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Re: Russische Buchhaltungsprogramme

Verfasst: 06 Mai 2008, 22:20
von zimdriver
Zeppelin hat geschrieben:[...Von diesem 1C habe ich auch erst durch den Thread hier erfahren.
Ist das eine russ. Hausmarke?
... es ist DAS russische und GUS- Buchführungs-, Lagerhaltungs- uswprogramm schlechthin. Ich würde mal grob schätzen, daß es mindestens unter den führenden 4 Programmen seiner Art auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR ist.

SAP jenne ich als Anwender, nicht als User, mehr als Konsument und Nutzer. Ist ja nett, aber sehr kompliziert. Wie heisst es doch so schön:
S- ichere
A- rbeits
P- lätze
für die Entwickler und die ungezählten consultants.

Um ehrlich zu sein: Mir wäre lieber, es käme möglichst spät in meinen Bereich. Habe gerade von einem anderen, sehr großen Unternehmen erfahren, daß sie den ganzen Kram wegwerfen und wieder zu einer eigenen Lösung zurückkehren werden. Hunderttausende EUR sind im Eimer, nichts geht richtig.
Aber bitte: Ich habe keine Ahnung. Es ist zwecklos, mir die Vorteile von R/3 zu erklären. Ich kann alles Mögliche, aber SAP ist mir einen Zahn zu hoch.

Re: Russische Buchhaltungsprogramme

Verfasst: 07 Mai 2008, 10:11
von Dietrich
Zeppelin hat geschrieben: Denn über die R/3eigenen-Interfaces wäre es gar nicht möglich, inkonsistente und inkorrekte Eingaben zu machen.
Was aber nicht heisst, dass da dann nichts nachzuarbeiten ist. IDOCS mit Status 53 gibt es auch so genug. Selbst wenn die in sich konsistent sind.

Und zum Thema "Russian Version" oder wie es bei SAP so schoen heisst: "Russian Addon":

K A T A S T R O P H E !!!!

Das faengt schon damit an, dass alle russische Kommentare in den Programmen in einem Unicode-System nur noch als ##### angezeigt werden. Also muss geraten werden, was die russischen Programmierer denn damit bewirken wollten. Und Dokumentation? Nur fuer Schwaechlinge! Und die gibt es bekanntlich in Russland nicht!

Re: Russische Buchhaltungsprogramme

Verfasst: 07 Mai 2008, 11:31
von Sibirier
Ich bin dann ja in der glücklichen Lage, dass ich eine Hauptbuchhalterin habe, die 1C für international operierende Unternehmen zum Teufel jagt.

Sie arbeitet jetzt mit Navision, weint aber ein wenig SAP nach... Naja, aus DE ist schon gekommen, dass wir evtl. in 5 bis 6 Jahren auch hier SAP einführen.

Re: Russische Buchhaltungsprogramme

Verfasst: 07 Mai 2008, 17:50
von Zeppelin
Dietrich hat geschrieben: IDOCS mit Status 53 gibt es auch so genug. Selbst wenn die in sich konsistent sind.

Und zum Thema "Russian Version" oder wie es bei SAP so schoen heisst: "Russian Addon":

K A T A S T R O P H E !!!!

Das faengt schon damit an, dass alle russische Kommentare in den Programmen in einem Unicode-System nur noch als ##### angezeigt werden. Also muss geraten werden, was die russischen Programmierer denn damit bewirken wollten. Und Dokumentation? Nur fuer Schwaechlinge! Und die gibt es bekanntlich in Russland nicht!
Oh oh, da merkt man mal, wie die Zeit vergeht.
Dies IDOCS und die ganzen anderen neuen Frontend-Techniken wurde erst aktuell, als ich schon am aussteigen war. Gehalten habe ich von diesen Entwicklungen eh nicht viel.
Daher bezog ich mich auf die guten alten Dynpros, denn ich habe vor so ziemlich sieben Jahren das letzte mal an einem R/3-System gesessen. Doch wie zu befürchten war, wurde da offenbar immer mehr bunter Schnickschnack an das System drangebappt, ohne das noch wer den Überblick hatte, was für Auswirkungen das auf die verflochtenen Systemkomponenten hat.

Wenn ich Dich also richtig verstanden habe, fällt dem User nun gar nicht mehr auf, wenn Daten unplausibel sind, sondern es kracht erst bei den Konsolidierungsläufen (oder so ähnlich.)

Und was Du über die Schwächen des "Russian Addon" schreibst, macht verständlich, warum sich die Begeisterung für das System in Grenzen hält.
Ich hatte nur noch in Erinnerung, wie man als Consultant für Russland-Projekte umworben wurde, wenn man auch nur halbwegs kyrillisch entziffern konnte.
Aber da hatte ich keine Lust dazu - zumal ich erst einige Zeit später überhaupt ein Verhältnis zu RUS entwickeln konnte, nachdem mir meine jetzige Frau über den Weg gelaufen ist.
SAP hatte ich da schon ein Jahr hinter mir gelassen, was ich nicht bereue.

Aber begeistert hatte mich immer das Grundprinzip, dass jede Zahl, jede Information nur ein einziges mal an einer beliebigen Stelle in der Prozesskette eingegeben werden musste und dann sofort bei allen relevanten Nachbarbereichen zur Verfügung stand.

Schwächlinge in Russland - in der Tat unvorstellbar . :roll:

Re: Russische Buchhaltungsprogramme

Verfasst: 07 Mai 2008, 18:01
von Zeppelin
zimdriver hat geschrieben:Aber bitte: Ich habe keine Ahnung. Es ist zwecklos, mir die Vorteile von R/3 zu erklären. Ich kann alles Mögliche, aber SAP ist mir einen Zahn zu hoch.
Ich wollte Dich da auch nicht agitieren. Aber SAP ist wirklich weit weniger kompliziert, als Du offenbar meinst. Deswegen war auch Dein Rekurs auf Excel reichlich neben der Spur, denn dabei vergleicht man ein allein fahrendes Auto mit der Komplexität des internationalen Verkehrssystems.

Ist aber egal. Ich verstehe durchaus, worauf Du mit Deiner Bemerkung hinaus wolltest.

Re: Russische Buchhaltungsprogramme

Verfasst: 07 Mai 2008, 18:02
von Dietrich
Zeppelin hat geschrieben: Aber begeistert hatte mich immer das Grundprinzip, dass jede Zahl, jede Information nur ein einziges mal an einer beliebigen Stelle in der Prozesskette eingegeben werden musste und dann sofort bei allen relevanten Nachbarbereichen zur Verfügung stand.
...ob die Nachbarbereiche es wollen oder nicht.....

"Wo kommen denn diese Buchungen jetzt schon wieder her?"
"Die sind automatisch!"
"Wie automatisch?"
???

Re: Russische Buchhaltungsprogramme

Verfasst: 07 Mai 2008, 18:57
von Zeppelin
Dietrich hat geschrieben: "Wo kommen denn diese Buchungen jetzt schon wieder her?"
"Die sind automatisch!"
"Wie automatisch?"
???
Das war jetzt aber nicht Dein Ernst, oder?
Woher die Buchungen kommen, sieht man doch an den Schlüsseln. Diemeisten davon kommen vom System selbst, ohne dass jemand in Akten wühlen muss.

Zum Beispiel hat da jemand, der das Recht dazu hat, irgendwelches Material für Eure Firma bestellt.
Selbstverfreilich belastet das das entsprechende Kreditorenkonto. Da muss man ja nicht extra noch mal der Buchhaltung einen Brief schreiben, dass man da gerade etwas gekauft hat. etc. etc.

Bei den Debitoren läuft es genau so. Mit einer verbindlichen Bestellung geht Euer Kunde Euch gegenüber eine Schuld ein, welche vorerst auf einem Zwischenkonto "geparkt" wird. Gleichzeitig wird ein Ticket erstellt, welches automatisch bei korrektem Zahlungseingang eine Gutschrift auf dem entsprechenden Konto in Eurem Hauptbuch auslöst. usw.

Ich habe keine Ahnung, für was für eine Art von Unternehmen Du arbeitest, aber z.B. fließt jeder Verkauf einer Fischdose bei einem globalen Supermarkt sofort in die aktuelle Konzernbilanz ein, wenn die Kassiererin den entsprechenden Zahlungseingang bestätigt.

M.a.W. jede Buchung im R/3 wird grundsätzlich so nahe an der Quelle erfasst, wie nur möglich, und von dort aus an das Gesamtsystem übergeben. Und sollte sich da eine Unstimmigkeit ergeben haben, veranlasst das System ganz von sich aus die nötigen Stornobuchungen, Korrektureinträge und Umbuchungen - ganz nach GOB und US-GAAP oder beliebiger sonstiger Buchführungsvorschriften.

Und so beantwortet sich auch die Frage, woher diverse Buchungen kommen, die man wahrscheinlich nicht selbst vorgenommen hat.

Ergo braucht sich Eure Firma nur noch um diejenigen zu kümmern, die nicht vereinbarungsgemäß liefern bzw. zahlen und die entsprechenden Mahnungen werden auch automatisch generiert, nebst Zinsberechnungen und allem, was dazu gehört.

Dann lässt man einfach einen entsprechenden Report darüber laufen, der nur noch das herausfiltert, was man sich als Mensch genauer ansehen sollte, weil die Programmierer nicht alles vorhersehen können, was die User sich wünschen.

Aber es ist natürlich eine Frage der Unternehmensphilosophie und -kultur, inwieweit man solche Prozesse von der IT abdecken lässt, oder wie viele Schreibtische an einem Geschäftsvorgang beteiligt werden sollen.

Re: Russische Buchhaltungsprogramme

Verfasst: 07 Mai 2008, 20:26
von zimdriver
... was war denn jetzt passiert, Zeppelin? Bis Du auf der enter- Taste hängen geblieben? Ich sehe eine riesige graue Fläche.

Zurück zum Thema:
Wenn alles läuft, ist auch SAP schön. Da es aber angepaßt werden muß, beginnen die Probleme. Und umso komplexer die Systeme sind, umso leichter ist es für Kostenstellen- Piraten, "automatische" Buchungen im Nachbarbereich zu erzeugen. Dummerweise sind die meistens zum Vorteil des Piraten, nicht des Nachbarn...

Re: Russische Buchhaltungsprogramme

Verfasst: 07 Mai 2008, 20:47
von Zeppelin
Danke,
ich hab zwar nicht an der Taste geklebt, aber die hatte sich offenbar selbstständig gemacht.

Edit: Inzwischen habe ich mir endlich eine neue Tastatur zugelegt. Endlich Schluss mit den klemmenden Tasten. ;)

Re: Russische Buchhaltungsprogramme

Verfasst: 08 Mai 2008, 10:12
von Dietrich
Das war ein Dialog mit einem normalen russischen User.
ICH weiss wohl, woher die Buchungen kommen, aber es gibt eben Leute, denen hast du es schon 100mal erklaert, aber auch nach dem 101. Male weiss du genau, dass sobald die Tuer hinter denen zu ist, ist die Info aus den Koepfen wieder weg.

Und zum Thema Bilanzen: Russische Bilanzen, Bilanzen speziell fuer die Steuerinspektion, deutsche Bilanzen, Konzernbilanzen.
Und das alles per Knopfdruck, aus einem System, aus den gleichen Daten.... aber bitte mit komplett unterschiedlichen Ergebnissen! Aber die bitte jeweils fuer ihren Zweck korrekt und durch Auditoren nachpruefbar.

Aber genug davon!