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Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet
Verfasst: 09 Jul 2007, 01:26
von Bephep
achim
Überspitzt gesagt könnte man dann auch taubstummen Ehepartnern den Zugang nach Deutschland verweigern.
Daran habe ich auch gedacht.Aber in dem Fall gibt es bestimmt eine ( positive ) Regelung.
Die Qualität der Ehe wird dadurch nicht automatisch besser.
Es geht auch nicht um die Qualität der Ehe es geht darum das der Ehepartner einkaufen,zum Arzt,zu Behörden gehen kann.Und die Qualität der Ehe wird auch nicht besser wenn der Ehepartner den ganzen Tag zu Hause sitzt,sich mit niemandem unterhalten kann.Und dann Heimweh bekommt und nach Hause will,dann hat sich die Qualität der Ehe erledigt.
Uwe
Es ist doch wohl mein Problem, in welcher Sprache ich mich mit meiner Frau unterhalte.
wie Du Dich mit Deiner Frau unterhältst ist und wird auch nicht geregelt.
Deutschland wird in Zukunft qualifizierte Einwanderer oder Arbeitskräfte benötigen.
das ist auch ein Problem der Russland Deutschen viele sind qualifiziert und weil sie schlecht oder kein deutsch sprechen sind sie Hilfsarbeiter.Und was sollen Hochqualifizierte hier in DE ( Ausser IT ) wenn sie kein Deutsch sprechen.
Ausserdem , das ist etwas off Topic,wir brauchten weniger qualifizierte Auswanderer.Das siehst Du schon hier im Forum,alle Deutsche die in RU arbeiten und leben sind doch keine Hilfsarbeiter,ohne qualifiziert zu sein und russisch zu sprechen kommen die doch auch nicht zurecht.
Wenn Du eine russische Frau hast und mit Ihr in Deutschland lebst und nur russisch sprichst,dann Kinder hast und auch mit Ihnen nur russisch sprichst und diese Kinder kommen in die Schule dann gibt es eine Katastrophe.
Unterhalte Dich einmal mit Lehrern die vor Klassen mit sieben Nationalitäten stehen.
Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet
Verfasst: 09 Jul 2007, 02:55
von fremantle
Bephep, Du hast mich zwar nicht angesprochen, aber ich fühle mich des gleichen.
Ich spreche mit meiner russischen Frau/Freundin englisch. Beide fliessend, und das seit 2 1/2 Jahren miteinander. Da soll mir niemand sagen, dass aus Kommunikationsgründen eine Ehe scheitern könnte. Dem kann ich was erzählen, nicht nur von mir ...
Auch bei meiner Arbeit in Russland kann ich ohne Probleme Englisch sprechen.
Ich wenn ich in Deutschland bin, dann in Berlin. Solange meine Liebste sich in Berlin aufhält kann sie Englisch sprechen oder Russisch, denn in meiner Familie und meinem Bekanntenkreis können (außer meiner Oma und Tante) sogut wie alle entweder das eine, oder das andere oder beides. In Berlin kann man mit Englisch auch einkaufen gehen oder zum Arzt gehen (noch dazu, dass diese zufällig in meiner Familie sind). In so fern braucht sie erstmal nicht dringend Deutsch im Alltag.
Dennoch ist sie so klug und möchte Deutsch gern lernen. Leider klappt es aus Zeitmangel im Moment nicht. Da wir aber, nach dem sie in 2 Jahren die Uni abgeschlossen hat, möglicherweise nach Deutschland wollen und auch in diese Zeit optimal Kinder passen würden, wäre das auch ein guter Zeitpunkt dann, Deutsch zu lernen. Sie ist bereit dazu und talentiert. Eine Sprache lernt man optimalerweise im Muttersprachland. Ich gehe davon aus, dass sie doppelt so schnell Deutsch lernt wie ich Russisch, und das hat bei mir in Russland ein halbes Jahr gedauert, um mich grundsätzlich zu verständigen. Da sollte sie nach einem Mutterschaftsjahr mindestens doppelt so weit sein (rein statistisch).
Sprich, eine qualifizierte Familie (beides Architekten) ist bereit, sich in Deutschland niederzulassen, bringt sogar Kinder in die Gesellschaft - ist aber nicht gewünscht, weil das Selbstbestimmungsrecht, oder wie soll ich es an dieser Stelle nennen? - Nicht bei (verheirateten!) Ausländern zulässig ist.
Da sag ich dann lieber - wer nicht will bekommt auch nix - werde mich einfach mit meiner jungen Familie etwas umorientieren und zB in die Niederlande gehen wo sich meine Schwester bereits zum Studium ganz nidergelassen hat und es solche Probleme nicht gibt. Der deutsche Staat hat dann mit mir schon das 2. von 3 hochqualifizierten Kindern einer Familie ins Ausland verloren, wo dementsprechend auch 2 Ehepartner und einige Kinder mit dran hängen.
Übrigens werden unsere Kinder definitiv nicht nur russisch oder nur deutsch sprechen, sondern vermutlich beides und eventuell auch englisch (oder gar niederländisch in diesem Beispiel).
Was ich sagen will: Es bringt nix, wegen Denjenigen die etwas nicht (gut) können und deshalb nicht erwünscht sind, ein Verbot aufzustellen, durch welches dann Diejenigen, die viel können und eigentlich erwünscht sind, belastet oder unerwünscht werden.
Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet
Verfasst: 09 Jul 2007, 07:04
von Zejtnot
Also ich fand das Gesetz ja auch erst haarsträubend, meine (russische) Frau meinte dann aber: "Richtig so, wenn ich in einem Land leben will, sollte ich deren Sprache sprechen."
Ferner: Der zu bestehende Sprachtest ist so einfach, dass es fast schon wieder peinlich ist, ihn zu verlangen.
Also mein Fazit: Eigenartiges Gesetz, nicht ganz logisch. Aber weniger wild als der Aufschrei darum suggeriert. (Immerhin fordern die Deutschen keinen finanziellen Nachweis, so wie es die Österreicher fordern.)
Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet
Verfasst: 09 Jul 2007, 10:03
von Uwe
Behep,
die Sprache kommt automatisch, wenn man sie braucht, nicht per Gesetz. Glaubst Du wirklich, um bei Deinem Türkenbeispiel zu bleiben, das eine Türkin mit Sprachtest anders leben wird als vorher die Türkin ohne Sprachtest? Das liegt doch wohl am Umfeld und nicht an der Sprache.
Die Regulierungswut in Deutschland und der EU wird auch noch die letzten Ecken mit Gesetzen und Verordnungen zupflastern. Es ist in meinen Augen eine persönliche Entscheidung, ob man die Sprache braucht oder nicht. Heirate ich eine Tschechin oder eine Portugiesin, interessiert es keinen Gesetzgeber, ob und wie die sich intergrieren. Aber den Nachzug einer Ehefrau zu einem Deutschen aus einem Nicht-EU-Land von einem Sprachtest im Heimatland abhängig zu machen, halte ich für total daneben.
Ich lebe z.B. seit drei Jahren in Russland und beherrsche die Sprache nur rudimentär. Mein gesamter Tagesablauf spielt sich im Moment beruflich in englisch und deutsch ab. Ich werde russisch lernen, wenn ich die Zeit dafür habe. Ein Gesetz wird es hier mit Sicherheit nicht geben.
Gruß
Uwe
Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet
Verfasst: 09 Jul 2007, 12:24
von Zejtnot
Uwe hat geschrieben:Ein Gesetz wird es hier mit Sicherheit nicht geben.
Sicher?
Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet
Verfasst: 09 Jul 2007, 12:39
von Dietrich
Also ich bin grundsaetzlich auch dafuer, dass jemand die Sprache des Landes lernt, wenn er dort leben will.
Allerdings muss er dazu auch die Chance haben.
Wenn ich also mit meiner russische Ehefrau nach D ziehen moechte, dann stelle ich es mir so vor:
- Erste Aufenthaltserlaubnis fuer 3 Jahre OHNE jeglichen Sprachnachweis.
- Staatliche oder zumindest bezuschusste Sprachkurse fuer solche Faelle. Und zwar fuer ALLE und nicht nur fuer Manche.
- Nach 3 Jahren dann einen (einfachen) Sprachtest. Wird der bestanden, so gibt es die naechste AE fuer laenger/unbefristet. Kann die Person gar kein Deutsch, obwohl sie schon 3 Jahre(!) in D lebt, so gibt es nur eine weitere AE fuer 1 Jahr.
- Nach 1 Jahr wieder ein Test unter den gleichen Bedingungen.
- Nach 3mal durchgefallen: Ausreise!!
Denn mal ehrlich: Wer nach 5 Jahren immer noch kein bischen Deutsch kann, der kann es mit dem Wunsch in D zu leben auch irgendwie nicht ganz so ernst meinen....
Den Sprachtest koennte ich mir sogar rein muendlich vorstellen. Sprechen und Verstehen reicht schliesslich, um in D zu leben. Deutsch lesen und schreiben koennen schliesslich sogar viele Deutsche nicht.
Dietrich
Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet
Verfasst: 09 Jul 2007, 13:06
von Uwe
Nö,
was ist bei Politikern aller Länder schon sicher?
Die leben Alle nach dem Motto: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet
Verfasst: 09 Jul 2007, 13:19
von fremantle
Ja Dietrich, das ist eine realistische Variante. Der stimme ich zu.
Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet
Verfasst: 10 Jul 2007, 00:17
von Bephep
Uwe
Ein Gesetz wird es hier mit Sicherheit nicht geben
Da hat auch Zejtnot Zweifel ich natürlich auch.
In Deutschland ist jetzt die ( kleine) Hürde die Sprache,in Russland wie ich es lese gibt es bei der Ständigen Aufenthaltserlaubniss Hürden ohne Ende.
. Glaubst Du wirklich, um bei Deinem Türkenbeispiel zu bleiben, das eine Türkin mit Sprachtest anders leben wird als vorher die Türkin ohne Sprachtest?
Schlicht und einfach JA,weil einige Türken Frauen aus Anatolien heiraten und Ihnen Sprachkurse verbieten.
Dietrich.
Deinen Vorschlag erst drei Jahre hier leben, dann eine Sprachtest ,halte ich nicht für gut.
Stell Dir vor,bitte nur als Beispiel sehen, Du kommst mit Deiner Frau nach Deutschland und Ihr habt Kinder, die gehen zur Schule haben Freunde und Deine Frau besteht den Test nicht und muss nach fünf Jahren zurück.
Bisher gab es etwas änliches. Wenn man eine russische Frau mit Kindern zwischen 16 und 18 Jahren heiratete dann mussten die Kinder um mit nach DE zu kommen auch einen Sprachtest machen.Und Kinder über 18 bekommen keine Aufenthaltserlaubniss.Das finde ich viel ungerechter als dieser Sprachnachweiss.
Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet
Verfasst: 10 Jul 2007, 11:12
von Dietrich
Bephep hat geschrieben:
Dietrich.
Deinen Vorschlag erst drei Jahre hier leben, dann eine Sprachtest ,halte ich nicht für gut.
Stell Dir vor,bitte nur als Beispiel sehen, Du kommst mit Deiner Frau nach Deutschland und Ihr habt Kinder, die gehen zur Schule haben Freunde und Deine Frau besteht den Test nicht und muss nach fünf Jahren zurück.
Der Test soll auch kein Universitaets-taugliches Deutsch verlangen.
Aber wenn ich sehe, wie sprachlich unbegabt ich eigentlich bin (Latein fast immer 5 und in Englisch nie ueber 'ne 3 rausgekommen, obwohl es mich wirklich interessierte), dann habe ich in meinen 5 Jahren hier in RU doch schon nicht soo schlecht russisch gelernt. Und das fast komplett ohne irgendwelche besuchten Kurse.
Ich gebe zu, dass ich gaaanz schlecht darin bin russisch zu schreiben, weil ich das quasi nie brauche. Aber eine Unterhaltung kann ich fast ueber jedes Thema fuehren und erst gerade habe ich mir die dritte Staffel von Lost komplett in russisch angesehen und auch verstanden. (falls jemand Interesse hat...)
Der Test nach drei Jahren soll eben nur feststellen, ob die Person in den drei Jahren sich mal mit der Sprache ihres neuen Heimatlandes beschaeftigt hat oder nicht. Denn das erwarte ich von JEDEM Zuwanderer. Und wenn es nach drei Jahren nicht klappt, dann gibt es einen Warnschuss und ein weiteres Jahr Zeit. Und wer dann nach einem weiteren Jahr den zweiten Warnschuss nicht wahrnimmt..... irgendwann muss ja mal Schluss sein mit der "Geduld". Und 5 Jahre sind viel Zeit, da wird man auch mit Kindern mal ab und an einen Abend fuer einen Sprachkurs freibekommen koennen.
Ich hatte in den letzten 5 Jahren ueberhaupt keine Zeit.... das zaehlt nicht!
Dietrich
P.S. Und ausserdem: Deutschland verlangt von deiner Frau keinerlei "Gesundheitsuntersuchungen". Also selbst wenn sie AIDS hat, darf sie in D bleiben. Versuch das mal in RU!