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Re: Übertragung der Wahlen per Webcam

Verfasst: 09 Mär 2012, 15:51
von Nikolaus
storona hat geschrieben: - Erster Kanal (Reichweite 86,2 Prozent der Bevölkerung Russlands; der Staat ist Mehrheitseigentümer)
- Rossija (79,1 Prozent; staatlich)
- NTW (60,8 Prozent; Mehrheitlich im Besitz der staatlich kontrollierten Gasprom-Media
- Radio Rossii (staatlich)
- Radio Majak (staatlich)
- Rossijskaja gaseta (Auflage 432 000, staatlich)
- Iswestija (landesweit 500 000, staatlich)
- Komsomolskaja Prawda (landesweit 1 900 000, gehört Wladimir Potanin, der wiederum gehört zu den russischen Oligarchen, die weder im Gefängnis sitzen noch ins Exil getrieben wurden)
- Kommersant (117 000, gehört Alischer Usmanow - ein dem Kreml nahe stehender Milliardär, Generaldirektor der Gazprom-Tochterfirma Gazprominvestholding, Mitbesitzer der Firma Metalloinvest
Solche nun wirklich extrem falschen Daten machen auch alles andere, was niemand so schnell ueberpruefen kann, suspekt: Es stimmt aktuell einfach nichts, beginnend mit der Reichweite ueber die Auflagen bis zu den Eigentuemern.
Uebrigens ist ja sattsam bekannt, dass das Internet mittlerweile mit dem Fernsehen fast gleichgezogen hat, hinsichtlich der Erreichbarkeit der russischen Buerger ... Und verglichen mit den Printmedien allemal.

Re: Übertragung der Wahlen per Webcam

Verfasst: 10 Mär 2012, 00:22
von Jurij
storona hat geschrieben:
Jurij hat geschrieben:
storona hat geschrieben:Es geht so: Menschen im Bus zu einem Wahllokal gefahren. Gehen rein, mischen sich unter anderen Wählern. Jeder hat im Bus einen Aufkleber oder Zettel bekommen, den er in seinem Pass drin hat. Kommt so ein "Wähler" zum Tisch, wo man sich ausweisen muss - zeigt er seinen Pass und zwar so, dass sein Gegenüber den Aufkleber sieht. Er bekommt einen Wahlzettel, wählt duweissschonwen und geht zurück in den Bus. Sind alle wieder da - ab zu einem anderen Wahllokal und alles beginnt von neuem. So können viele Menschen mehrmals "wählen". Natürlich müssen Mietglieder der Wahlkomission mitmachen. Manchmal ist es ein bestimmter Mitglied - dann werden die Karusselschiki im Bus informiert, zu wem sie gehen sollten.
Der Aufkleber soll also lediglich zeigen, dass man ein Karusselchik ist und zwar wird das dann einem Eingeweihten aus der Wahlkomission gezeigt? Und die Wahlbeobachter können nichts dagegen machen, oder wie?
Genau so. Die Wahlbeobachter können nicht alles sehen wo sie auch meistens eine Ecke bekommen von wo sie schlecht sehen können, das konnte man auf den Webcams gut sehen. Versuchen sie neben dem Tisch stehen und genauer hingucken, werden sie sehr oft rausgeschmissen "für die Störung des Wahlprozesses". Wenn sie bleiben dürfen: viele Menschen im Wahllokal, Schlangen, mehrere Komissionmitglieder vergeben Wahlzettel gleichzeitig. Du solltest mal selber versuchen zu beobachten - würdest sehen, dass es sehr schwierig ist. Es ist für die Karusselschiki unso leichter, weil die Wahlkomission meistens nichts dagegen hat, wenn auch nicht alle daran teilnehmen.

Jurij hat geschrieben:Und selbst wenn das systematisch funktionieren würde, glaube ich nicht, dass das irgendeinen großen Sinn hätte.
Mit Glauben hat das nix zu tun: Viele Menschen "wählen" mehrmals, Ergebnis - falsche Stimmen. Es ist ein Verbrechen, verdammt noch mal. Deine Mengenangaben sind irrelevant, das Gesetz wurde vorsetzlich gebrochen und fertig, egal wie oft.
Das ist ein privater Blog von einem Herrn Anatoly Karlin. Wer ist das und soll das etwa eine glaubwürdige Quelle sein? ???
storona hat geschrieben:Noch eine Art von Fälschungen: die Wahlkomission-Protokolle umschreiben oder sich weigern, eine Kopie des Protokolls dem Wahlbeobachter zu geben (per Gesetz muss man hat es das Recht darauf)
Hier zum Nachlesen: http://www.newsru.com/russia/08mar2012/elect_piter.html
Was sagst du dazu, auch gemeine Lügen? Davon gibt es sehr viele Meldungen. Ob sie "anerkannte Verstöße" heissen, weiss ich nicht, aber die Wahlbeobachter und Journalisten, die ihre Arbeit nicht machen durften, obwohl sie es per Gesetz dürfen - denen glaube ich auf jeden Fall, warum sollten diese Menschen lügen, wenn man doch durch Dableiben und Beobachten/Filmen etwas aufdecken könnte, wofür man eigentlich überhaupt da war.
Und was ist jetzt dein Problem? Sag das doch den Wahlbeobachtern. Wenn die irgendwo gehindert werden, dann sollen die halt einen Wahlverstoß melden. Und als ob die Wahlkommision nur aus Leuten von ER bestehen würde. Und als ob dann welche von der LDPR oder der KPRF einfach so die Karusselchiki durchlassen würden, damit die alle für ER stimmen. Kannst mir ja erzählen was du willst. Ich halte das alles für einen billigen Roman. Und ich sag es nochmal. Es gab von den Parteien 300 000 Wahlbeobachter und lediglich 200 gemeldete Wahlverstöße. Selbst wenn du mir hier alle 200 Sachen einzeln wortwörtlich beschreiben würdest, wären es immer noch NUR 200 Verstöße, verstanden? Du kannst wegen mir pro Wahlvestoß 1 000 Stimmen rechen und die von Putin abziehen. Dann wäre Putin aber immer noch bei über 60%. Wobei von den gemeldeten Sachen vermutlich eh nur der kleinste Teil anerkannt wird.

Re: Übertragung der Wahlen per Webcam

Verfasst: 10 Mär 2012, 00:24
von Jurij
Dietrich hat geschrieben:
Jurij hat geschrieben: Wir rechnen jeden anerkannten Wahlverstoß hoch und wenn am Ende mehr als 1% der Stimmen rauskommt lösche ich mich hier und wenn es weniger als 1% sind, dann löschst du dich, einverstanden?
Die Wette würde ich ja jederzeit eingehen. Nur werden wir uns wohl kaum irgendwie einigen können, was man in diesem Zusammenhang unter "anerkannt" versteht....

Hast du die Tabelle mit den "Massenmedien" auch noch mal mit den Reichweiten bzw. Zuschauerquoten?
Ist jetzt Putin etwa Dikator, weil nicht mehr als 500 000 Leute in Russland die Nowaja Gazeta kaufen? Echo Moskwy ist doch der populärste Radiosender in Moskau. Und komischerweise ist der Staat indirekt der größte Mitbesitzer des Senders. Von daher kann es völlig egal sein, ob die Medien dem Staat oder nicht gehören. Und wenn die Russen kein Bock auf oppositionelle Printmedien haben, dann kann Putin nicht dafür verantwortlich gemacht werden. Oder muss jetzt der Staat auch noch dafür Sorgen, dass jeder sich die Zeitung kauft?

Re: Übertragung der Wahlen per Webcam

Verfasst: 10 Mär 2012, 00:32
von Jurij
storona hat geschrieben:
Jurij hat geschrieben:Die Parteien hatten 300 000 Wahlbeobachter und es gab nicht mehr als 200 gemeldete Verstöße.
Woher diese Daten?
Hier Info vom 5.März:
bereits um 16 Uhr haben "Лига избирателей" und "Яблоко" ca. 30000 Verstöße gemeldet, nach 16 Uhr sind noch viele dazu gekommen;
bei http://www.kartanarusheniy.org/ in der Nacht vom 4.März - 3700 Verstöße, zur Zeit sind es 4986.

http://www.bbc.co.uk/russian/russia/201 ... wrap.shtml
Bei kartanarusheniy kann jeder ungeprüft jeden Schwachsinn eintragen. Ich hab mir da mal vor einigen Wochen ein paar Sachen durchgeschaut und da stand jeder mögliche Schrott z.B. dass auf einem Flyer von ER Kinder abgebildet waren oder dass Flyer von ER in einem Gewerkschaftshaus drin lagen. Also angbelich alles Verstöße gegen irgendwelche Paragraphen des Wahlrechts. Wenn sowas belangloses hierzulande passiert interessiert es doch auch keinen.

Re: Übertragung der Wahlen per Webcam

Verfasst: 10 Mär 2012, 12:42
von GIN
in Basel wurde die Wahl bei den Grossratswahlen in einem Bezirk (Abgeordnete des kantonales Parlamentes) aus folgenden Grund von der Wahlaufsicht annulliert.

Flyer zweier Parteien waren im Wahlbüro für die Wähler sichtbar. Die Wahl wurde dort wiederholt.


In Deutschland gibt es ähnliche Verfahren die ich erlebt habe.


Wenn man Gesetze macht, dann sollte man diese auch urchsetzen, ein Problem das ich in Russland sehe, ist diese Durchsetzbarkeit von Gesetzen.
Hier brauch Russland dringend Hilfe, die aber nicht gewollt ist? oder gibt es Projekte in dem der Gesetzgeber vom Ausland in Russland lernen kann????
Gesetze werden weder von den Bürgern, noch den Beamten wirklich durchgesetzt.

Re: Übertragung der Wahlen per Webcam

Verfasst: 10 Mär 2012, 21:31
von storona
Nikolaus hat geschrieben: Es stimmt aktuell einfach nichts, beginnend mit der Reichweite ueber die Auflagen bis zu den Eigentuemern.
Das ist eine leere Behauptung.
Nikolaus hat geschrieben:Uebrigens ist ja sattsam bekannt, dass das Internet mittlerweile mit dem Fernsehen fast gleichgezogen hat, hinsichtlich der Erreichbarkeit der russischen Buerger
Es ist nur dir bekannt, sonst wissen wirklich alle, dass in Russland sehr optimistisch geschätzt nur 1/3 der Bevölkerung Internet haben. Das kann man auf keinen Fall mit den föderalen TV-Kanälen vergleichen.

Re: Übertragung der Wahlen per Webcam

Verfasst: 10 Mär 2012, 21:39
von storona
Jurij hat geschrieben:Bei kartanarusheniy kann jeder ungeprüft jeden Schwachsinn eintragen.Ich hab mir da mal vor einigen Wochen ein paar Sachen durchgeschaut und da stand jeder mögliche Schrott z.B. dass auf einem Flyer von ER Kinder abgebildet waren oder dass Flyer von ER in einem Gewerkschaftshaus drin lagen. Also angbelich alles Verstöße gegen irgendwelche Paragraphen des Wahlrechts. Wenn sowas belangloses hierzulande passiert interessiert es doch auch keinen.
DICH interessiert das nicht, aber zum Glück bist du nich alle. Es SIND Verstöße, nich angeblich oder belanglos, sondern wirklich und wichtig, auch wenn du das Gesetz "irgendwelche Paragraphen des Wahlrechts" nennst. Das Gesetz besteht ganz aus solchen Paragraphen.

Re: Übertragung der Wahlen per Webcam

Verfasst: 10 Mär 2012, 21:48
von storona
Jurij hat geschrieben:Und ich sag es nochmal. Es gab von den Parteien 300 000 Wahlbeobachter und lediglich 200 gemeldete Wahlverstöße.
Und ich sage es nochmal: deine Zahlen stimmen nicht - und weisst du warum? Weil du sie aus dem StaatsTV hast oder aus "Izwestija" :lol:
Jurij hat geschrieben:Selbst wenn du mir hier alle 200 Sachen einzeln wortwörtlich beschreiben würdest, wären es immer noch NUR 200 Verstöße, verstanden? Du kannst wegen mir pro Wahlvestoß 1 000 Stimmen rechen und die von Putin abziehen. Dann wäre Putin aber immer noch bei über 60%.
Wie oft muss man sagen: es ist nicht wichtig wie oft das Gesetz gebrochen wurde, es ist prinzipiell wichtig DASS das Gesetz gebrochen wurde.
Jurij hat geschrieben:Wobei von den gemeldeten Sachen vermutlich eh nur der kleinste Teil anerkannt wird.
Vermutlich? Ich bin mir da eigentlich ganz sicher. Wenn ein Dieb seinen eigenen Diebstahl "anerkennen" sollte, würde er dass sogar sicher nicht tun.

Re: Übertragung der Wahlen per Webcam

Verfasst: 10 Mär 2012, 22:05
von storona
Jurij hat geschrieben:Ist jetzt Putin etwa Dikator, weil nicht mehr als 500 000 Leute in Russland die Nowaja Gazeta kaufen?
Du meinst wohl "Izwestija", niemand hat sonst 500000 Auflage.
Es geht nicht um die Auflage der einzigen unabhängigen Zeitung in Russland, sondern darum, dass es die eine einzige gibt. Wir reden von MASSENmedien, wenn du schon vergessen hast. Ich zeigte dir, wer fast alle Massenmedien kontrolliert und deshalb hundert Millionen Menschen jeden Tag einer Gehirnwäsche unterzogen werden. Inklusive du.
Jurij hat geschrieben:Echo Moskwy ist doch der populärste Radiosender in Moskau. Und komischerweise ist der Staat indirekt der größte Mitbesitzer des Senders. Von daher kann es völlig egal sein, ob die Medien dem Staat oder nicht gehören.
Daran ist nix komisch: nach dem russischen Massenmedien-Gesetz haben die Aktionäre kein Recht, sich in die redaktionelle Politik einzumischen. Das Statut des Echo Moskwy schreibt vor, dass sich der redaktionelle Kurs ausschließlich vom Chefredakteur klären kann.
Jurij hat geschrieben:Und wenn die Russen kein Bock auf oppositionelle Printmedien haben, dann kann Putin nicht dafür verantwortlich gemacht werden. Oder muss jetzt der Staat auch noch dafür Sorgen, dass jeder sich die Zeitung kauft?
Wenn die Russen unabhängige (meinetwegen nicht unbedingt oppositionelle) Printmedien hätten, dann könnte man davon sprechen, ob sie darauf Bock haben oder nicht.

Re: Übertragung der Wahlen per Webcam

Verfasst: 11 Mär 2012, 00:38
von Jurij
Keine Ahnung was dein Problem ist. Kannst ja eine oppositionelle Zeitung in Russland gründen, wenn du willst. Was gibst du jetzt Putin die Schuld? Wenn Gazprom seine Anteile von Echo Moskwy abtreten würde, würdest du dich doch auch wieder beschweren und meinen, dass der Kreml gemein ist, weil er einen oppositionellen Sender finanziell ruiniert. Und Kommersant hat mehr Schlechtes als Gutes über Putin veröffentlicht gehabt. Du meinst dagegen, dass Kommesant ein Propogandamedium des Kremls ist. Du hast einfach nur irgendeine Paranoia. Genauso, wie die Sache mit der Wahlkommission. Da sind für dich alle per se von ER, obwohl du nichtmal weißt, wer dort die angeblichen Karrusselchiki durchlässt und wieso das überhaupt möglich ist, wenn die Wahlkommission partei-übergreifend besetzt ist. Wenn dann muss deine Verschwörung auch die KPRF, LDPR und GR miteinbeziehen. Einerseits zitiert ihr immer wieder GR oder die LDPR gegen Putin und andererseits sollen die anderen Parteien in der Wahlkommission oder als Wahlbeobachter keinerlei Schuld an was auch immer haben? Allein schon deswegen interessiert mich das ganze Theater gegen Putin nicht. Ich habe schon eine Quelle verklinkt, wo man die Lage analysiert hat und ich habe schon vor Monaten nicht bestritten, dass es wegen karrieristischen Lokalherren Wahlfälschungen gibt. Es ist aber nunmal auch Fakt, dass bereits Wahlergebnisse in einigen Wahllokalen annuliert wurden und dass der Kreml selbst sehen will, wo gefälscht wird und wo nicht. Zudem sind die Wahlfälschungen überhaupt nicht entscheidend. Für irgendwelche Kleinstsplittergruppen dagegen wohl schon, weil für sie 1% der Stimmen vermutlich gleichbedeutend mit der Weltherrschaft sind. Einige Köpfe sind ja auch schon gerollt. Und du weißt nichtmal, welche Wahlvestöße anerkannt wurden und meinst hier, dass Putin persönlich an allem schuld ist. Und warum sollte der Kreml lügen, was die Wahlverstöße anbetrifft? In den staatlichen Medien wurden auch die Aussagen von Golos und der OSZE zitiert. Die APO kann es sich abschminken den Rücktritt Putins zu fordern. Wenn es bei der APO konstruktive Forderungen geben würde, dann würde man die auch umsetzen. Aber irgendein größenwahnsinniges Gesülze braucht man nicht wirklich ernst zu nehmen.