Dietrich hat geschrieben: Und alleine deshalb hätte man einen anderen Begriff wählen sollen, wenn man dieses Assoziation ausschließen möchte.
...möchte man aber wohl anscheinend nicht....
Dietrich, natürlich könnte man den Begriff Agent auch so auslegen, wie du das möchtest.
Aber mal im Ernst, wer auch nur einen Hauch von Politik versteht, dem wird doch klar sein, dass man doch lieber einen zwar korrekten Begriff, aber einen nimmt, der vielleicht das eher anders darstellt.
Oder bist du so naiv, dass du glaubst in der Politik sitzen nur Gutmenschen, die uns Bürgern helfen wollen.
Hierzu mal ein Auszug aus einem Artikel, wie Begriffe bei uns geändert und genutzt werden.
Zitat:
Englisches Tschernobyl
Unbeschadet einer Verseuchung durch den ukrainischen Atommeiler dürfte der Lake District ohnehin eines der meistverstrahlten Gebiete der Welt sein. Bei Gosforth arbeitet die britische Wiederaufbereitungsanlage Sellafield, das ehemalige Windscale und Gegenstück zum normannischen La Hague (»ag« ohne »ha« gesprochen) auch wegen ihrer mittlerweile tausend Unfälle in vierzig Jahren die »a-leak-a-week factory of horror« genannt. Was tut man also, wenn etwas einen üblen Ruf bekommen hat? Man tauft es um. Ähnlich wie Atomkraft – eine in den Fünfzigern noch weitgehend für Fortschritt stehende Bezeichnung – in Kernkraft, was eher an knackige, gesunde Äpfel als an Tod und Krebs erinnert. US-Präsident Truman ließ aber bereits in allen Regierungsdokumenten »atomic« durch »nuclear« umetikettieren. Er wusste warum.
Große Sprachverwirrung
Andere Beispiele: Entsorgungspark statt Atommülldeponie (sorgenfreier Spaziergang in einem Park), Störfall statt Unfall (weniger als eine Störung, die ja eine gewisse Dauer bedeutet, während »Fall« etwas Punktuelles, Flüchtiges beinhaltet) usw. Das Wort Störfall – bis Ende der Siebziger in keinem Wörterbuch – wurde eigens von Politik und Wirtschaft erfunden, um das unheilschwangere »Unfall« zu vermeiden. Aber nun kann ja jeder sehen, dass ein Umweltminister in erster Linie die Wirtschaft zu schützen hat, bestenfalls zwischen ihr und anderen Interessen einen Vergleich aushandeln darf.
Die russischen Gesetzgeber, die diesen Begriff genommen haben werden sich freuen über die Resonanz aus den westlichen Medien.
u.U. haben sie genau das erreicht, was sie vielleicht im Hinterkopf gedacht hatten.
Die Medien haben den Begriff erst richtig belastet.
Und das Russland sich mit allen Mitteln gegen die demokratische Hilfe aus den USA wehrt, kann man der Regierung doch wohl nicht verübeln.