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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Verfasst: 06 Okt 2011, 15:40
von bauplan
Da lassen wir doch gleich mal den ehemaligen US-Außenminister Henry A.Kissinger zu Wort kommen. Immerhin noch gemäßigt. Brzeziński hat da noch ganz andere Klopper losgelassen.
Ohne weiteren Kommentar:
"Zweimal im Zeitraum von nur einer Generation führte Amerika Kriege, weil amerikanische Staatsführer davon überzeugt waren, daß die Vorherrschaft einer einzelnen feindseligen Macht in Europa eine Bedrohung der amerikanischen Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen darstellte.“ Auch nach dem Ende des Ost-West-Konflikts und der dadurch bedingten Veränderung, schrieb Kissinger 1991, „es kann in niemandes Interesse liegen, wenn sich Deutschland und Rußland gegenseitig als Hauptverbündete betrachten. Wenn sich beide Mächte zu nahe kommen, besteht die Gefahr der Hegemonie.“
„An dieser Realität hat sich nichts geändert. Auch wenn es heute scheinbar keine für Amerika feindlichen Mächte in Europa mehr gibt, könnte die Entstehung einer neuen hegemonialen Mächtekonstellation schnell als feindlich angesehen werden. Irgendwo und irgendwie müssen die Vereinigten Staaten zeigen, daß sie fähig sind, einen Freund zu belohnen oder einen Gegner zu bestrafen. Es muß wieder erkennbar werden, daß Verbündete durch die Beziehungen zu uns etwas gewinnen, während unsere Feinde unter dieser Feindschaft zu leiden haben, - und es ist schon viel zu lange her, daß es so war. Vielleicht ist das eine zu simple Vorstellung, aber für eine Großmacht ist das die Voraussetzung für eine erfolgreiche Außenpolitik; es ist sogar ihre Definition."

Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Verfasst: 06 Okt 2011, 15:47
von bauplan
Dann lassen wir den Brzeziński auch noch zu Wort kommen.

Laut einem Interview Brzezińskis mit der französischen Zeitschrift „Le Nouvel Observateur“ vom Januar 1998 setzte die amerikanische Unterstützung der fundamentalistischen Mujaheddin in Afghanistan dagegen am 3. Juli 1979 ein, also fast ein halbes Jahr vor der sowjetischen Invasion. Präsident Carter unterschrieb an diesem Tag die erste Direktive für eine geheime Unterstützung der Mudjahedin. Brzeziński war sich bewusst, dass diese Aktionen das Risiko für eine militärische Intervention der Sowjets erheblich erhöhen würden.

Z. Brzezinski: „Diese verdeckte Operation war eine hervorragende Idee. Sie bewirkte, dass die Russen in die afghanische Falle tappten [..]. Am Tag, an dem die Russen offiziell die Grenze überschritten, schrieb ich Präsident Carter: Jetzt haben wir die Möglichkeit, der UdSSR ihren Vietnamkrieg zu liefern. Und tatsächlich sah sich Moskau während der folgenden 10 Jahre gezwungen, einen Krieg zu führen, den sich die Regierung nicht leisten konnte, was wiederum die Demoralisierung und schließlich den Zusammenbruch des sowjetischen Herrschaftsgebiets zur Folge hatte“.[3] (Zitiert nach dem kanadischen Globalisierungskritiker Prof. Michel Chossudovsky)

Auch nach der Auflösung der Sowjetunion hat Brzeziński sich für eine anhaltende Destabilisierung der russischen Südgrenze als Teil der US-Strategie ausgesprochen („Die einzige Weltmacht“).

Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Verfasst: 06 Okt 2011, 16:21
von Mista
bauplan hat geschrieben:
Wie Gorbatschow vor einigen Jahren sagte, „Demokratie ist kein Paket Kaffee...Russland muss seine noch finden und entwickeln“
Mista hat geschrieben:(vor 20 Jahren?)
Auch das stimmt und zwar immer noch.
Vor 5 Jahren
Vor 5 Jahren. Das stimmt und zwar immer noch.
bauplan hat geschrieben:
Mista hat geschrieben: Falsch. Zenzur gibt es ohne Zweifel und was ist Zensur wenn nicht Einschränkung der Presse- und noch wichtiger (weil grössere Massen erreichbar sind) TV -freiheit?
Was Journalisten angeht - ich weiss zwar nicht von Hunderten, aber muss man ermordete Kreml-kritische Journalisten zählen? Reicht nicht ein einziger?
Eine vom Kreml gelenkte Zensur würde ich abstreiten.
Die gibt es leider trotzdem.
bauplan hat geschrieben:Aber z.B. bei Politkowskaja hat Gorbatschow gesagt, dass er sich sicher ist, dass der Kreml damit nichts zu tun hat. Und der sollte es doch wohl wissen, der ist ja auch ANteilseigner an der NG.
Und wenn mein Onkel sagt, er ist da auch sicher? Hat er vielleicht eine unabhängige Ermittlung geführt? Oder hat Gorbatschow das gemacht? In einem Mordfall wird ermittelt.
Und wenn Kreml ermittelt mit dem Ergebnis, dass der Mord nichts mit Kreml zu tun habe, dann ist das natürlich ein todsicherer Beweis :roll:
Außerdem war Politkowskaja auch leider nicht die einzige.
bauplan hat geschrieben:
Trotzdem hat Russland eine gewaltige Entwicklung gemacht. Wenn ich nun mal die letzten 11 Jahre betrachte, dann gibt es trotz der großen Aufgaben doch viele positive Schritte.
Mista hat geschrieben:Richtig, und? Wir reden hier doch über Wahlen und Demokratie. In OAE ist z.B. jeder reich, aber ist da jemand frei?
Die ganzen Informationen über die Entwicklungen bei Versicherungen/Strassen/Renten/Öleinnahmen und Fonds sind ja interessant, aber was ändert das an der Tatsache, dass Russland ein Autoritär und keineswegs demokratisch regiertes Land ist? Nichts.
Also es wird gewählt
Sehr witzig. Gewählt wurde auch in der UdSSR.
bauplan hat geschrieben:aber es ist eine Präsidialdemokratie nach französischgen Muster.
Es tut mir leid, aber Russland. Ist. Keine. Demokratie.
bauplan hat geschrieben:1000 Jahre hat es in Russland nur Wechsel durch Tod und Putsch oder Rücktritt gegeben.
Was ist heute in dem Bereich so viel anders? (Komm mir jetzt bitte nicht mit deinem eisernen Argument "es wird gewählt"...)
bauplan hat geschrieben:Putin hat nicht die Verfassung geändert, obwohl er die Möglichkeiten hatte.
Das wird er schon, keine Sorge. Erinnere Dich dann an diese Diskussion.
bauplan hat geschrieben:Es hat eben eine Wahl gegeben
Eine freie und nicht manipulierte Wahl hat es definitiv nicht gegeben.
bauplan hat geschrieben:und er ist nicht angetreten.
Er hat eine Marionette antreten lassen, seinen "Sitzwärmer". Einen, der nicht auf die Idee kommt, demokratische Ideale zu verwirklichen oder/und zu kämpfen. Hat ja auch prima funktioniert.
bauplan hat geschrieben:
Russland ist in einer Transformation, die es so auf der Welt noch nicht gegeben hat und die eigentlich auch erst vor 11 Jahren richtig begonnen hat.
Mista hat geschrieben:Wenn es erst vor 11 Jahren begonnen hätte, wäre Russland jetzt im Zustand von vor 11 Jahren. Glaub jar nicht, dass es Putin und Co. besser gemacht hätten, als die, die nach Ende der Sowietzeit an die Macht kamen, egal wie sie sich nennen!
Ich denke schon, weil die USA Putin wohl nicht das verhängnisvolle Wirtschaftskonzept hätten unterjubeln können. Das ging nur mit so einer Pfeife wie Jelzin.
War ja klar, das die USA als Hauptverdächtiger irgendwann hier auftauchen [gaehn]
bauplan hat geschrieben:
die Mehrheit der Russen will auch nach den 90ern erstmal keine weiteren Experimente.
Mista hat geschrieben:Stimmt. Weil der Begriff "Demokratie" von Politik diskreditiert wurde und wird. Für diese deine Mehrheit ist Demokratie daran schuld, dass es dem Land do schlecht ging in den 90ern, was glatt ein Unsinn ist.
Richtig, dass es denen so schlecht ging lag an dem USA-Wirtschaftskonzept gepaart mit den Oligarchen.
Na klar, wenn nicht die verdammten Demokraten, dann sind eben die USA an allem schuld.

*Izvinite die extralange Antwort ;)

Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Verfasst: 06 Okt 2011, 16:40
von bauplan
Mista hat geschrieben:
Na klar, wenn nicht die verdammten Demokraten, dann sind eben die USA an allem schuld.
Da kann ich nur empfehlen Kissinger und Brzeziński zu lesen. Wenn du dann immer noch glaubst, die USA haben keine Schuld, dann hast du die beiden nicht verstanden.

Zu allem anderen kann ich nur sagen, dass auch du nur behaupten kannst, aber keine Beweise bringen kannst. Und da ist dann immer die Frage, wo hat man seine Meinung her um Sachen zu behaupten.
Gespräche mit Gorbatschow bringen mir da mehr, als Spon, Bild und Focus.

Aber da muss jeder für sich selber wissen.

Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Verfasst: 06 Okt 2011, 16:44
von Mista
bauplan hat geschrieben:Da lassen wir doch gleich mal den ehemaligen US-Außenminister Henry A.Kissinger zu Wort kommen. Immerhin noch gemäßigt. Brzeziński hat da noch ganz andere Klopper losgelassen.
bauplan hat geschrieben:Dann lassen wir den Brzeziński auch noch zu Wort kommen.
Was Du beschreibst ist alles Vergangenheit. Also ich rede die ganze Zeit von der heutigen Situation in Russland daran ändert doch nichts was Kissinger seinerzeit gesagt hat.
Und außerdem hat jedes Land Außenpolitische Interessen und jedes Land agiert unter anderem und vor allem im eigenen Interesse. Was glaubst Du sagen Politiker in anderen Ländern? Achso, ja, in einigen Ländern kann nicht unbedingt jeder alles nachlesen ;)

Noch was:
bauplan hat geschrieben:„An dieser Realität hat sich nichts geändert. Auch wenn es heute scheinbar keine für Amerika feindlichen Mächte in Europa mehr gibt, könnte die Entstehung einer neuen hegemonialen Mächtekonstellation schnell als feindlich angesehen werden. Irgendwo und irgendwie müssen die Vereinigten Staaten zeigen, daß sie fähig sind, einen Freund zu belohnen oder einen Gegner zu bestrafen. Es muß wieder erkennbar werden, daß Verbündete durch die Beziehungen zu uns etwas gewinnen, während unsere Feinde unter dieser Feindschaft zu leiden haben, - und es ist schon viel zu lange her, daß es so war. Vielleicht ist das eine zu simple Vorstellung, aber für eine Großmacht ist das die Voraussetzung für eine erfolgreiche Außenpolitik; es ist sogar ihre Definition."
Von wann/wem ist das Zitat?

Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Verfasst: 06 Okt 2011, 16:54
von bauplan
Mista hat geschrieben: Von wann/wem ist das Zitat?
Kissinger!!!

Und hier noch ein Schmankerl

Der US-Amerikaner Robert Kagan, Senior Associate beim Carnegie Endowment for International Peace attestierte seinem Land „Hang zur Dominanz“ mit „Drang zur Expansion“. Das gehöre zu unserer Natur, sei sogar „Teil von Amerikas DNA“. Der US-Bürger erinnerte den Rest der Welt daran, dass „die Vereinigten Staaten nie eine Macht des Status quo waren, sondern stets eine der Revolution. Seit 400 Jahren hat Amerika seine Expansion territorial, wirtschaftlich, kulturell und geopolitisch nicht unterbrochen.“

Kagan schrieb darüber hinaus vom amerikanischen „Drang uns in die Angelegenheiten anderer Leute zu mischen“ und folgerte logischer Weise: „Große Teile der Welt sähen in uns eine Gefahr.“

„Wir sind die gefährliche Nation geblieben – gefährlich für Tyranneien und für jene, die unser Verständnis von Liberalismus nicht teilen, unseren kriegerischen Geist fürchten und, Amerikaner eingeschlossen, eine internationale Ordnung bevorzugen würden, die nicht um ein dominantes und oft bevormundendes Amerika gebaut wäre.“



Na dann, HOCH LEBE AMERIKA

Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Verfasst: 06 Okt 2011, 17:00
von Mista
bauplan hat geschrieben: Zu allem anderen kann ich nur sagen, dass auch du nur behaupten kannst, aber keine Beweise bringen kannst. Und da ist dann immer die Frage, wo hat man seine Meinung her um Sachen zu behaupten.
Man sollte immer überlegen, wer hat welche Interessen und welche Möglichkeiten, wenn man verstehen möchte, was die Wahrheit ist. Wer würde was verlieren usw.

Ich kenne 2 Menschen, die kandidieren wollten (nicht für Präsidentschaftswahl - für Duma, sozialdemokratische Richtung), und die Geschichte wie sie systematisch schikaniert wurden, über sie gemeine Lügen verbreitet wurden, ihre formelle Anträge (oder was für Papierkram man da alles erledigen muss dafür) "verloren gingen" oder plötzlich das falsche Datum drauf stand - 1 Tag später als zulässig, ihre Wahlplakate von Jungen "einigen Russen" ziemlich offen abgerissen wurden, im Saal wo sie sich mit Menschen treffen sollten um ihr Programm zu erklären plötzlich (im Winter) die Heizung ausfiel und immer so weiter.
Das sind keine leere Behauptungen.

bauplan hat geschrieben:Gespräche mit Gorbatschow bringen mir da mehr, als Spon, Bild und Focus.
Das will ich für dich auch hoffen ;)
Aber hoffentlich liest du auch mal was seriöseres als Bild und Focus!

P.S.
Wus ist "Spon"?

Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Verfasst: 06 Okt 2011, 17:01
von bauplan
Nun noch was zur Pressefreiheit in Deutschland

Wie alle große Unternehmen formulieren auch Medienkonzerne eine spezifische Unternehmenskultur in Form von Unternehmensgrundsätzen. Unter den deutschen Zeitungsherstellern pflegt besonders der Axel Springer-Verlag eine "publizistische Ausrichtung". Als einziges unabhängiges Medienunternehmen besitzt die Axel Springer AG seit 1967 eine Unternehmensverfassung, deren Leitlinien die Mitarbeiter verpflichtet, gegenüber dem Unternehmen, den Lesern, den Kunden, den Mitarbeitern, den Geschäftspartnern und Aktionären integer zu bleiben – gemessen am „freiheitlichen Weltbild“ der Eigentümer.

3. die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika;

Damit verpflichtet die Springer AG zur Teilnahme an amerikanischer Außenpolitik, sofern sie Deutschland thematisiert. Das ist problematisch. Denn für weitere Aussöhnung zwischen Russland und (EU-verankertem) Deutschland kann im Hause Springer dann nur noch der schreiben, der gegen Essential 3 verstößt.

Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Verfasst: 06 Okt 2011, 17:03
von CSB_Wolf
Mista hat geschrieben: P.S.
Wus ist "Spon"?
Spon ist Spiegel online 8)
Aber mit den Yankees (Amis) hat Bauplan schon recht.

Gruss
wolf

Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Verfasst: 06 Okt 2011, 17:07
von Mista
bauplan hat geschrieben:
Mista hat geschrieben: Von wann/wem ist das Zitat?
Kissinger!!!
Musst ja nicht gleich schreien...
Von wann? Hast nicht geschrieben.
bauplan hat geschrieben:Na dann, HOCH LEBE AMERIKA
Das hast du gesagt.

Aber wozu zitierst du das alles? Geht ja am Thema vorbei!
Ich denke es geht hier um Putin als Präsident?