bella_b33 hat geschrieben:
Dopt nun ganz Russland oder nicht?
Bestimmt nicht ganz Russland. Bestimmt auch nicht alle Sportler. Aber hier tut sich einfach ein grundlegendes Problem auf, welches auch für China oder Kasachstan und andere Länder gilt.
Ich finde es natürlich auch ungerecht, wenn jetzt Sportler dafür bestraft werden sollen, daß ihre Vorgänger laufende Anabolikacocktails waren. Aber wie soll denn bitteschön eine gerechte Lösung aussehen. Doping freigeben, weil es ja doch die meisten machen? Den Sieger feiern, der die besten Verbindungen zu Pharmalaboren hat? Alles ignorieren und so tun als wäre nichts passiert?
Das Problem sind doch nicht die russischen Sportler, sondern das System. Während vor allem in westlichen Ländern die Sportler von Verbänden geschickt werden, welche nicht Ableger des Staates sind, oder ggf auch auf eigene Rechnung Leistungen erbringen, indem sie Trainer, Ärzte und Manager selbst von ihren Preisgelder und Werbeeinnahmen finanzieren, steht doch in Russland oder den anderen genannten Ländern der Staat dahinter und über allem, der für alles (Betreuer, Medizin, Sportstätten und Ausrüstung) sorgt, und im Gegenzug dann Erfolge sehen möchte Wenn nun erstere des Dopings überführt werden, kann man gezielt den Sportler oder vielleicht auch den Verband sperren. Dies geht aber im zweiten Fall nur, indem man das ganze Land von der Teilnnahme ausschließt. Oder man müßte (blauäugig nachgedacht) verlangen, dass alle, die in diesem System Verantwortung trugen oder eventuell von Doping Kenntnis hatten, unverzüglich zurücktreten und nie mehr ein solches Amt begleiten dürften. Dies würde dann aber konsequent angewendet nicht nur die Sportler, Ärzte und Trainer treffen, sondern auch die jeweiligen Minister und eventuell Präsidenten.
Das Problem ist doch noch viel umfassender. Sportliche Wettkämpfe sollen im eigentlichen Sinn doch dem Vergleich und Wettbewerb der Sportler untereinander dienen. Dies ist im Golf, im Tennis oder beim Schach ja in Ansätzen durchaus noch erkennbar. Wenn bei einem Golfturnier z.B. Tiger-Woods gewinnt, dann hat diesen Kurs auch Tiger-Woods als Golfspieler gewonnen und nicht Amerika. Oder im Tennis hat Serena Williams als Tennisspielerin gewonnen und nicht Amerika, weil sie nun mal diesen Pass hat. Ich denke auch nicht, dass diese beiden Sportler zum Beispiel irgend eine Unterstützung durch den amerikanischen Staat erhalten. Wenn bei diesen nun verbotene Substanzen festgestellt würden, dann würden halt Tiger-Woods oder Serene Williams gesperrt, und wahrscheinlich auch die von diesen Sportler angestellten Ärzte oder Manager angeklagt. Aber niemand käme auf die Idee, dafür den amerikanischen Staat verantwortlich zu machen. Dies kann man auch am Fall Scharapova sehen. Sie wurde des Dopings überfphrt und gesperrt. Aber niemand hat doch damals ernsthaft verlangt, den russischen Tennisverband oder andere russische Tennisspielerinnen zu sperren.
Wenn aber nun der Vorwurf erhaben wird, daß in Russland zumindest mal mit Duldung stattlicher Stellen gedopt wurde, kawäre es ungerecht, Sportler zu sperren und dieses System weitermachen zu lassen. Denn für die gesperrten Sportler rücken doch andere nach, welche dann auch diesem Druck (ihr müßt Medaillen und Siege zum Ruhm unseres Landes holen) und den Forderungen und "Hilfsmitteln" der Funktionäre ausgeliefert wären.
ich gehe mal davon aus (wie bereits früher einmal geschrieben), das den Sportlern doch noch die Möglichkeit gegeben wird, zu starten. Voraussetzung dürfte dann sein, das ein negativer Dopingtest eines neutralen Labors aus einem anderen Land vorliegt, in der Vergangenheit keine Auffälligkeiten waren, und der Start unter der olympischen Flagge oder neutral, aber nicht im Namen und mit der Flagge Russlands, erfolgt. Dann wäre auch der olympische Gedanke wieder da, das die Spiele dazu dienen, daß sich die Jugennd der Welt in ihren Leistungen mißt, und nicht die Nationalisten und Faschisten indem sie den Medaillenspiegel mit dem Länderranking über die Leistung der einzelnen Sportler stellen.