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Re: Warum eine Russin? Nur ehrliche Antworten.

Verfasst: 02 Dez 2008, 00:05
von Naila
Oletsch hat geschrieben:Es ist schon eigenartig, eine Geburt als OP zu empfinden.
Sollte ich jemals schwanger werden und die Schwangerschaft durchstehen, ist bei mir das Kinderkriegen nur durch eine OP möglich. Meine Gebärmutter hat etwa 10 Narben und mir fehlt ein Stück anderer wichtiger Organe.

Re: Warum eine Russin? Nur ehrliche Antworten.

Verfasst: 02 Dez 2008, 00:07
von Naila
CSB_Wolf hat geschrieben:Im Punkt Mutterschutz ist Deutschland das vortschrittlichste Land in Europa. Es sei denn es arbeitet eine Frau schwarz bei einem Türken oder Italiener, dann hat sie Pech gehabt und bekommt zwar keinen Lohn aber volle Unterstützung vom Deutschem Staat.
Außer Schwarzarbeiter und Angestellter gibt es in Deutschland noch andere Kategorien legal beschäftigter Frauen, zu denen ich zähle, nämlich Freiberuflerinnen. Sie genießen keinerlei Mutterschutz.

Re: Warum eine Russin? Nur ehrliche Antworten.

Verfasst: 02 Dez 2008, 06:47
von Zejtnot
Naila hat geschrieben:Außer Schwarzarbeiter und Angestellter gibt es in Deutschland noch andere Kategorien legal beschäftigter Frauen, zu denen ich zähle, nämlich Freiberuflerinnen. Sie genießen keinerlei Mutterschutz.
Aber Erziehungsgeld bekommst Du dennoch, mindestens den Mindestbetrag über 12 Monate, wenn der Papa mitmacht sogar 14. Und das sind keine 50 Euro (oder so) pro Monat wie in Russland. Ich kann Dir erzählen, wie die Vorsorge in und nach Frauenkliniken in Russland ist - vor allem, wenn man keinen tollen Superdoktor in Moskau persönlich kennt, sondern in gewöhnlichen Millionenstädten lebt. (Wenn es Dich interessiert, schicke ich es Dir als PM.)

Es zwingt Dich also keiner, am Tag nach der Geburt wieder auf Arbeit zu rennen. Und nach einer OP erst recht nicht, weil Du beispielsweise von der Krankenkasse (oder in Deinem Fall von der Künstlersozialkasse) Krankengeld bekommst. Wenn Du in diesen Einrichtung nicht Mitglied bist, dann kannst Du dafür den Staat nicht verantwortlich machen.

Re: Warum eine Russin? Nur ehrliche Antworten.

Verfasst: 02 Dez 2008, 10:44
von 7punkt
bella_b33 hat geschrieben:
jordan26 hat geschrieben:ich mische mich ungern ein,aber ich werde ja Ende Februar auch Vater zum zweiten mal ,vermutlich haben die Ärzte mit mir mehr Arbeit als mit der Frau :shock: :shock:
Das befürchte ich bei mir auch genauso, bin so ein kleines Sensibelchen! :D
Wozu willste dann bei der Geburt dabei sein? :roll: Kannste ja auch hinter den Tueren warten :roll:
Ich bezweifle sehr, dass der Mann da seiner Frau sehr behilflich sein kann :roll:

Re: Warum eine Russin? Nur ehrliche Antworten.

Verfasst: 02 Dez 2008, 11:51
von blauhai
Ich bezweifle sehr, dass der Mann da seiner Frau sehr behilflich sein kann

Also Bella....sicher kann der Mann der Frau da behilflich sein...also ich konnte es 2x ganz gut.....
liebe grüssli aus der schweiz

Re: Warum eine Russin? Nur ehrliche Antworten.

Verfasst: 02 Dez 2008, 11:57
von manuchka
7punkt, ich würde auch wollen, dass mein Mann dabei ist. Im Moment der Geburt selber kann er gern den Saal verlassen, aber ich würde ungern - gerade in Russland - fremden und gleichgültigen Leuten die ganze Zeit, die eine Geburt so dauert, völlig ausgeliefert sein. Ist der Mann oder eine andere nahestehende Person dabei, hat man zum einen "psychischen Beistand" - man ist nicht alleine, der Mann kann einen etwas von den Wehenschmerzen ablenken, Rücken massieren, die Wartezeit verkürzen; zum anderen muss dann auch das Personal ein wenig aufmerksamer sein und kann nicht einfach willkürlich handeln oder auch nicht handeln, weil neben der hilflosen Schwangeren, die nicht ganz Herr der Lage ist, noch eine andere, nüchtern denkende Person dabei ist und im Fall der Fälle sagen kann: "So nicht!"

Re: Warum eine Russin? Nur ehrliche Antworten.

Verfasst: 02 Dez 2008, 12:06
von blauhai
Da gebe ich dir vollkommen recht in allen Punkten...also für mich war es das grösste was ich je erlebt habe...als ich zweimal die Nabelschnur trennen durfte....werde ich nie mehr vergessen...und auch als Mann hat man viel Adrenalin in den Adern...smile

Re: Warum eine Russin? Nur ehrliche Antworten.

Verfasst: 02 Dez 2008, 12:11
von 7punkt
Ich moechte nicht, dass mein Mann bei der Geburt waere. Gruende hab ich schon frueher genannt, das Thema haben wir auch net das 1. Mal hier. Von mir aus kann der Mann in der Wartehalle warten, aber net da, wo die Frau liegt und die Prozedur schon angefangen hat. Und uebrigens, wenn es dem Mann net so toll geht, kann er wohl auch kaum nuechtern denken und richtige Entscheidungen treffen. Daher sucht man auch im voraus nach einer guten Hebamme. Aber jedes Paar entscheidet fuer sich selber, iss klar. Wenn der Mann es wirklich will, in sich Kraefte fuer so was fuehlt, dann von mir aus.

Und noch eins: nich in allen Kliniken ist das Personal gleichgueltig, Manu. Das liegt nicht unbedingt an Geld :roll:

7punkt

Re: Warum eine Russin? Nur ehrliche Antworten.

Verfasst: 02 Dez 2008, 13:30
von Naila
Ich war insgasamt 3 Mal in 2 verschiedenen deutschen Kliniken. In der letzten Klinik waren die Zustände wie im hintersten Rumänien ( es geht um eine Klinik in Frankfurt am Main). Ich habe es überlebt, nur weil mein Verlobter jeden Tag mehrere Stunden da war. Ich habe ungefähr 2/3 meines Blutes verloren, die Operationsnarbe ging durch den ganzen Bauch, konnte nichts tun, unerträgliche Schmerzen ca. 70 Stunden lang gehabt, keine Sau interessierte sich dafür. Ein Mal hatte ich nachts Fieber und verlor mein Bewußtsein. Meine Zimmernachbarinnen haben geklingelt, kein Schwein ist gekommen. Sie haben selbst (als Kranke), übrigens eine Tunesierin und eine Marokanerin, die ganze nacht über mich gewacht. Die Toilette wurde gerade mal 1 Mal während meines 14 tägigen Aufenthaltes geputzt. Wie es sich vor kurzem herausgestellt hat, wurde mir bei der OP ein lebensgefährliches Bakterium reingeschleust, mit dem ich 1,5 gelebt habe. Meine Beschwerden wurden von ca. 10 verschiedenen Ärzten erfolgreich ignoriert, und es ist ein Wunder, daß ich es noch so "gut" überstanden habe. Der Vater meiner Freundin war zur selben Zeit im selbsen Krankenhaus, er hatte einen Schlaganfall, wurde nachts eingeliefert und einfach liegen gelassen, mit der Begründung "er würde schlafen". Seine restlichen Nervenzellen sind abgestorben, am nächsten Morgen war es bereits zu spät. Er wurde zum schwersten Pflegefall, und meine Freundin gab den Pflegern jeden Abend Geld, damit sie einigermaßen nett zu ihrem Vater wären. Sie haben es genommen.
Was die Vorsorge bei den Schwangeren angeht, so denke ich, es gibt schon ein gut organisiertes System, doch man muß auch da viel Glück haben.
Ja, in Rußland ist es vielleicht nicht schön in den Krankenhäusern, aber das ist auch allgemein bekannt. Hier zahlen wir hohe Kassenbeiträge und können nicht immer mit einer angemessenen Hilfe oder Behandlung rechnen.

Re: Warum eine Russin? Nur ehrliche Antworten.

Verfasst: 02 Dez 2008, 14:56
von Paulchen
Die Anwesenheit des Ehemanns bei der Geburt ist nicht nur interessant, persönlichkeitsfördernd oder so ähnlich sondern vorallem auch notwendig und im Interesse der Frau. Denn wenn die Frau nach langen Geburtsversuchen total erschöpft ist und mit Fragen konfrontiert wird wie: PDA ja oder nein?; Kaiserschnitt jetzt oder noch ein bischen warten? etc., dann ist sei alleine total überfordert und den Entscheidungen der Ärzte ausgeliefert. Und egal wie gut die Ärtze sind, sie kennen Deine Frau nicht so gut wie Du und wissen daher nicht, was sie will oder was nicht.

Bei uns war es so und deswegen werde ich bei der zweiten Geburt auf jeden Fall wieder dabei sein :)