Also gut. Da ich leider nicht dazu komme, mal auf Fototour zu gehen, versuche ich es mal mit einer Beschreibung:
Ganz in der Nähe unserer Wohnung in Berlin - Prenzlauer Berg gibt es seit ca. 6 Jahren das Geschäft "Katerinka".
Es bifindet sich an der Ecke Dunkerstraße / Kanzowstraße und wird von drei recht geschäftstüchtigen jüngeren Frauen aus der RF betrieben (ich glaube aber, nur eine davon ist 'richtige Russin'.)
Der Laden hatte an recht unscheinbarer Stelle ein paar Häuser weiter in der Kanzowstraße aals reine Lebensmittelhandlung angefangen, in die sich aber zunächst nur wenige Kunden "verirrten" bzw. diese gezielt aufsuchten.
Die Angebotspalette umfasste so das übliche Programm russicher Spezialitäten, die ohnehin auch im Ausland bekannt und geschätzt sind, aber das ist eben nicht sehr viel.
Wir gehen da z.B. vor allem hin, um dunklen Buchweizen zu kaufen, der ansonstn hier kaum zu bekommen ist oder nur zu völlig irren Preisen in den nobleren Supermärkten, die auch die Nationalitätensortimente anbieten.
Doch allein mit dem Verkauf von importierten Lebensmitteln, wovon fast alles Konserven sind konnten die Inhaberinnen unmöglich existieren.
Doch die eigentlich völlig ungeeignete Lage des Geschäfts brachte den Betreiberinnen offenbar die zündende Idee zur Erweiterung ihres Geschäftsfeldes:
Die ansonsten unscheinbare kleine Kanzowstraße wird morgens und nachmittags von wahren Heerschaaren von Pennälern (Gymnasiasten) durchstreift, die von der S-Bahn zu ihren Schulen laufen oder eben andersherum.
Und Jugendliche in der Wachstumsphase sind zum einen permanent hungrig und durstig und zum aderen so schlampig, dass sie nie daran denken, sich etwas zu Essen und zu trinken von zu Hause mitzunehmen.
Außerdem brauchen sie nach der Schule immer irgendwelche Orte, wo sie in größeren Rudeln "abhängen" können.
Diese Pennäler entwickelten sich dann zur Hauptkundengruppe von Katerinka, fand da aber nur wenig von dem was sie wollten.
Darauf reagierten die Betreiberinnen asap.
Sie zogen bei nächster Gelegenheit ein paar Häuser weiter in ein Ladengeschäft an der Straßenecke um, die sich genau gegenüber der beiden Gymnasien befindet und voon dort aus auch direkt zu sehen ist.
Ihr Angebot haben sie an die Nachfrage ihrer Kundschaft angepasst und verkaufen nun vor allem Snacks, Getränke etc. in einer Art Schülerbistro mit Barcharakter.
Die original russischen Produkte kann man da aber immernoch kaufen, aber die findet man nun in einem eher unscheinbaren Nebenraum.
Das neue Konzept funktioniert offenbar so gut, dass die Inhaberinnen es sich leisten können, den Laden währen der Schulferien und an den Wochenenden gar nicht erst aufzumachen.
Doch dort gibt es weder den копченниы сир noch вобла (gesalzener Dörrfisch) kaufen, welchen Letzteren meine Frau hier sehr vermisst.
Zeppelin
PS: Danke nochmals an Norbert für den Tipp mit der Bildschirmtastatur. So kann ich nun auch mal ein Wort in Kyrillisch schreiben.