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Re: Umbenennung Kaliningrad in Königsberg

Verfasst: 26 Okt 2011, 10:08
von pippie
domizil hat geschrieben: ... Du meinst es gut mit der freien Arbeitsplatzwahl, aber stell Dir mal vor eine Million Kaliningrader stehen plötzlich in Deutschland und wollen dort arbeiten - natürlich "fürn Appel und nen Ei" und der gut etablierte, aber teuere deutsche Arbeitnehmer kann seinen Hut nehmen. Na, ich möchte dann nicht in Deutschland sein ...
Uwe Niemeier
Das ist in Deutschland schon länger so. Zwar nicht vorrangig bei den höher Qualifizierten, weil es Ausländern ziemlich schwer gemacht wird, dass ihre Studienabschlüsse anerkannt werden. In allen anderen Arbeitsbereichen ist jedoch das Lohndumping Gang und Gäbe.
Deinen anderen Ausführungen kan ich aber nur zustimmen.

Re: Umbenennung Kaliningrad in Königsberg

Verfasst: 26 Okt 2011, 10:21
von andreask020361
die Nachkriegsordnung insbesondere Deutschlands Ostgrenzen wurden im Potsdamer Abkommen der Siegermaechte dokumentiert. von Ostpreussen war nie die REDE.Anektiert oder erobert wo ist der unterschied ,
Durch das Potsdamer Abkommen kam das nördliche Ostpreußen 1945 unter vorläufige Verwaltung der UdSSR und das südliche Ostpreußen unter polnische Verwaltung. Eine endgültige Regelung wurde einem gesamtdeutschen Friedensvertrag vorbehalten. De facto wurde Ostpreußen völkerrechtswidrig administrativ der Volksrepublik Polen beziehungsweise der Sowjetunion eingegliedert,[1] wobei die noch verbliebene angestammte deutsche Bevölkerung, die nicht bereits bei Kriegsende geflohen war, vertrieben wurde.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ostpreu%C3%9Fen

unser beider positionen unterscheiden sich grundlegend in einem punkt . Fuer mich ist Russland genauso wie die USA ein imperialer staat , mit grossen hegomonie bestrebungen.

dass leute irgendwann ueberall arbeiten werden wo sie wollen , daran wird kein weg vorbeifuehren. wichtig ist dass es keinen lohndumping im grossen stil gibt.

Re: Umbenennung Kaliningrad in Königsberg

Verfasst: 26 Okt 2011, 11:01
von pippie
andreask020361 hat geschrieben:die Nachkriegsordnung insbesondere Deutschlands Ostgrenzen wurden im Potsdamer Abkommen der Siegermaechte dokumentiert. von Ostpreussen war nie die REDE.Anektiert oder erobert wo ist der unterschied...
Da du so auf Wikipedia stehst, schau mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Potsdamer_ ... aliningrad
andreask020361 hat geschrieben:Durch das Potsdamer Abkommen kam das nördliche Ostpreußen 1945 unter vorläufige Verwaltung der UdSSR und das südliche Ostpreußen unter polnische Verwaltung. Eine endgültige Regelung wurde einem gesamtdeutschen Friedensvertrag vorbehalten. De facto wurde Ostpreußen völkerrechtswidrig administrativ der Volksrepublik Polen beziehungsweise der Sowjetunion eingegliedert

http://de.wikipedia.org/wiki/Potsdamer_Abkommen
"Es handelte sich dabei der Form nach um ein gemeinsames Konferenzkommuniqué, eine gemeinsame Willens- beziehungsweise Absichtserklärung, und nicht um einen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag.[3][4] Seine inhaltliche Bindung und Reichweite war umstritten, da zwischen politischer und rechtlicher Wirkung deutlich zu unterscheiden ist.[5][6]" heißt ja nicht, dass er völkerrechtswidrig ist!
Im Übrigen hat der 2+4 Vertrag das Problem völkerrechtlich gelöst.
"Die bestehenden Grenzen sind endgültig, das heißt, das vereinigte Deutschland verpflichtet sich, keine Gebietsansprüche (beispielsweise auf die seit dem Zweiten Weltkrieg de facto, jedoch nicht völkerrechtlich zu Polen und der Sowjetunion gehörenden Gebiete des Deutschen Reiches östlich der Oder-Neiße-Linie) zu erheben."
"Der Zwei-plus-Vier-Vertrag wird heute als „Meisterwerk der Diplomatie“ gewürdigt und ist 2011 von der UNESCO in das Programm „Memory of the World“ aufgenommen worden. Er zählt damit zum Weltdokumentenerbe.[35]"
http://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-plus- ... _Vertrages
andreask020361 hat geschrieben:... Fuer mich ist Russland genauso wie die USA ein imperialer staat , mit grossen hegomonie bestrebungen.

Darum ging es gerade nicht, oder?

andreask020361 hat geschrieben:dass leute irgendwann ueberall arbeiten werden wo sie wollen , daran wird kein weg vorbeifuehren. wichtig ist dass es keinen lohndumping im grossen stil gibt.

Wie gesagt, das gibt es schon lange.

Re: Umbenennung Kaliningrad in Königsberg

Verfasst: 26 Okt 2011, 12:10
von domizil
Hallo Pippie,
das nenne ich "kollektive Zusammenarbeit" (ach nee, heute sagt man ja "Tiimwörk"), und danke für die Arbeit mit "WIKIPEDIA" - so bin ich schnell für die Zukunft in meiner eigenen Argumentationsfähigkeit bereichert wurden. Forum ist eben Forum!

Ja, Andreas, unsere Meinungen sind unterschiedlich - Marx (oder Gott) sei Dank - ansonsten wäre es nicht so interessant im Forum.
Das Amerika und Russland große Staaten sind mit Ambitionen - unbestritten. Deutschland ist auch ein Staat mit Ambitionen und Niemeier ist auch ein Mensch mit Ambitionen. Es ist immer nur die Frage welche Methoden man anwendet um diese Ambitionen im Leben zu verwirklichen. Da gab es mal einen DDR-Politiker der soll gesagt haben: "... da wo wir nicht sind ist der Imperialismus" - ich denke mal das war so richtig. Heute, mit Blick auf die letzten zwanzig Jahre möchte ich diesen Spruch anders aufsagen: Da wo nicht Russland ist ist Amerika - was so zu verstehen ist: Kaum hat sich Russland zurückgezogen (entweder seine Truppen oder seine Politik) war Amerika zur Stelle.

Mit Deiner Bemerkung zum Lohndumping. Das erinnert mich auch ein wenig an die DDR im Jahre 1989/1990. Ich hatte den Eindruck als ob die Bürger der DDR etwas völlig anderes wollten: Alles Gute vom Kapitalismus und alles Gute vom Sozialismus ... so funktioniert das aber nicht. Der freie Wettbewerb hat nicht nur Sonnenseiten. Die DDR-Bürger haben die Freiheit bekommen so wie gewünscht und müssen nun auch mit anderen Dingen leben, z.B. Arbeitslosigkeit . Deutschland will die Europäische Integration und will die Freiheit für alle Bürger - eine sehr gute Sache. Dann hat aber der Deutsche das Recht in z.B. Russland für teures Geld zu arbeiten (weil er eben besser ist als der Russe - zum jetzigen Zeitpunkt) und der Russe hat das Recht für billiges Geld zu arbeiten in Deutschland. Wenn man das eine will muß man das andere auch mögen. Rosinen rauspicken ist nicht ... oder liege ich hier falsch.
Uwe Niemeier

Re: Umbenennung Kaliningrad in Königsberg

Verfasst: 26 Okt 2011, 13:32
von andreask020361
Da liegst du falsch

Mehr zahlen als ortsueblich ,ist ok , das kann jede Firma selber regeln wenn ihnen dieser Kollege so wertvoll ist. dass hat nichts damit zu tun ob Deutscher oder Russe. Glaube wenn deutsche Firme gleichwertigen ersatz bekommen und dabei sparren ,werden sie es auch mahen.
weniger zahlen als der Mindestlohn ist Lohndumping , natuerlich koennen die Russen oder andere Nationalitaeten in dtschl ihre arbeitskraft anbieten ,nur gibt es ein bestimmtes lohnniveau worunter Einheimische nicht mehr arbeiten koennen. Dieses muss per gesetz festgelegt und kontrolliert werden. ein bissl ist es schon in dtschl anders wie in russl. Hier ist es wie in den fruehkapitalistischen Zeiten. Gewerkschaften sind hier nur auf dem papier , mehr alibi fuer M+P,

Re: Umbenennung Kaliningrad in Königsberg

Verfasst: 26 Okt 2011, 13:52
von Axel Henrich
andreask020361 hat geschrieben:[...] nur gibt es ein bestimmtes lohnniveau worunter Einheimische nicht mehr arbeiten koennen. Dieses muss per gesetz festgelegt und kontrolliert werden. ein bissl ist es schon in dtschl anders wie in russl.
In D kann also jeder von dem Lohn seiner Arbeit leben? Ein Euro-Jobs werden von den Firmen also nicht insofern ausgenutzt, dass diejenigen nach Ende der Maßnahme ausgetauscht werden und somit der Zugang fuer Vollzeitarbeiter verhindert wird, das Lohnniveau wird durch "Nachbarn" also nicht gedrueckt? Mal abgesehen davon, dass es im Osten immer noch unterschiedliche Loehne fuer den selben Job gibt. Wann war gleich nochmal die Einigung?
Btw, klar gibt es erhebliche Unterschiede zu Ru.

-ah-

Re: Umbenennung Kaliningrad in Königsberg

Verfasst: 26 Okt 2011, 13:59
von domizil
... wir schweifen ein wenig ab vom Thema: Umbenennung von Kaliningrad in Königsberg ...
Uwe Niemeier

Re: Umbenennung Kaliningrad in Königsberg

Verfasst: 26 Okt 2011, 14:04
von pippie
Axel Henrich hat geschrieben:
andreask020361 hat geschrieben:[...] nur gibt es ein bestimmtes lohnniveau worunter Einheimische nicht mehr arbeiten koennen. Dieses muss per gesetz festgelegt und kontrolliert werden. ein bissl ist es schon in dtschl anders wie in russl.
In D kann also jeder von dem Lohn seiner Arbeit leben? Ein Euro-Jobs werden von den Firmen also nicht insofern ausgenutzt, dass diejenigen nach Ende der Maßnahme ausgetauscht werden und somit der Zugang fuer Vollzeitarbeiter verhindert wird, das Lohnniveau wird durch "Nachbarn" also nicht gedrueckt? Mal abgesehen davon, dass es im Osten immer noch unterschiedliche Loehne fuer den selben Job gibt. Wann war gleich nochmal die Einigung?
Btw, klar gibt es erhebliche Unterschiede zu Ru.

-ah-
Komm Axel, halt mal andreask020361 zugute, dass er wahrscheinlich schon lange nicht mehr in Deutschland gearbeitet hat ;)
Sehe gerade, es gab zu Recht einen Ordnungsgong - also zurück zu Kaliningrad ;)

Re: Umbenennung Kaliningrad in Königsberg

Verfasst: 30 Okt 2011, 02:21
von Daten-Salat
Noch eine vielleicht interessante Anmerkung:

Die Polen haben in ihrer Sprache den alten Namen beibehalten: "Królewiec" für Königsberg.

Re: Umbenennung Kaliningrad in Königsberg

Verfasst: 02 Mai 2012, 20:49
von Watson
pippie hat geschrieben:
domizil hat geschrieben:
Übrigens haben wir natürlich auch bei den Russen eine völlig andere Bezeichnung von z.B. Staaten: Während man in Deutschland zu Deutschland Deutschland sagt, sagt man in Russland zu Deutschland "Germania" und die Deutschen sind "Nemzy / Nemez"
Und woher kommt das? Vielleicht haben wir Geschichtskundige im Forum die das erklären können.
Uwe Niemeier
Ich hatte mal erklärt bekommen, dass der Ursprung des slawischen Wortes "nemec" "undeutlich sprechend" (später dann "stumm") bedeutet und da die Slawen damals die Germanen/Franken nicht verstanden haben, haben sie eben diese Bezeichnung bekommen.
Wollte mich nicht "einmischen", da sich die Diskussion um etwas anderes dreht - aber so wie ich das kenne - wurden ursprünglich alle Ausländer als "немцы" bezeichnet. Wieso es schließlich nur für die Deutschen verwendet wurde - kann ich leider nicht sagen...