domizil hat geschrieben:... nein, ich meinte seinen vor einigen Jahren gemachten Vorschlag die jährliche Steuererklärung auf Bierdeckelformat zu bringen
Das ist doch dann eher an den Kneipern gescheitert, die sich geweigert haben, die A2-Bierdeckel einzuführen, weil sie alle Tische hätten austauschen müssen.
pippie hat geschrieben:Ich denke ja, dass Parteien sowieso völlig überbewertet werden.
Es wäre schön, wenn nur noch Personen gewählt werden würden und diese dann völlig unabhängig von irgendwelcher Parteiräson in Sachfragen abstimmen könnten.
Aber leider liegt es in der Natur der Sache, dass es dann innerhalb kürzester Zeit wieder zu "Grüppchenbildung" kommen wird...
Was würde DAS denn bedeuten?
"Kennst" du die Kandidaten deines Wahlkreises denn so gut, dass du genau weisst, wie er/sie (auch nur in der Tendenz) in allen möglichen Sachfragen dann entscheiden wird? Und wenn du ihn/sie dann gewählt hast und plötzlich ändert er seine Meinung, warum auch immer. Fühlst du dich dann besser vertreten?
Oder was machst du, wenn dein Traumkandidat in einem anderen Wahlkreis antritt? Umziehen?
Die Grundsätzliche Richtung einer Partei (und damit seiner Repräsentanten) muss klar sein, damit man sich eine Partei auswählen kann. Und in den "normalen" Sachfragen muss auch die Partei die Richtung vorgeben und nicht jeder Abgeordnete für sich.
Das System ist zwar auch nicht perfekt, aber in meinen Augen wesentlich besser als dieses "jeder für sich".
Natürlich gibt es dann auch wieder die Möglichkeit, dass man mit einer speziellen Entscheidung "seiner Partei" nicht zufrieden ist. Dann muss man sich eben bei den nächsten Wahlen überlegen, ob einem eine andere Partei jetzt plötzlich "näher steht".
Bei gewissen Streitfragen muss es allerdings auch möglich sein, die Abgeordneten "für sich" entscheiden zu lassen.
Wir können natürlich auch die/den Kanzler direkt wählen lassen. Ohne Parteien, nur nach Gusto der Wähler.
Ich möchte aber keinen Jauch oder Bohlen als Kanzler! Und Thomas Gottschalk ebenfalls nicht.
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)