http://www.welt.de/kultur/article137779 ... egern.html
Passt irgendwie so gar nicht mit der Mär von den US-gesteuerten Medien zusammen....Sie befürchte, sagte Atai, in ihrer täglichen Arbeit von der "Inszenierungs-Maschine des Kreml" überrollt zu werden. Konkret folgen auf russlandkritische Berichte in vielen deutschen Medien massive Beschwerden, in der Regel per E-Mail oder in Sozialen Medien. Atai sagte in einem Interview mit dem "Medium Magazin": "Leider war der Ton meist etwas wirr, aggressiv, emotional, manchmal vulgär. Ich bekam auch Todesdrohungen. Auffällig war: immer wenn wir aus Kiew berichteten, kamen besonders massive Attacken." Die Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen" spricht von "Massenagitation durch Hörerpost und Leserbrief".
Der Druck, der unter anderem auf deutsche Medien bzw. Journalisten ausgeübt werde, bleibe nach den Erfahrungen von Golineh Atai nicht ohne Folgen. Sie habe Angst, aus der Ostukraine zu berichten, bekannte sie in Berlin. "Aber eine noch größere Angst habe ich, wenn ich sehe, wie die Angst, die Zweifel, die Beschwerden, die Anfeindungen uns verändern, und wie die Kollegen nicht wahrnehmen, dass jemand mit ihren Ängsten spielt." Jeden Tag, so Atai, höre sie aus ihrer Redaktion in Deutschland, sie solle bestimmte Formulierungen lieber vermeiden. Sonst würden unmittelbar Programmbeschwerden eingehen.

