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Re: Kindererziehung in Deutschland

Verfasst: 17 Mär 2009, 15:11
von Axel Henrich
Marco hat geschrieben:Ein Verbot von den sog. "Killerspielen" sehe ich aus verschiedenen Gründen kritisch.
Logisch ..., ich habe noch keinen Freak gesehen, der die Highscores bei Sportspielen geknackt hat und heute Spitzensportler ist. ;)
Ich bin bestimmt kein Pazifist, aber ausser Riverraid (Amiga) und Moorhuhn :lol: haben mich solche Ballerspiele nie interessiert. Mich haben mehr Autorennen gereizt, trotzdem bin ich kein Schumi geworden und so ist es auch mit diesen Killerdingern. Wie sagte Paracelsus so schoen:"* allein die Dosis macht, daß ein Ding kein Gift ist.".
Natuerlich kommen bei Killerspielen zur Dosis noch die Stichpunkte Verrohung, Gewoehnung und Normalisierung dazu, aber wie Diedrich schon schrieb sind hier in erster Linie die Eltern in der Pflicht. Erst wenn die versagen ..., aber auch Politiker koennen nix 100%ig verhindern. Es ist schon irgendwo schade, dass die ganzen Diskussionnen und "lauten" Uberlegungen nur als blinder Aktionismus verschrieen werden. IMHO gehoert das alles zur Loesungsfindung, gar nix tun geht ja wohl auch nicht ...

-ah-

Re: Kindererziehung in Deutschland

Verfasst: 17 Mär 2009, 15:51
von Marco
Axel Henrich hat geschrieben: Ich bin bestimmt kein Pazifist, aber ausser Riverraid (Amiga)
River Raid war bis 2002 ein indiziertes Spiel......

Für die die das Spiel nicht kennen

http://www.c64-wiki.de/index.php/River_Raid
Axel Henrich hat geschrieben: Es ist schon irgendwo schade, dass die ganzen Diskussionnen und "lauten" Uberlegungen nur als blinder Aktionismus verschrieen werden. IMHO gehoert das alles zur Loesungsfindung, gar nix tun geht ja wohl auch nicht ...
Das Problem ist bei dem Thema "Killerspiele", dass dieses schon häufig diskutiert wurde und die Befürworter immer dann diese Sache hervorholen, wenn die Gelegenheit für sie günstig ist. Daher halte ich es persönlich auch für Aktionismus, weil nämlich "Killerspiele" für Jugendliche mehr oder weniger schon verboten sind, da das Jugendschutzgesetz letztes Jahr entsprechend verschärft wurde

Mehr zur Diskussion das Dossier von Heise zum Thema "Killerspiele"
http://www.heise.de/ct/Die-Diskussion-u ... ikel/89731

Zudem halte ich die Diskussionen, was Waffen angeht für eine ziemliche Heuchelei. D ist einer der größten Waffenproduzenten weltweit, beim Streubombenverbotsvertrag haben wir uns auch soviel Ausnahmen einfügen lassen, dass D schön weiter Streubomben produzieren und verkaufen kann.

Über den Rest will mich erst gar nicht auslassen....

Aber ich schweife ab es geht hier ja um Kindererziehung in D

Re: Kindererziehung in Deutschland

Verfasst: 18 Mär 2009, 02:28
von Naila
Ich war heute in einer Waldorfschule, und da hat es mir gut gefallen. Sieht nicht nach Killern aus.

Re: Kindererziehung in Deutschland

Verfasst: 18 Mär 2009, 03:47
von Axel Henrich
Marco hat geschrieben:Daher halte ich es persönlich auch für Aktionismus, weil nämlich "Killerspiele" für Jugendliche mehr oder weniger schon verboten sind
Was das Verbot betrifft ja, aber die Diskussionen gehen ja breiter.

-ah-

Re: Kindererziehung in Deutschland

Verfasst: 18 Mär 2009, 13:22
von Axel Henrich
Naila hat geschrieben:Ich war heute in einer Waldorfschule, und da hat es mir gut gefallen. Sieht nicht nach Killern aus.
... na dann lass dich mal besser bzw. leider nicht in Gera blicken:
"Schüler rasten aus in Geraer Berufsschule"

oder du machst gleich, wie im folgenden Podcast, den "Klavierunterricht uebers Internet" ;)
-ah-

Re: Kindererziehung in Deutschland

Verfasst: 18 Mär 2009, 16:38
von Zeppelin
Dietrich hat geschrieben:... Was man in meinen Augen unter Umständen erstmal einführen könnte wären Schuluniformen und Handyverbot. Am Eingang der Schule gibt es ein Schließfach für jeden, wo morgens das Handy, der MP3-Player, Walkman, etc. reinkommt. Wird jemand mit Handy in der Schule erwischt, dürfen die Eltern das Handy beim Direktor wieder abholen.
Da wären auf jeden Fall schon mal 2 Gründe für Mobbing (Klamotten und Technik) stark reduziert.
Das ist beides auch stark im Kommen; wenn gleich es für beides bisher nur wenige Beispiele gibt.
Die meiste Verantwortung aber liegt bei den Eltern.
Allerdings! Und zwar wesentlich umfassender, als in Bezug nur auf Gewaltprävention!
Um auf Dein Beispiel mit den Schließfächern einzugehen: Der Bedarf daran ist sehr groß; z.B. auch dehalb, damit die Kinder ihr Turnzeug und andere Utensilien, die sie nicht ständig mit sich herumschleppen können, dort sicher aufbewahren zu können.
Aber kaum gibt es Eltern, die sich ernsthaft dafür engagieren, dass solche in den Schulen auch installiert werden.

Eine Kollegin, betroffene, alleinerziehnde Mutter dreier Söhne und Geringeverdienerin berichtete mir heute vormittag davon, dass ihr Jüngester, als sie den heute früh in die Grundschule brachte, seinen Turnbeutel dort nur leer vorfand. - Vermutlich nur ein dummer Streich von Mitschülern, die unbedacht der Konsequenzen die Sachen nur irgend wo versteckt haben, aber immerhin ein Schlag ins Kontor der Familie.

Am Gymnasium ihres Ältesten gibt es zwar solche Schließfächer, aber die werden von einer Privatfirma betrieben, welche pro Schuljahr immerhin 25,- € pro Schuljahr für die Nutzung verlangt.
Und angesichts der Finanzlage der Kommunen, denen die materielle Ausstattung der Schulgebäude obliegt, drücken die sich natürlich um ihre Verantwortung.

Und wenn ich mir dann allmorgendlich insbesondere die Grundschulkinder mit ihren noch so kleinen Körpern, aber offenbar übermäßig schweren Rucksäcken auf den Straßen Berlins, in den Bussen und Bahnen so anschaue und daran denke, was für gesundheitliche Folgen das für die Kinder hat, frage ich mich, ob die Gesamtheit der Verantwortungsträger nicht völlig einen an der Waffel hat!

Re: Kindererziehung in Deutschland

Verfasst: 19 Mär 2009, 00:23
von Naila
@ Zeppelin zu den Taschen: ja, das ist der Horror! Ich habe bei mir ein Mädchen, das zu mir in den Unterricht sofort nach der Schule kommt, mit ihrer Schultasche. Wenn wir fertig sind, nehme ich diese Tasche und trage sie für das Mädchen bis zum Ausgang. Weil die Kleine mir so leid tut. Sie ist erst in der 1. Klasse! Das Ding wiegt mindestens 10 Kilo, ohne Übertreibung. Wenn das mein Kind wäre, hätte ich wahrscheinlich vor Gericht geklagt. Unsere Schultaschen waren mindestens 3 Mal leichter, als wir sogar 17 waren!

Re: Kindererziehung in Deutschland

Verfasst: 09 Apr 2009, 17:48
von Simone
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,616055,00.html

Interessantes Interview passend zum Thema

Re: Kindererziehung in Deutschland

Verfasst: 11 Apr 2009, 14:47
von Ralf
Sehr interessantes Interview in vielerlei Hinsicht. Da brauchen 2 Fachleute ein langes Gespräch, damit sie erstmal ihre Standpunkte gegenseitig verstehen. Wenn man bedenkt, wieviel Fachleute Bücher verfassen und Ratschläge erteilen, die total unterschiedlich die selben Probleme lösen wollen, dann braucht man sich nicht wundern, wenn Eltern nicht wissen, was eigentlich zu tun ist. Das Fazit des Interviews klingt vielversprechend: Eltern müssen Kinder wieder als Kinder behandeln, also kein Chinesisch im Kindergarten, keinen Terminkalender wie ein Manager (um die Kinder dahin zu trimmen, was die Eltern nie erreicht haben). Dafür müssen sich aber wieder andere Werte als nur Materialismus in der Gesellschaft nach vorne schieben.