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Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 04 Mär 2009, 20:59
von GIN
Sibirier hat geschrieben:Hauptschule hat als Ziel den Hauptschulabschluss. Es gibt nämlich viele schon in DE, die keinen Schulabschluss haben. Mit dem Hauptschulabschluss kann man auch heute in einigen Bundesländern (vielleicht auch allen) die mittlere Reife erlangen. Mit dieser kann man dann eine Ausbildung machen (meist handwerkliche Berufe) oder an Fachschulen, Gymnasium etc. weiter machen. Bis hin zum Professor. Stichwort: 2. Bildungsweg.
Es ist nur Schade, dass die Hauptschulen so an die Ausländerintregration, mittellosen Eltern leiden. Es gab mal früher eine Tendenz, dass Hauptschüler in manchen Berufen (Elektriker usw.) bevorzugt waren..... Aber das ist lange her....
Auch in Hessen konnte die mittlere Reife gemacht werden also die 10 Klasse.. im Grunde ist aber der Ansatz.. wieso dann nicht gleich 10 Klassen und damit diesen Realabschluss..
Dann zur Ausbildung.. Es gab keinen in unserer Klasse der eine Ausbildungsstelle gefunden hatte und alle (genau wie ich) sind dann in Projekte gekommen.. Berufsgrundbildungsjahr,Berufsvorbereitungsjahr oder halt wie ich in ein Projekt der ehemaligen Hoechst AG. Berufserfahrungsjahr.. mit dem Ziel die Hauptschüler auf eine Ausbildung vorzubereiten.. Im Grunde ist jeder von uns so auf 10 Jahre gekommen.
Dann der zweite Bildungsweg.. .. es wurde einem es sehr schwer gemacht. Ohne Ausbildung ging es nicht an die Abendgymnasien.. unter 19 Jahren ging es auch nicht.. ohne 3 Jahren berufliche Tätigkeit ging es auch nicht und wenn jemand das Glück nicht hatte nach der BGJ oder nach der BVJ eine Lehrstelle zu finden oder einen Job zu machen.. der konnte dann auch nicht auf ein Abendgymnasium..
Dann gab es natürlich die Möglichkeit der Fachoberschulen..(BGj/BVJ/höhere Schule/Fachoberschule) und wer dort das Fachabitur gepackt hatte konnte auch auf eine Fachhochschule (nach 14 Jahren Schule) und wie jeder der international Arbeitet weiss was für eine Mogelpackung das FH Diplom ist.. zum einen bekommt man dort eine sehr gute Ausbildung zum anderen wird mann dann in internationalen Firmen so gut wie nie in eine bessere Position kommen. Jeder soll mal selber in den Ausschreiben von Novartis und Co.. schauen.. und da gibts kaum eine Kaderstelle für FH und Co.. Hier liegt wieder ein Ei im hessischen Bildungssystem.. das muss alles weg!!! Hauptschule weg.. und die FH-Hochschulen in Universitäten verwandelt werden oder es zwingt weiter Leute auszuwandern oder erst mit 30 ins Berufsleben zu starten.
Ich sehe hier nicht Russland als Beispiel.. ich kenne das System zu wenig aber sehe im internationalen Wettbewerb andere Staaten die weniger Probleme zu haben schein. Deutschland kann es sich nicht Leisten die wenigen jungen Menschen ihren sozialen Schichten zu überlassen. Volkswirtschaftlich erlebt doch Deutschland einen riesigen Schaden Menschen nicht in die höhere Bildung zu bekommen und auch noch Hochschulabsolventen an das Ausland zu verlieren. Ist doch kein Geheimnis das gerade in meinem Fachbereich oder Mediziner ins Ausland abhauen und Staaten wie die Schweiz dafür noch Danke sagen.
Hier muss viel geändert werden oder Deutschland passiert das gleiche wie der ehemailgen SU.. "BrainDrain"
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 04 Mär 2009, 22:12
von Zeppelin
Sibirier hat geschrieben:... Es gab mal früher eine Tendenz, dass Hauptschüler in manchen Berufen (Elektriker usw.) bevorzugt waren..... Aber das ist lange her....
Tja, da hat man denen offenbar noch zugetraut, das Ohmsche Gesetz zu verstehen, einen Leitungsquerschnitt schätzen zu können und eine Schalttafel korrekt zu beschriften.
Und von dem Bewerber für eine Metzgerausbildung muss man ja wohl erwarten dürfen, dass er das Rezept für eine Wurstsorte lesen, dieses verstehen und zumindest die Zutaten entsprechend abwiegen zu können.
Aber leider sind nach meinen zahllosen Erfahrungen aus Vorstellungsgesprächen (welche auch viele andere machen müssen) nicht mal in der Lage, sowas prozentual umzurechnen, wenn man dann halt mal mehr oder weniger Wurst herstellen muss.
(Ob Realschulabsolventen oder auch Abiturienten dazu heute problemlos fähig wären, würde ich auch nicht pauschal entscheiden wollen, sondern von einem Eignungsgespräch abhängig machen.)
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 05 Mär 2009, 01:48
von Axel Henrich
Naila hat geschrieben:2 Jungs, Rußlanddeutsche,[...] In ihren Gesichtern konnte man lesen: "Wenn man aus Rußland kommt, landet man also als Erwachsener nicht automatisch auf dem Müll, man kann auch Lehrerin werden".
Wie Jurij schon schrieb waren Italiener und Tuerken zumindest in der ehemaligen BRD schon besser integriert. Zumindest sind es die Kinder und Kindeskinder der urspruenglich Zugereisten und das waren damals z.B. fuer die Autoindustrie auch nicht wenige - aber Sie wurden gebraucht und damit auch irgendwie akzeptiert.
Auch heuer und vor allem demographisch gesehen brauchen wir gut ausgebildete Fachkraefte auch aus dem Ausland.
Die in den letzten Jahren aus dem Ausland eingereisten sind nun aber meist politsich-, oder wie im Fall von z.B. Russlanddeutschen historisch bedingt.
Das problematische bei den Russlanddeutschen ist halt oftmals, dass nicht nur Babulja und Dedulja, sondern auch die Kinder aufschlugen und diese mit einem ausgepraegtem Anspruchsdenken gepaart mit mangelndem Integrationswillen.
Der Gedanke, dass man atomatisch auf dem Muell landet, wenn man aus Russland kommt, ist natuerlich Quatsch, das haben die Meisten ja auch bewiesen.
Wer sich auf der sozialen Haengematte ausruht und wartet bis gesagt wird was zu machen ist, was ja z.T. auch irgendwie historisch bedingt ist, wird natuerlich immer Probleme mit der Integration, aber auch mit der Akzeptanz in der neuen Heimat haben - das widerum ist aber von Deutschland unabhaengig.
J.Eckel hat geschrieben:Wozu ist die Hauptschule da? einen schulischen Auftrag.. also einen Lehrauftrag scheint sie ja zu haben.. aber was ist das Ziel?
Also die Wiki sagt u.a. zum Bildungsauftrag der Hs:
"Der Unterricht der Hauptschule zielt auf die Berufsreife der Schüler, er ist sehr stark praxisbezogen, handlungs- und methodenorientiert, ohne aber auf Wissenschaftsorientierung zu verzichten. [...] Neben der Vermittlung von schulfachlichen Inhalten soll den Jugendlichen insbesondere die Problematik der Berufsorientierung in ihrer inhaltlichen Spannbreite als lebenslanger Handlungs- und Entscheidungsprozess vermittelt werden."
Jurij, Bandbreitenmaessig heuer zwar nicht mehr unbedingt ein Problem, aber einen
kompletten Artikel zu quoten ist in den meisten Faellen unnoetig.
-ah-
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 05 Mär 2009, 14:00
von bella_b33
Eins verstehe ich nicht ganz, eigentlich hing es doch von den Noten ab, ob man nach der 4. aufs Gymnasium, die Realschule oder Hauptschule geht, oder wird das neuerdings nach Nationalitäten entschieden. Meiner Meinung nach nicht..., wir hatten sogar deutsche Jugendliche auf dem Gymnasium die es nicht gepackt haben obwohl die Eltern beide Doktoren waren, also mit Familienstammbaum braucht keiner zu kommen

, es geht doch eigentlich um das Notenbild jedes Kindes, egal ob russisch oder deutsch, richtig?
Gruß
Silvio
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 05 Mär 2009, 14:14
von Sibirier
Auf welche Schule das Kind geht, entscheiden letztendlich die Eltern. Die Lehrer sprechen in der 4. Klasse empfehlungen aus. Also, was sie raten. Danach können die Eltern entscheiden. Ich habe z. B. bei meiner Tochter gehört, dass viele Kinder Realschulempfehlung hatten, aber die Eltern sie trotzdem auf's Gym geschickt haben....
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 05 Mär 2009, 15:48
von harald63
Kommt aufs Bundesland an. In BaWü gibt es eine sog. Grundschulempfehlung, die aber wesentlich mehr Zwang enthält als der Name suggeriert. Will man sein Kind "upgraden", ist das ein ziemliches Prozedere, mit Prüfungen u.ä.
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 05 Mär 2009, 16:59
von Axel Henrich
Sibirier hat geschrieben:viele Kinder Realschulempfehlung hatten, aber die Eltern sie trotzdem auf's Gym geschickt haben....
... kann gut gehen, aber wenn nicht wird es fuer das Kind richtig doof.
Wechseln konnte man AFAIR aber bis zur 7. Klasse (?), wenn die Krabbe in der 4. also noch ein "Wackelkandidat" ist, koennte man ja noch warten.
-ah-
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 05 Mär 2009, 17:13
von Sibirier
Nur die hatten's auf Gym wirklich schwer. Es gibt welche, die haben's geschafft. Aber bei vielen war die Empfehlung schon richtig und wechselten innerhalb den nächsten 2 Jahre auf die Real....
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 05 Mär 2009, 18:16
von Zeppelin
Axel Henrich hat geschrieben:... kann gut gehen, aber wenn nicht wird es fuer das Kind richtig doof.
Ja, leider wird es von den Kindern, wie auch von der Gesellschaft oft als Versagen angesehen, wenn mit der Zeit klar wird, dass die Latte des Abis doch zu hoch hängt.
Wechseln konnte man AFAIR aber bis zur 7. Klasse (?), wenn die Krabbe in der 4. also noch ein "Wackelkandidat" ist, koennte man ja noch warten.
Das ist auch wieder Ländersache.
Fraglich dabei ist auch, ob man Kinder eher zu früh oder zu spät ins Gym. schickt.
Einerseits könnten jüngere Kinder noch nicht weit genug sein und wären dann auf dem Gym. potenziell überfordert, so dass sie gleich hinschmeißen.
Andererseits frage ich mich, wie die späten Wechsler den Vorlauf noch aufholen wollen - es sei denn es gäbe spezielle Klassen für sie, in denen alle annähernd auf dem gleichen Level einsteigen.
Mir hätte nach der vierten Klasse vermutlich niemand - incl. mir selbst - zugetraut oder die Empfehlung für's Abi gegeben. Meine Eltern hätten die Entscheidung sich auch kaum treffen können oder wollen.
Der sprichwörtliche 'Knoten' platzte bei mir erst deutlich später, was aber unter den sehr viel anderen Bedingungen des Bildungssystems in der Ex-DDR kein Hindernis war.
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 05 Mär 2009, 18:23
von Sibirier
In Niedersachsen konnte man nur nach Abschluss der 4. oder 5. Klasse wechseln und ich meine (weiss ich aber nicht genau), diejenigen die von der 5. Klasse auf's Gym gingen, wiederholten auf dem Gym die 5. Klasse. Sie waren dadurch 1 Jahr länger zur Schule gegangen. In der 7. Klasse konnte man nicht mehr wechseln.