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Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 03 Dez 2014, 18:09
von Berlino10
Gunnar hat geschrieben: Mich würde einfach mal interessieren ob jemand mit Deiner Haltung den Unterschied in der Lebensqualität zwischen West und Ost überhaupt gar nicht siehst oder ob er einfach nur keinen Zusammenhang zwischen diesem Unterschied und der gemachten Politik erkennt.
Schlimm, ich muss mich immer einmischen ...

Unterschiede in der "Lebensqualität zwischen West und Ost" sind für mich viel zu pauschal formuliert.

Du musst den Westen doch differenzieren ...
Skandinavien, DEU, CH, NL ... noch gut, wenn auch für viele Millionen abnehmende Lebensqualität, Sicherheit, Bildungs- und Zukunfts-Chancen
Südeuropa aber auch USA: katastrophale Zustände für Millionen, nicht genug zu essen, keine medizinische Betreuung mehr, keine Bildungs- und Zukunfts-Chancen mehr.
In den USA bekommen 40 Mio US-Bürger nicht genug zu essen, Zahntausende werden jährlich ohne mediz. Betreuung sterben gelassen, Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa von über 50% ...
Osteuropa: bis auf Polen kaum bis keine Verbesserung der materiellen Lebensqualität für das Volk ... Rumänien, Bulgarien, Slowenien, Kroatien ... Ukraine droht derselbe soziale Einbruch

Russland: Für mind. 40-50% ging es vom Hungern der 90er zu einem gewissen Wohlstand, Medizin, Bildung, Auto, Reisen ...
Vom Potential und Vermögen her, dürfte es aber die derzeitigen Sozialen Missstände in RUS gar nicht mehr geben,
aber wie im Westen wütet auch in RUS eine rücksichtslose Oligarchen-Klasse und beutet das Volk zunehmend mehr aus.

Putin ist doch keine politische Niete ... er ist politisch eher asozial als unfähig.

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 03 Dez 2014, 18:48
von kamensky
Berlino10 hat geschrieben:
Gunnar hat geschrieben: Mich würde einfach mal interessieren ob jemand mit Deiner Haltung den Unterschied in der Lebensqualität zwischen West und Ost überhaupt gar nicht siehst oder ob er einfach nur keinen Zusammenhang zwischen diesem Unterschied und der gemachten Politik erkennt.
Schlimm, ich muss mich immer einmischen ...

Unterschiede in der "Lebensqualität zwischen West und Ost" sind für mich viel zu pauschal formuliert.

Du musst den Westen doch differenzieren ...
Skandinavien, DEU, CH, NL ... noch gut, wenn auch für viele Millionen abnehmende Lebensqualität, Sicherheit, Bildungs- und Zukunfts-Chancen
Südeuropa aber auch USA: katastrophale Zustände für Millionen, nicht genug zu essen, keine medizinische Betreuung mehr, keine Bildungs- und Zukunfts-Chancen mehr.
In den USA bekommen 40 Mio US-Bürger nicht genug zu essen, Zahntausende werden jährlich ohne mediz. Betreuung sterben gelassen, Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa von über 50% ...
Osteuropa: bis auf Polen kaum bis keine Verbesserung der materiellen Lebensqualität für das Volk ... Rumänien, Bulgarien, Slowenien, Kroatien ... Ukraine droht derselbe soziale Einbruch

Russland: Für mind. 40-50% ging es vom Hungern der 90er zu einem gewissen Wohlstand, Medizin, Bildung, Auto, Reisen ...
Vom Potential und Vermögen her, dürfte es aber die derzeitigen Sozialen Missstände in RUS gar nicht mehr geben,
aber wie im Westen wütet auch in RUS eine rücksichtslose Oligarchen-Klasse und beutet das Volk zunehmend mehr aus.

Putin ist doch keine politische Niete ... er ist politisch eher asozial als unfähig.
Differenzieren sollte man auch in immaterielle und materielle Lebensqualität. Zweites beeinflusst und erarbeitet man sich eher selbst, natürlich spielen jedoch die immateriellen Faktoren (Infrastruktur, Bildungssystem usw.) ein Kontext um die materielle Lebensqualität zu verbessern.

Immaterielle Lebensqualität und persönliche Bedeutung im Alltag: Effizienz der Behörde und Ämter, gut ausgebauter und pünktlicher ÖV, Effizienz im Gesundheitswesen (Terminvereinbahrungen), politisch, wie auch wirtschaftlich stabile Lage, Wertschätzung der Bevölkerung und deren Anliegen um nur mal einige genannt zu haben, welche @Berlino10 nicht erwähnte.

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 03 Dez 2014, 19:27
von Gunnar
Ich habe den Begriff Lebensqualität gezielt gewählt, weil es gerade um die Mischung geht. Für dies Beurteilung braucht man auch nicht das Rad neu zu erfinden. Für die Beurteilung gibt es bereits sehr differenzierte Kriterien.

Hier gibt es das bekannte jährliche Ranking zur Lebensqualität in Großstädten weltweit einschliesslich Erläuterungen zum Maßstab der Bemesssung anhand zahlreicher Faktoren.
http://www.imercer.com/products/2014/qu ... iving.aspx

Die russischen Städte rangieren stets im unteren Bereich der Bandbreite. Geringe Lebensqualität in russischen Städten darf man damit getrost als wissenschaftlich erwiesen ansehen. Gegenteilige Studien sind mir jedenfalls nicht bekannt.

Die schlechte Lebensqualität in Russland bezüglich der Belange, die die Mehrheit der Bevölkerung trifft, hat ja im Übrigen Medvediev selbst höchst persönlich noch in 2013 laut RIa Novostiausgeführt. Mir ist nicht bekannt, dass sich da seitdem was signifikant verbessert hätte, im Gegenteil:
Die russische Wirtschaft ist laut Russlands Premier Dmitri Medwedew international wenig konkurrenzfähig, weil sie sich größtenteils auf überhöhte Preise und eine schwache technologische Entwicklung stützt.
Die Konkurrenz müsse „in solchen Branchen gefördert werden, die die Belange der Mehrheit unserer Bevölkerung betreffen, denn es handelt sich um die Lebensqualität“, sagte Medwedew am Donnerstag in einer Regierungssitzung.
„Ich meine damit die Wohnungs- und Kommunalwirtschaft, den öffentlichen Verkehr, Kommunikationsleistungen, die medizinische Betreuung sowie eine Reihe anderer Bereiche“, so Medwedew.

siehe auch hier:
http://www.themoscowtimes.com/business/ ... 85489.html

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 03 Dez 2014, 19:39
von Berlino10
kamensky hat geschrieben:...und materielle Lebensqualität. Zweites beeinflusst und erarbeitet man sich eher selbst .
sorry, das ist mit Verlaub gesagt, westlich, neoliberaler Blödsinn bzw. gilt nur für max. eine Hälfte der Gesellschaft, sofern sie überhaupt Bildungs- und Entwicklungschancen bekommt.
kamensky hat geschrieben: natürlich spielen jedoch die immateriellen Faktoren (Infrastruktur, Bildungssystem usw.) ein Kontext um die materielle Lebensqualität zu verbessern. .
ja, natürlich lebe ich auch viel lieber im Westen, mit den von Euch erwähnten Vorzügen, indiv. Freiheiten, vernünftige Rechtssicherheit ...
noch lieber aber in einer funktionierenden Demokratie, mit freier Presse und Sozialer Marktwirtschaft mit gesamtgesellschaftlich vernünftigem Ausgleich

Erstens haben wir in DEU noch eine einigermassen vernünftige Situation ... wenn auch mit stark fallender Tendenz ...
Und zweitens leben aber 1/3 in den USA und in Südeuropa bereits in einer Situation, deren materieller Notlagen sie jede indiv. Freiheit beraubt.
Und drittens ist doch die Frage, ob sich randländer durch West-Integration besser stellen oder nicht nur ausgeplündert werden von den eigenen und ausländischen Oligarchen.

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 03 Dez 2014, 19:47
von kamensky
Berlino10 hat geschrieben:
kamensky hat geschrieben:...und materielle Lebensqualität. Zweites beeinflusst und erarbeitet man sich eher selbst .
sorry, das ist mit Verlaub gesagt, westlich, neoliberaler Blödsinn bzw. gilt nur für max. eine Hälfte der Gesellschaft, sofern sie überhaupt Bildungs- und Entwicklungschancen bekommt.
kamensky hat geschrieben: natürlich spielen jedoch die immateriellen Faktoren (Infrastruktur, Bildungssystem usw.) ein Kontext um die materielle Lebensqualität zu verbessern. .
ja, natürlich lebe ich auch viel lieber im Westen, mit den von Euch erwähnten Vorzügen, indiv. Freiheiten, vernünftige Rechtssicherheit ...
noch lieber aber in einer funktionierenden Demokratie, mit freier Presse und Sozialer Marktwirtschaft mit gesamtgesellschaftlich vernünftigem Ausgleich

Erstens haben wir in DEU noch eine einigermassen vernünftige Situation ... wenn auch mit stark fallender Tendenz ...
Und zweitens leben aber 1/3 in den USA und in Südeuropa bereits in einer Situation, deren materieller Notlagen sie jede indiv. Freiheit beraubt.
Und drittens ist doch die Frage, ob sich randländer durch West-Integration besser stellen oder nicht nur ausgeplündert werden von den eigenen und ausländischen Oligarchen.
sofern sie überhaupt Bildungs- und Entwicklungschancen bekommt.
Das ist ja dann eben ein wichtiger Faktor der, oder einer Regierung.

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 03 Dez 2014, 20:23
von Berlino10
kamensky hat geschrieben: sofern sie überhaupt Bildungs- und Entwicklungschancen bekommt....
Das ist ja dann eben ein wichtiger Faktor der, oder einer Regierung.
Tagesschau Weiter kaum Aufstiegschancen
OECD-Bildungsstudie zu Deutschland - Stand: 09.09.2014 16:12 Uhr
Die OECD verweist darauf, dass in Deutschland der Bildungserfolg eines jungen Menschen nach wie vor eng an seine soziale Herkunft gekoppelt ist, so stark wie in kaum einem anderen Industriestaat. "Gerade für Schüler aus sozial schwachen Familien bleibt das Versprechen Aufstieg durch Bildung häufig in weiter Ferne", kritisierte der Leiter der deutschen OECD-Büros, Heino von Meyer.
Auch die Aufstiegsmöglichkeiten sind in Deutschland im internationalen Vergleich schlecht: Mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller Erwachsenen zwischen 25 und 64 Jahren hat der Untersuchung zufolge den gleichen formalen Bildungsabschluss wie ihre Eltern, nur knapp ein Viertel (24 Prozent) ist besser ausgebildet. 18 Prozent bleiben demnach sogar hinter den Qualifikationen ihrer Eltern zurück.
Und das wird immer schlimmer statt besser:
Unter den jungen Erwachsenen bis 34 Jahren haben sogar 24 Prozent einen niedrigeren Abschluss, lediglich 19 Prozent sind höher gebildet als ihre Eltern.
Die ZEIT Das Elternhaus entscheidet doch!
Eine neue Studie offenbart ein unterschätztes Problem: Die Aufstiegschancen in Deutschland hängen weit stärker von der Herkunft ab als gedacht.
In Deutschland zählt nicht, was du kannst, sondern wo du herkommst, und zwar mehr als in anderen Staaten.
Die WELT In Deutschland bleibt Chancengleichheit ein Traum
Deutschland steht (wie die USA) beim Thema Aufstiegschancen am unteren Ende der Skala. Hierzulande wird die Zukunft noch immer maßgeblich von Herkunft und Elternhaus geprägt. Viel besser macht das Skandinavien.

Bild

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Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 03 Dez 2014, 20:43
von kamensky
@Berlino10

Solche Statistiken sind nur indirekt zu betrachten, denn überlege dir einmal die Erhebung. Bsp: Spanien hat eine grosse Anzahl von Nordafrikanischen Hilfskräften, Asylanten welche teilweise auch noch die Familien nachgezogen haben. Da die meisten nordafrikanischen Staaten, grundsätzlich ein ganz anderes Grundschulwesen haben und auch eine andere Muttersprache. Doch sicherlich haben auch obengenannte das Recht und Anspruch auf Ausbildung. Exakt du als "Berliner" solltest doch die Probleme kennen, welche an den Schulen in Neu Köln herrschen, wo viele Elternteile so gut, wie gar kein Wort der deutschen Sprache verstehen, ausgenommen "Ferien, Sozialgeld- bzw. Leistungen usw." ;)

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 03 Dez 2014, 21:33
von Berlino10
Was willst du damit sagen? Ausser, dass andere Staaten ihre Migrations-Probleme besser lösen?
Dass in Spanien mehr Migrations-Kinder studieren können?
Und unsere Migrations-Probleme sind auch nicht neu. Und in den 70/80ern sah es bei uns noch ganz anders aus. Auch in Neukölln.

DEU ist asozialer geworden, auch für die, in DEU Geborenen.

Das siehst du in den erwähnten Zahlen des DIW ... Jüngere verschlechtern sich mittlerweile sogar in ihrer Bildung gegenüber ihren Eltern.
Unser Bildungssystem wurde wieder monetärer, elitärer, weniger durchlässig von 1:3 verschlechtert auf 1:9 - etwa im Verhältnis Abitur ohne bzw mit Eltern-Abitur u.v.m.

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 03 Dez 2014, 21:53
von kamensky
Berlino10 hat geschrieben:Was willst du damit sagen? Ausser, dass andere Staaten ihre Migrations-Probleme besser lösen?
Dass in Spanien mehr Migrations-Kinder studieren können?
Und unsere Migrations-Probleme sind auch nicht neu. Und in den 70/80ern sah es bei uns noch ganz anders aus. Auch in Neukölln.

DEU ist asozialer geworden, auch für die, in DEU Geborenen.

Das siehst du in den erwähnten Zahlen des DIW ... Jüngere verschlechtern sich mittlerweile sogar in ihrer Bildung gegenüber ihren Eltern.
Unser Bildungssystem wurde wieder monetärer, elitärer, weniger durchlässig von 1:3 verschlechtert auf 1:9 - etwa im Verhältnis Abitur ohne bzw mit Eltern-Abitur u.v.m.
Ich sage damit, dass es vielfach an der Integration der Eltern, allenfalls auch an den Jugendlichen selbst liegt.

Bsp. Beziehe ich mich auf die Realität in der CH, so ist ganz offensichtlich zu erkennen, dass sich Migrationskinder von tamilischen Familien eher selten zu den "schlechter Ausgebildeten" zählen, desgleichen auch in den 70/80 Jahren die Südkoreaner. Hingegen ist es die Tatsache, dass Elten und deren Nachkommen aus verschiedenen Staaten von Ex Jugoslawien in die vorgenannte Kategorie fallen und zu finden sind. Dies bestätigt auch die Statistik aller RAV`s (Arbeitsämter) der Schweiz, wie auch die Sozialämter und die Invalidenversicherung. Fehlende Integration, oder wie du es nennst "schlechtere Ausbildung" hat zumindest in der CH Nichts mit der familiär monetären Situation zu tun.

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 03 Dez 2014, 22:18
von Berlino10
Du leugnest bzw. nihilierst also - die selbst von der neoliberalen Presse verbreiteten Tatsache -
dass Bildungs- und Berufs-Chancen in DEU wieder viel, viel mehr von der Herkunft/Geldbeutel der Eltern abhängen?