Aber, Manu,manuchka hat geschrieben:(...)Ich finde weder die superjungen Schulabgänger in Russland, noch die schon erwachsenen Abiturienten in Deutschland ideal. Sind die Leute zu jung, dann fehlt es an Reife und Selbständigkeit (und das russische Uni-System ist auch nicht unbedingt darauf angelegt, diese zu fördern - aber da kann man auch anderer Meinung sein). Die Deutschen sind dagegen recht alt, wenn sie dann endlich in den Beruf starten. Ein Mittelmaß wäre da ganz gut. (...)
sag mir eins. Wo ist der Mittelweg? Die russischen Graduierten sind in etwa 23, vielleicht 24 Jahre alt. Die deutschen Absolventen starten im Schnitt mit 26, 27 ins Arbeitsleben. Klar gibt es grade in Deutschland in einigen Fächern auch üblicherweise 30-Jährige, aber ich unterstelle mal, das es ein Vorurteil ist, dass die Deutschen alle so alt sind. Das ist die medienpräsente Minderheit.
Was ich sagen will: Ist Dein vorgeschlagener Mittelweg bei 25 Jahren, also ein, zwei Jahre über/unter der deutschen/russischen Normalität? Was ändert dieser kleine Altersunterschied?
Ja die Russen sind zu jung und meistens (zu mindest beruflich) noch nicht so selbstsicher und geprägt, wie sie denken. So habe ich das in meiner Firma empfunden. Aber wenn ein Deutscher mit 19/20 sein Studium beginnt, kann er mit 25 fertig sein. Da ein Jahr Ausland immer mehr üblich wird, ist es man dann halt mit 26 fertig. Hat aber eine Menge zusätzliches Wissen und Reife erlangt.
Ich glaube, wenn in Deutschland das Bachelor/Master-System sich durchgesetzt hat, werden auch die sogenannten Langzeitstudenten weniger werden. Auserdem muss sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt bessern (und das tut sie ja gerade), denn ich kenne viele, mich eingeschlossen, die noch Student sind, weil sie einfach keine Perspektive auf einen vernünftigen Job hatten und somit sich die Vergünstigungen die Studenten haben einfasch erhalten wollten. Da reicht dann ein ordentliches Praktikum/Werkstudentenjob um über die Runden zu kommen, dafür hat man Semsterticket, günstigere Krankenkasse und eine gewisse Unabhängigkeit. Ist sicher nicht schön, Praktikant mit 28 zu sein, ist aber doch ein besserer Weg, als der in die Arbeitslosigkeit.


