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Re: Krieg/ Geogien/ Ossetien

Verfasst: 14 Aug 2008, 12:21
von Zejtnot
Bei spiegel.de wird ja die Zahl 2000 deutlich angezweifelt.

Re: Krieg/ Geogien/ Ossetien

Verfasst: 14 Aug 2008, 13:04
von CSB_Wolf
@ Dietrich

Die Georgier haben die Stadt bei ihrem Angriff ja fast platt gemacht und zwar nicht nur mit einigen Granaten sondern mit denen: http://de.wikipedia.org/wiki/BM-21. Das da kein Stein mehr richtig steht verwundert mich nicht. Natürlich muss jetzt sofort Humanitäre Hilfe kommen, aber sicher nicht durch die US-Navy oder die Airforce, sondern durch neutrale und zwar auf beiden Seiten und nicht nur Georgien.

Gruss
wolf

Re: Krieg/ Geogien/ Ossetien

Verfasst: 14 Aug 2008, 13:53
von Kundun
Ausländische Söldner dürften kein Gerücht sein:
Zitat:
Südossetienkrieg: Für Georgien kämpften ausländische Söldner 12:43 | 14/ 08/ 2008
ZCHINWALI, 14. August (RIA Novosti). Das Ermittlungskomitee der russischen Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass an der georgischen Offensive gegen Südossetien neben georgischen Soldaten auch ausländische Söldner teilnahmen.
Der Assistent des Komiteevorsitzenden, Igor Komissarow, konnte am Donnerstag gegenüber RIA Novosti aber nicht mitteilen, aus welchen Ländern diese Söldner stammen.
Quelle: http://de.rian.ru/safety/20080814/116031767.html

Ich vermute mal, über die Identität wird man zu gegebener Zeit berichten, wenn es in das taktische Kalkül paßt.
(dunkelhäutige Soldaten soll es auch bei GWB geben, sagt man.....und von denen waren ja derzeit ca. 1000 in Georgien beim "Militär-helfen", mal so rum quergedacht.....) :idea:

Gruß
Kundun

Re: Krieg/ Geogien/ Ossetien

Verfasst: 14 Aug 2008, 14:23
von Dietrich
Soeldner sind Soeldner. Welche Nationalitaet die dann haben ist doch wohl eher nebensaechlich. Oder?

ZUm Thema 2000 Tote:
"Wir hatten zwei Tage nichts zu essen, und nur dreihundert Schuss Munition pro Mann. Das ist lächerlich wenig", sagt ein georgischer Leutnant, der als Wachmann in Tiflis arbeitet und seinen Namen mit George angibt. Sein Bataillon war an den Kämpfen in Zchinwali - der Hauptstadt Südossetiens - beteiligt. Die Stadt habe er am Sonntag völlig zerstört gesehen, allerdings vor allem durch die russische Luftwaffe. Marodeure habe es da noch keine gegeben. In seinem Bataillon sei niemand getötet worden. Dass die Russen in Gori stehen, nimmt George ihnen erstaunlicher Weise nicht übel: "Sollen sie doch! Hauptsache, das sind keine Amerikaner!" Die Enttäuschung über den Proamerikaner Saakaschwili verschont auch die USA nicht. Wie viele Opfer die Kämpfe gefordert haben, ist unklar. Russische Schätzungen von 2 000 toten Zivilisten in Südossetien sind nicht mit den Angaben aus dortigen Kliniken zu vereinen und vermutlich weit überhöht. Der russische Generalstab bezifferte die Verluste der Truppen auf 74 Tote. Der georgische Gesundheitsminister nannte als Zahl für die georgischen Opfer 175 Tote, die georgischen Dörfer Südossetiens nicht eingerechnet.
(von http://www.berlinonline.de/berliner-zei ... index.html)

Re: Krieg/ Geogien/ Ossetien

Verfasst: 14 Aug 2008, 14:30
von harald63
Etwas hemdsärmelig, aber ganz gut:

http://www.spreeblick.com/2008/08/13/kaukasus/

Es ist nicht zu fassen

Verfasst: 14 Aug 2008, 15:11
von Zeppelin
soeben in den 13:00-Nachrichten in Berlin:
Beim aktuellen EU-Krisengipfel zum Kaukasus sollen ausgerechnet mal wieder die Briten gefordert haben: "Die USA und die EU müssten gemeinsam..." (genauen Wortlaut habe ich nicht aufgezeichnet, aber es ging in die Richtung 'Russland kontrollieren')

Das ist eine weitere klare Absage der Briten an die Souveränität der EU und deren bisherige Leistungen als Vermittler. Wer die USA da mit ins Boot holen will, sieht offenbar nicht, was auf dem Spiel steht.

Re: Krieg/ Geogien/ Ossetien

Verfasst: 14 Aug 2008, 15:20
von harald63
Die Briten sind sowieso nur in der EU drin, um den Laden von innen aufzumischen, nachdem es von aussen nicht geklappt hat...

Re: Krieg/ Geogien/ Ossetien

Verfasst: 14 Aug 2008, 15:22
von Dietrich
Die Russen machen es dem Westen aber auch mal wieder leicht, sie nicht zu moegen:
Russen riegeln Gori ab ( http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 76,00.html )

Re: Krieg/ Geogien/ Ossetien

Verfasst: 14 Aug 2008, 18:14
von Bephep
harald63
Die Briten sind sowieso nur in der EU drin, um den Laden von innen aufzumischen, nachdem es von aussen nicht geklappt hat...
Glaube ich auch.
Dieser Konflikt kann die EU in Schwierigkeiten bringen.Gut das Frankreich den EU Vorsitz hat,wenn die Polen den Vorsitz haetten ,es waere eine Katastrophe.

Re: Krieg/ Geogien/ Ossetien

Verfasst: 14 Aug 2008, 22:30
von Xottabych
Wie jedes mal, wenn es um die russische Politik in Bezug auf das "nahe Ausland" geht, kommt mir, mit Verlaub, schier das kalte Kotzen. Ist man nicht gestraft mit einem Nachbarn, der bei jeder Gelegenheit seinen Weltmachtanspruch demonstrieren muss?! Russland ignoriert bei Georgien (und den meisten anderen angrenzenden Staaten der ehem. UdSSR) Souveränitätsrechte und schürt Konflikte überall dort, wo es eine ethnische russische Minderheit gibt.

In Georgien, genauso wie in Transnistrien gäbe es - wahrscheinlich - gar keinen Konflikt, wenn Russland für "seine" Leute nicht ständig Sonderregelungen einfordern würde. Genauso wenig gäbe es eine amerikanische Präsenz in angrenzenden Staaten, weil ein partnerschaftlicher Umgang mit Russland für die betroffenen Staaten und deren Menschen angenehmer und anstrebenswerter wäre, da respektvoll, fair und friedlich. Es ist doch völlig klar, dass man sich als Georgien seine Verbündeten suchen muss, um nicht der Willkür des geltungssüchtigen großen Nachbarn ausgeliefert zu sein.

Die detaillierten Diskussionen darum, wer hier genau was verbrochen hat, über amerikanisches Radar, NATO, Saak-Rhetorik etc. halte ich für nebensächlich. Sie lenken vom Kern der Sache ab - dem russischen Anspruchsdenken gegenüber dem nahen Ausland.

Natürlich können die in Südossetien (Estland, Lettland, Transnistrien...) lebenden Russen auch nichts dafür, plötzlich zu einer Minderheit im einem fremden Land geworden zu sein, und selbstverständlich muss verurteilt werden, wenn die georgische Regierung versucht haben sollte, ethnische Säuberungen vorzunehmen; andererseits ist eine bittere Erkenntnis der Geschichte Europas: Schmeiße problematische Minderheiten aus dem Land, dann hast Du später Frieden. Ich wage einmal zu spekulieren, dass es eine osterweiterte EU mit Deutschland heutzutage nicht gäbe, hätte man die deutschen nicht aus Osteuropa vertrieben.

Dass praktisch alle Menschen aus der ehem. Sowjetunion sich auf persönlicher Ebene brüderlich nahe stehen, habe ich in Deutschland übrigens -zig mal beobachten können. Warum geht das auf staatlicher Ebene nicht? Man frage einmal Politilker in ihrem fernen moskauer Elfenbeinturm, die sich so gerne ihrer ach-so-tollen Geschichtskenntnisse rühmen und sich geistig selbstbefriedigen, wenn sie an das große stolze Russland denken. Und schönen Dank auch Saak, der sich anscheinend mehr für sein Prestige, als für seine Bürger interessiert.