Re: Urteile Timoschenko / Chodorkovskij / Begnadigungsrecht
Verfasst: 01 Dez 2011, 01:29
bestimmt ZufallKultgrieche hat geschrieben:Am lautesten wird dort nach Menschenrechten posaunt, wo es Öl gibt.
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bestimmt ZufallKultgrieche hat geschrieben:Am lautesten wird dort nach Menschenrechten posaunt, wo es Öl gibt.
Du meinst weil das EGMR schon halbwegs klar gemacht hat, dass der Versuch (nicht nur) westlicher Medien, Chodorkowski als Menschenrechtler und Held dazustellen, nicht gerechtfertigt und ganz klar nur politisch motiviert ist? Da haste wohl recht, denn bei einigen - man koennte auch sagen bei einigen "unwesentlichen" - Punkten bekam er Recht, aber die wesentlichen Punkte seiner Menschenrechtsbeschwerde wurden zurueck gewiesen, Chodorkowski ist also im Prinzip mit seiner Beschwerde in Straßburg gescheitert, weil sie in wesentlichen Punkten unbegruendet ist.Gunnar hat geschrieben:[Linie der Bundesregierung, aller anderen Mitteleuropäischen Länder sowie der Europäischen Union bei der Beurteilung der Chodorkowski Prozesse.] Denn von dort ist man in aller Regel eine sehr zurückhaltende Einschätzung gewöhnt. Die so offen und unisono erklärte Kritik an der mangelenden Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens sollte eigentlich bei allen Nachdenkllichkeit erzeugen.
Gunnar hat geschrieben:Ich bin sachlich, vertrete allerdings [...]
Ohne das jetzt zu hoch zu haengen, geht deine Sachlichkeit manchmal auch, z.B. mit dieser Unterstellung/Aussage, gegen Null! Wenn ich auch deine Aussagen zum Thema Willkuer/Korruption z.T. unterschreiben wuerde [*], braeuchte Putin/der Staat die Motivation zur Verurteilung Chodorkowskis doch gar nicht verschleiern, weil der eigentliche Grund fuer die Verurteilung voll gerechtfertigt ist. Ist denn diese vermeintlich politische Motivation ueberhaupt straffaehig?Ich bitte Euch! Der Mann (Putin) war beim KGB! Da dürfte es zum kleinen Einmaleins gehören, Hintergründe, Motivlagen und gezogene Strippen so zu verschleiern, dass deren Aufklärung für einen einzelnen nahezu unmöglich ist.
Eher Letzteres.Axel Henrich hat geschrieben:Andere Frage, wie geht es nach der Entlassung weiter mit Chodorkowski? Enteignung, Aberkennung der Staatsbuergerschaft und Ausweisung, oder ploetzliches Unwohlsein im Strassenkaffee ...
Ich weiss, dass dies nicht die alleinen Gründe sein können, aber trotzdem sollte man in dem Zusammenhang bedenken:Kultgrieche hat geschrieben:Am lautesten wird dort nach Menschenrechten posaunt, wo es Öl gibt.
Das denke ich auch, denn das wesentliche an einem Mordanschlag ist doch:Dietrich hat geschrieben: Er wird sich beim Versuch, einen angesehen russischen Geschäftsmann mit Hilfe von radioaktiven Elementen umzubringen, selbst vergiften.
Falscher Gedankenschluss.Dietrich hat geschrieben:Ich weiss, dass dies nicht die alleinen Gründe sein können, aber trotzdem sollte man in dem Zusammenhang bedenken:Kultgrieche hat geschrieben:Am lautesten wird dort nach Menschenrechten posaunt, wo es Öl gibt.
- Diese Länder sind auch immer Handelspartner des Westens und damit stärker im Focus der Regierungen und Wirtschaft. Gute und stabile wirtschaftliche Beziehungen zu solchen Ländern sind sehr wichtig.
- Diese Länder verfügen durch das Öl über viel Geld. Und da fällt es eben eher auf, dass dieser Reichtum die Masse der Leute nicht erreicht.
- Viele dieser Länder versuchen nach außen hin eine gewisse Stabilität und Rechtstaatlichkeit zu zeigen, damit sie als Handelspartner attraktiv sind. Aus diesem Grund ist es natürlich einfacher ,ihnen den Spiegel vor das Gesicht zu halten. Andere Länder erheben erst gar nicht den Anspruch, reagieren deshalb auch nicht auf diesbezügliche Forderungen. Siehe Weißrussland.
Natürlich spielen "finanzielle Interessen" des Westens auch eine Rolle (siehe Punkt 1), aber es "nur" darauf zu beziehen ist dann doch irgendwie zu billig. Zumal zum Beispiel Gaddafi ja ein stabiler Handelspartner war und jetzt das Libysche Öl wohl kaum billiger werden wird. Und über Enteignungen libyscher Förederstätten durch Amerikaner, Briten oder Franzosen habe ich bisher nichts gehört.
Dann wirst du mir diesen "vollen Zugriff" doch bestimmt am Beispiel von Libyen oder meinetwegen dem Irak oder so genauer erklären können.bauplan hat geschrieben:Falscher Gedankenschluss.
Es wird nach Menschenrechten gebrüllt, wenn man noch nicht den vollen Zugriff auf das Oel oder Gas hat. z.B. Irak, Iran auch Libyen u.U.
Wie läuft das mit dem "vollen Zugriff" in Saudi Arabien?bauplan hat geschrieben:Da wo der volle Zugriff gewährleistet wird gibts keinen Aufschrei.
Siehe z.B. Saudi Arabien. Oder ist das ein Hort der Menschenrechte?????
aber es "nur" darauf zu beziehen ist dann doch irgendwie zu billig
Saudi Arabien ist durch millitärische und wirtschaftliche Verquickung ein stabiler Partner.Dietrich hat geschrieben:
Dann wirst du mir diesen "vollen Zugriff" doch bestimmt am Beispiel von Libyen oder meinetwegen dem Irak oder so genauer erklären können.
Also wenn für dich "stabiler Partner" und "westliche Investoren" die "volle Kontrolle darstellen, warum hast du mir dann einen "falschen Gedankenschluss" vorgeworfen. Das war doch genau das, was ich geschrieben hatte.bauplan hat geschrieben:Saudi Arabien ist durch millitärische und wirtschaftliche Verquickung ein stabiler Partner.
Irak erst nach dem Einmarsch und in Libyen stehen westliche Investoren Schlange um dort die Oelförderung in die richtige Richtung zu lenken, denn russische Firmen hatten sich schon gut in Libyen festgesetzt um alle freien Vorräte dort aufzukaufen.
Für mich ist "Volle Kontrolle", dass den Staaten auf verschiedene Weise ( Wirtschaft, Millitär, etc. etc. ) klar gemacht wird, an wen sie ihr Oel zu verkaufen haben.Dietrich hat geschrieben:
"Volle Kontrolle" ist für mich was Anderes... das hört sich für mich so an, als wenn Libyen, Irak, etc. jetzt nicht mehr ihr Öl selbst verkaufen dürfen und außerdem alle Erträge direkt woanders hin überwiesen werden.