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Re: GESUCHT: Med.-techn. Assistentin (MTA) für Regionalarzt

Verfasst: 19 Feb 2009, 10:36
von manuchka
Mich kotzt dieses Gleichstellungsgesabbel an. Ich fühle mich in meiner Würde nicht verletzt, wenn mein Beurf nicht ausdrücklich mit einer weiblichen Endung versehen ist, und ich finde es albern, überall drauf zu pochen, dass sich Männer und Frauen auch ja beide angesprochen fühlen müssen, sonst gibts ne Klage. Blödsinn ist das, als ob es sonst keine Probleme gibt.

Re: GESUCHT: Med.-techn. Assistentin (MTA) für Regionalarzt

Verfasst: 19 Feb 2009, 10:55
von achim
Ich wundere mich immer, dass Disskusionen zu diesem Thema leicht abgleiten ... Als wenn man allein durch die Diskussion Weltbilder zerstören könnte :D ... Hat schon fast was von religösem Aberwitz.

Meine Mutter war für mich immer Schneiderin. Meine Schwester ist für mich Architektin. Und meine Frau selbstverständlich Juristin. (zumindest im Deutschen ;) )

@manuschka: Soll ich Dich zum Tip-König umwandeln? :D

Re: GESUCHT: Med.-techn. Assistentin (MTA) für Regionalarzt

Verfasst: 19 Feb 2009, 11:48
von Zejtnot
Also grundsätzlich nenne ich meine Frau auch Architektin, wobei meine Freunde alle zusammen Architekten sind - und nicht Architekten und Architektinnen. Letzteres ist übertrieben. Dann müsste man auch den Fußgängerinnenüberweg und die Wasserhenne einführen!

Re: GESUCHT: Med.-techn. Assistentin (MTA) für Regionalarzt

Verfasst: 19 Feb 2009, 12:00
von Dietrich
Zejtnot hat geschrieben:Also grundsätzlich nenne ich meine Frau auch Architektin
Echt?
Wir benutzen immer die Vornamen oder irgendwelche Kosewörter....

Re: GESUCHT: Med.-techn. Assistentin (MTA) für Regionalarzt

Verfasst: 19 Feb 2009, 12:01
von achim
Der Brüller des Tages :D Applaus Applaus Applaus

Re: GESUCHT: Med.-techn. Assistentin (MTA) für Regionalarzt

Verfasst: 19 Feb 2009, 12:45
von Magdeburg-Moskva
Nächste Woche ist Rosenmontag, nur so angemerkt ...

Re: GESUCHT: Med.-techn. Assistentin (MTA) für Regionalarzt

Verfasst: 19 Feb 2009, 12:55
von Magdeburg-Moskva
warwara hat geschrieben:Eventuell interessante Randbemerkung zum Thema Gender Mainstreaming: Die mir bekannten russischen Übersetzer-Kolleginnen sprechen fast ausschließlich (Ausnahmen bestätigen die Regel) von sich als "perewodtschik", wenn man sie fragt, als was sie beruflich tätig sind. Eine erklärte mir mal, dass sie nur dann "perewodtschiza" sagen würde, wenn sie sich eindeutig als weiblicher Übersetzer hervorheben möchte, z.B. "mein Mann ist Übersetzer und ich bin Übersetzerin" (ist jetzt ein blödes Beispiel, aber ein besseres fällt mir gerade nicht ein). Wenn es wirklich nur um den Beruf geht, sagte sie, würde sie immer die 'generische' männliche Form nehmen... Umgekehrte Emanzipation? Apotheose des Maskulinen?
Naja, perewodtschiza klingt für mich eher nach gutaussehend, wenig in der Birne, kann aber ein paar Worte ausländisch und die männliche Delegation verzaubern.

Bei den Russischkursen, die ich so durchmachte, bestanden die Dozentinnen (ausschließlich w) darauf, dass wir ihren Beruf als prepodawatel angeben. Später bekam ich dann mit, dass so Gender-Mainstreaming-Übersetzungen aus dem Deutschen, wie Prepodawatelniza, Utschonaja, Prokurorscha als beleidigend empfunden werden. Klar, als prokurorscha gilt eher die Nachbarin, die allen hinterher spioniert. Mittlerweile wird meine Variante, wenn das Geschlecht der Amtsperson o. ä. hervorgehoben werden soll, ganz gern gehört: Gosposha prokuror. Zumindest beim Übersetzen/Dolmetschen in Deutschland geht das unumwoben durch.
warwara hat geschrieben:Letztendlich finde ich es aber wichtiger, den Inhalt hinter den Worthülsen auch umzusetzen - man sieht immer wieder in diversen TV-Magazinen bzw. liest in der germanischen Weltpresse, wie häufig die Frauen soundsoviel Prozent weniger als die Männer verdienen und wie wenig Frauen es in den Vorstandsetagen gibt. Bei uns - so umstritten die Deutsche Botschaft in diesem Forum auch sein mag - kann jede Frau und jeder Mann sicher gehen, dass sie/er für die gleiche Arbeit auch gleiches Geld bekommt.
Dem wiederum stimme ich unumwoben zu. Nur... das Gehalt selbst sollte auch stimmen. Die "Volldiplomaten" (flapsig gesagt) bekommen Kohle und Beamten-Sozialleistungen (Beihilfe) ohne Ende, das Hilfspersonal, zu dem auch Dolmetscher gezählt werden, sind fast ausschließlich Ortskräfte, die eine Arbeit zu solchen Konditionen nur als Angehörige eines gut verdienenden, entsandten Expats "leisten" können.
warwara hat geschrieben:Dann habe ich lieber eine schlampig formulierte Stellenanzeige und am Ende aber den gleichen Betrag in der Gehaltstüte wie mein männlicher Kollege, als eine perfekt ausgearbeitete Stellenanzeige des Unternehmens XYZ, wo ich am Ende als Frau vielleicht über den Tisch gezogen werde.
Nur sollte dann der Regionalarzt als potenzieller Arbeitgeber auftreten und nicht die Botschaft, das solltet ihr klar hervorheben. Es ist ja OK, wenn die Botschaft die Personalauswahl trifft oder den RegA unterstützt, aber im Sinne der Transparenz sollte es eindeutig sein, wer den Arbeitsvertrag unterschreiben wird.

Re: GESUCHT: Med.-techn. Assistentin (MTA) für Regionalarzt

Verfasst: 04 Mär 2009, 00:53
von Saboteur
...der Anzeigentext wurde übrigens geändert!

Re: GESUCHT: Med.-techn. Assistentin (MTA) für Regionalarzt

Verfasst: 04 Mär 2009, 17:37
von Simone
manuchka hat geschrieben:Mich kotzt dieses Gleichstellungsgesabbel an. Ich fühle mich in meiner Würde nicht verletzt, wenn mein Beurf nicht ausdrücklich mit einer weiblichen Endung versehen ist, und ich finde es albern, überall drauf zu pochen, dass sich Männer und Frauen auch ja beide angesprochen fühlen müssen, sonst gibts ne Klage. Blödsinn ist das, als ob es sonst keine Probleme gibt.
Manu, das sehe ich genauso. Aber das ist eben Deutschland - Konsensgesellschaft! Die Wirklichkeit sieht aber ganz anders aus und Frauen stehen nach wie vor gehaltlich sehr weit hinter den Männern.

Wir sehen in Russland viele (auch internationale) Stellenanzeigen (auch schon mal auf vdw.ru), die nicht nur geschlechtsspezifisch formuliert sind, sondern auch eine Altersgrenze (zwischen 28 bis 39 Jahre) enthalten.

Bin ja gespannt, ob ich im Sommer beim Botschaftsarzt meine Rezepte einen Mann diktieren werde..