dort wird positivdenkend geschrieben:
Gegen Ende des Kalten Kriegs wandten sich die Supermächte zu Gunsten vertrauensbildender Maßnahmen zusehends vom MAD-Konzept ab. Obwohl die USA und Russland auch heute noch über die technischen Mittel zur gegenseitigen Auslöschung verfügen, hat keiner der beiden Staaten zurzeit ein wirtschaftliches oder ideologisches Interesse an der Vernichtung des anderen, so dass diskutabel ist, ob zwischen ihnen eine MAD-Situation fortbesteht.

Verfasst: 09 Feb 2007, 18:07
von Zeppelin
Mysh hat geschrieben:Nachtrag:
Aber es gibt ja scheinbar auch noch Personen, die an konstruktiveren Lösungsvorschlägen arbeiten...

http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/09 ... 071142.asp
„Die Nato sollte Russland aufnehmen“

Berlin - Im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz hat Organisator Horst Teltschik die Nato aufgefordert, Russland ein Angebot zu machen. „Die Nato sollte Russland die Aufnahme anbieten“, sagte der frühere Sicherheitsberater von Kanzler Helmut Kohl dem Tagesspiegel am Donnerstag. „Langfristig. Aber als Perspektive.“ Beim Beitritt der Balten sei der Nato-Russland-Rat entstanden. Moskaus Verteidigungsminister Sergej Iwanow hatte in der „Süddeutschen Zeitung“ die US-Raketenabwehrpläne kritisiert und erklärt, man müsse das Verhältnis zur Nato überdenken. Zur Tagung werden rund 300 Teilnehmer erwartet, darunter Russlands Präsident Wladimir Putin, US-Verteidigungsminister Robert Gates und Irans Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani. mue
Die Idee von Teltschik ist so gut wie alt, blieb aber bislang ohne konstruktive Reaktion.
Statt dessen wird von einer Aggression des Westens gegen RUS durch die Osterweiterung der Nato schwadroniert.
A la Verschwörungstheorie von Scholl-Latour: "Russland im Zangengriff"

Naja, die westliche Invasion in RUS kann man ja auch an den westlichen Großkarossen auf Moskaus Magistralen zweifelsfrei erkennen. (Ob die wohl auch atomgetrieben und mit Spionagesystemen ausgestattet sind?) :lol: :lol: :lol:

Verfasst: 09 Feb 2007, 18:13
von Zeppelin
waldmeister hat geschrieben: Und diese Systeme nahe der rusasischen Grenze aufzubauen - das ist mindestens ne Provokation, wenn nicht gar Aggression.
Danke Amerika.
Stimmt: Auch beim Fußball ist der Torwart der "wahre" Aggressor! Und die fiesen Verteidiger erst...
Das kann man wirklich nur noch mit Interkontinetalraketen ausmerzen.

Verfasst: 09 Feb 2007, 18:55
von Xottabych
Zeppelin hat geschrieben:
waldmeister hat geschrieben: Und diese Systeme nahe der rusasischen Grenze aufzubauen - das ist mindestens ne Provokation, wenn nicht gar Aggression.
Danke Amerika.
Stimmt: Auch beim Fußball ist der Torwart der "wahre" Aggressor! Und die fiesen Verteidiger erst...
Das kann man wirklich nur noch mit Interkontinetalraketen ausmerzen.
Also doch noch kalter Krieg? Wie Du meinst.

Aber dann ist es eher so, als würde das amerikanische Team den zweiten Torwart mit aufs Spielfeld stellen.

Zitat aus dem ABM-Vertrag, den die USA aufgekündigt haben:
aus der Erwägung heraus, daß wirksame Maßnahmen zur Begrenzung der ballistischen Raketenabwehrsysteme ein wesentlicher Faktor bei der Einschränkung des Wettrüstens mit strategischen Offensivwaffen sein und zu einer Verminderung der Gefahr des Ausbruchs eines Krieges mit Kernwaffen führen würde;

Verfasst: 10 Feb 2007, 19:21
von Mysh
Auf http://news.de.msn.com/Article.aspx?cp- ... id=2907862 unter dem Titel "Scharfe Worte auf der Sicherheitskonferenz" erschienen:
Putin weist USA in die Schranken

München (dpa) - Der russische Präsident Wladimir Putin hat den USA mit massiven militärischen Drohungen Grenzen des Vormachtstrebens aufgezeigt.

Putin warnte Washington am Samstag wegen des in Osteuropa geplanten Raketenabwehrsystems: «Wir haben Waffen, die dieses System überwinden können», sagte er beim ersten Auftritt eines russischen Staatschefs auf der Internationalen Sicherheitskonferenz in München. Er fügte hinzu: «Sie sind in keiner Weise gegen die USA gerichtet.»

Zugleich warnte Putin am Samstag die NATO vor einer «ungezügelten Militäranwendung» zur Lösung globaler Krisen. Dies verletze das internationale Völkerrecht. «Wir sollten die UN weder durch die NATO noch durch die EU ersetzen.» Nur die Vereinten Nationen könnten adäquat auf globale Herausforderungen reagieren. Die NATO dagegen sei ein «militärisch-politisches Bündnis» und nicht universell.

Putin sagte, er erwarte von den USA eine Erklärung, dass ihr geplantes Raketenabwehrsystem nicht gegen Russland gerichtet sei. Er sei sich mit US-Präsident George W. Bush darüber einig, dass für beide Länder die Zeit der gegenseitigen Bedrohung vorbei sei. «Ich halte den amerikanischen Präsidenten für einen Freund. Ich weiß, dass er es schwer hat, aber er ist ein anständiger Mann, man kann mit ihm verhandeln.»

Das geplante Raketenabwehrsystem sei völlig überflüssig, sagte Putin. Auch ein Problem-Staat wie Nordkorea könne auf absehbare Zeit keine Raketen bauen, für die diese Abwehr nötig sei.

Washington habe seine politischen Grenzen in fast allen Bereichen überschritten, kritisierte der russische Präsident. Das US- amerikanische Herangehen an internationale Krisen mache politische Lösungen oft unmöglich. Die USA versuchten, ihre Vorstellungen anderen Staaten aufzuzwingen.

Putin schlug weltweit neue Abrüstungsschritte vor. Russland werde seinen Partnern einen Vertrag über einen waffenfreien Weltraum unterbreiten. «Die Militarisierung des Alls wird unvorhersehbare Folgen für die Menschheit haben.» China hatte kürzlich mit einer Rakete einen eigenen Satelliten abgeschossen.

Putin kritisierte das militärische Heranrücken der NATO an die Grenzen Russlands. Russland werde seine nuklearen und konventionellen Abrüstungsverpflichtungen strikt erfüllen, sagte er. Er erwarte, dass die westlichen Partner ebenfalls transparent arbeiteten und «nicht für den Fall der Fälle ein paar Sprengköpfe beiseite legen».

In indirekter Kritik an den USA sagte Putin, militärische Gewaltanwendung und auch die Todesstrafe sollten «Sondermaßnahmen» sein. Es gebe aber Länder, in denen Mörder und gefährliche Kriminelle mit dem Tod bestraft würden. «Diese Länder stürzen sich leicht in militärische Abenteuer.»

In der Frage der Zukunft des Kosovos lehnte Putin eine Unabhängigkeit gegen den Willen Serbiens ab. «Wir dürfen nichts aufzwingen, sonst führen wir das Problem in die Sackgasse.» Wenn ein Teil sich am Ende gedemütigt fühle, werde der Konflikt noch Jahrhunderte dauern.

Putin warnte westliche Staaten vor einer Einmischung in Russlands innere Angelegenheiten und verbat sich «jede Belehrung» in Sachen Demokratie. Er verteidigte die schärferen Auflagen für Nichtregierungsorganisationen in Russland. Diese würden oft von ausländischen Regierungen finanziert, die dadurch versuchten, Einfluss auf Moskau zu nehmen.

Auf die Frage nach dem Tschetschenien-Konflikt, den Russland über Jahre mit Militärgewalt zu lösen versuchte, sagte Putin, in der Kaukasus-Republik würden jetzt politische und wirtschaftliche Mittel angewendet. Präsident und Regierung seien gewählt, alle politischen Kräfte seien beteiligt.

Verfasst: 10 Feb 2007, 19:55
von Zeppelin
Mysh hat geschrieben:Auf http://news.de.msn.com/Article.aspx?cp- ... id=2907862 unter dem Titel "Scharfe Worte auf der Sicherheitskonferenz" erschienen: ...
Und, was ist angesichts Deiner Signatur und des Fehlens jeden Kommentars von Dir nun die Aussage Deines Beitrages?

Bist Du Autor des Artikels, Kritiker, Befürworter? Ich weiß nicht, was Du mit Deinen dauernden Pressezitaten bezewckst oder damit meinst.

Z.