Elja hat geschrieben:Ich will auf jeden Fall, dass die Kinder Scharapow heißen. Fakt ist, dass ich meinen Nachnamen behalte und er seinen. Es geht also nur um die (späteren) Kinder. Ich möchte einfach nicht, dass die mit einer komplizierten Schreibweise gestraft werden.
Für die späteren Kinder kannst du in diesem Fall wählen zwischen Sharapov und Müller oder Sharapov-Müller, denn da geht es zunächst danach, wie der Vater nach seinem Ausweis heißt - Sharapov. Wenn sie den Familiennamen erst mal haben, kannst du nachträglich eine Änderung beantragen und dann auch eine neue Geburtsurkunde ausstellen lassen.
Aber ich stimme Wolke zu, ich glaube nicht, dass sie um das Buchstabieren herumkommen. Aber Sharapov ist vermutlich nur ein Beispiel, der Name des Vaters könnte noch ganz anders lauten.
Elja hat geschrieben:Und was den Mischmasch angeht: Wenn der Papa "Sharapov" heißt, die Kinder "Scharapow" und die Mama "Müller", ist das sehr schlimm?
Wenn du mich fragst, sage ich dir ganz ehrlich: Ich finde so ein Mischmasch Mist. Aber das ist meine ganz persönliche Ansicht, jeder darf gern seine eigene haben. Ich finde es schon komisch, wenn in einer Familie verschiedene Nachnamen vorkommen, weil das immer Erklärungen nötig macht: "Ja, das sind meine Kinder, ja, das ist mein Papa/meine Mama, wir heißen nur anders. Und nein, die Eltern sind nicht geschieden." Aber wenn dann gleich drei verschiedene Namen auftauchen, wird es ganz kompliziert.
Ich als Kind wöllte übrigens den gleichen (auch gleich geschriebenen) Namen haben wie mindestens einer meiner Eltern. Zum einen, weil es eine Frage der Identität und Identifizierung ist, zum anderen, weil es manchen Kindern (und ihren Eltern, gerade den Vätern) manchmal wichtig ist, den Namen fortzuführen. Und zu guter Letzt: Der eigene Name ist auch immer Gegenstand eines gewissen Familienstolzes, das ist ein Erbstück, das man vom Opa, Uropa, Ururopa bekommt, das einen mit denen verbindet, auch wenn man sie nie kennengelernt hat. Das ist ein Stück Kultur, denn wenn der Papa Russe ist, hat auch das Kind ein Stückchen "Russe" in sich - und ist vielleicht irgendwann stolz drauf und ärgert sich dann, dass der schöne russische Name eingedeutscht, verhunzt wurde. Manche Kinder verteigen ihren Nachnamen, wenn andere Kinder ihn veräppeln, lächerlich machen - denn der Name symbolisiert mehr als nur eine Kette von Buchstaben, die man ab und zu mal aufsagen muss, der steht für die eigene Familie. Und manche Kinder sind auch froh, dass sie keinen Allerweltsnamen haben wie Fischer oder Müller und dass sich ihr Name etwas ungewöhnlich schreibt, dann das macht sie auch zu etwas besonderem.
Ich würde deswegen den Namen nicht eindeutschen. Einfacher wird er nicht, und wie gesagt, er ist ein Erbe, ein Stück Kultur.
Hast du eigentlich mal Herrn Sharapov gefragt, ob er denn gern wöllte, dass seine Kinder einen geänderten Namen tragen oder ob es ihm vielleicht doch lieber wäre, wenn SEINE Kinder auch SEINEN Namen, so wie er nun mal ist, bekommen? Oder ob er vielleicht Müller heißen möchte, damit ihr alle den gleichen Nachnamen haben könnt?
Wie ich oben schon sagte: Mein Mann hat auf eigenen Wunsch meinen Nachnamen angenommen, aber ich war auch bereit, seinen anzunehmen, und die Kinder hätten den auch bekommen, auch wenn er nicht ganz so einfach wäre wie Meier oder Schmidt. Und selbst diese muss man ja buchstabieren - Maier, Mayer, Meier, Meyer, Mayr, Schmidt, Schmitt... - da kommt es auf Sharapov oder Scharapow auch nicht mehr an... :-P