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Re: Maschine von Germanwings abgestuerzt

Verfasst: 28 Mär 2015, 13:09
von Saboteur
Nikolaus hat geschrieben:Dann, Saboteur, haeltst Du wohl z.B. auch jene Mitarbeiter von Fukushima (oder - um politisch neutral zu bleiben - auch von Tschernobyl) fuer beruflich besonders geeignet...
Nein.

Re: Maschine von Germanwings abgestuerzt

Verfasst: 28 Mär 2015, 13:14
von Saboteur
Wieviel Piloten wollten denn eigentlich nicht fliegen?

Re: Maschine von Germanwings abgestuerzt

Verfasst: 28 Mär 2015, 13:23
von klaupe
Nikolaus hat geschrieben:Es gibt eben Berufe, die eine erhoehte psychische Belastbarkeit verlangen. Und zwar meist dauerhaft, da ja oft nicht vorhersagbar ist, wann die Stresssituation auftritt
Gerade aus diesem Grund wird der Job auch recht gut bezahlt und schon der vorzeitige Ruhestand ab 55 (bei LH) angeboten.
Wer einmal im Cockpit mitgeflogen ist, heutzutage nahezu undenkbar, aber früher ging das, hat etwas Einblick in den "Stress". Bei Start und Landung geht es etwas konzentrierter zu und da sind ein Haufen richtiger Knöpfe/Schalter/Hebel zu bewegen. Auch wenn auf der Strecke ein Unwetter ist, muss man ausweichen und dem Autopiloten mal kurz die Arbeit abnehmen.
Früher bei den Berlinflügen im festgelegten Korridor war das stressiger, denn da musste man durch den Dreck durch und da war im Cockpit Action angesagt.
Ansonsten ist das eher ein legerer Bürojob, Dienst nach Vorschrift und jede Menge Papierkram und standardisierte Unterhaltung mit dem Boden. Stressig ist eher die Zeitumstellung und der teilweise unregelmäßige Dienst zu jeder Tageszeit.

Klar, Pilot war auch mal mein "Traumberuf", zumal ich 3 Jahre bei einer Airline (DO am Schreibtisch) arbeitete. Da saß ich des öfteren auf dem Jumpseat und kam bald zu dem Schluss, dass es interessanteres und aufregenderes gibt, als Luftkutscher zu sein.


Was wirklich interessant war, damals -- der Minirock kam gerade in Mode -- waren die Stewardessen (gen. Stuten) deutlich attraktiver.

Re: Maschine von Germanwings abgestuerzt

Verfasst: 28 Mär 2015, 13:28
von klaupe
Saboteur hat geschrieben:Wieviel Piloten wollten denn eigentlich nicht fliegen?
Am Mittwoch wurden 40 Flüge von anderen Airlines übernommen. Die Zahl der Totalausfälle ohne Ersatz kenne ich nicht.

Re: Maschine von Germanwings abgestuerzt

Verfasst: 28 Mär 2015, 14:02
von klaupe
Die Springer-Schmieren-Presse schießt einen Bock nach dem Anderen!
Die seltsam schnelle Festlegung auf eine Wahrheit
Zweifel an den Angaben zum Germanwings-Absturz

100 % Lesenswert, aber leider selbst für die Joke-Sammlung zu blöd.

Den gebündelten Unfug muss man sich mal im Detail auf der Zunge zergehen lassen -- falls einem nicht vorher das Kotzen kommt.

Ausgerechnet der Verlag, der immer der Erste ist, wenn man Sensationen herausposaunen kann, der schon Schlüsse zieht und das Endergebnis propagiert, bevor die offiziellen Ermittler vorläufige Ergebnisse präsentieren, beschwert sich über voreilige Resultate.

Vermutlich sind die Springer-Schmierer nur sauer, dass sie nicht immer die Nase vorn haben, auch wenn sie sie überall reinstecken.

Ich schlage den Größenwahnsinnigen in der Kochstraße vor, dass sie in Zukunft dafür sorgen, dass WELT & BILD die Untersuchungskommission stellen, natürlich mit Exklusivrechten für die Veröffentlichung.

Re: Maschine von Germanwings abgestuerzt

Verfasst: 28 Mär 2015, 15:09
von inorcist
klaupe hat geschrieben:100 % Lesenswert, aber leider selbst für die Joke-Sammlung zu blöd. [...] dass WELT & BILD die Untersuchungskommission stellen, natürlich mit Exklusivrechten für die Veröffentlichung.
Der Artikel ist im Grossen und Ganzen nur eine verkürzte Übersetzung eines Bloomberg-Artikels. Wobei der Bloomberg-Artikel deutlich mehr ins Detail ging und äusserst lesenswert war. Ich kann mich allerdings nicht mehr erinnern, ob ich das auf dem Terminal oder auf der Webseite gelesen habe.

Re: Maschine von Germanwings abgestuerzt

Verfasst: 28 Mär 2015, 15:20
von klaupe
inorcist hat geschrieben:Der Artikel ist im Grossen und Ganzen nur eine verkürzte Übersetzung eines Bloomberg-Artikels. Wobei der Bloomberg-Artikel deutlich mehr ins Detail ging und äusserst lesenswert war. Ich kann mich allerdings nicht mehr erinnern, ob ich das auf dem Terminal oder auf der Webseite gelesen habe.
Bloomberg habe ich nur selten und sporadisch. Da kann kann ich schlecht beurteilen, ob die auch so ein Eigentor geschossen haben.

Springer hat sich aber selbst ein Kuckkucksei ins Nest gelegt.

Re: Maschine von Germanwings abgestuerzt

Verfasst: 28 Mär 2015, 15:48
von Haya
Moin Moin,

Lieber klaupe,
Man muss sich mal die Situation bei den Passagieren ver Sinkflug ist nicht dramatisch. Bei 1000 m/min sieht das wie ein Landeanflug aus und nicht wie Sturzflug oder Absturz. Aber da randaliert auf einmal der Kapitän vorne an der Tür. Das ist doch sicherlich aufgefallen. In den ersten paar Reihen kann das kaum verborgen geblieben sein.
Du willst mir tatsächlich sagen, dass Dir eine Sinkrate von 4000ft nicht auffallen würde?
4000ft ist in etwa die Sinkrate, die bei einem Notabstieg infrage kommt.

Für mich ist das sowieso alles fraglich.
Laut den Flugdaten deutet es für mich nicht 100% nach einem Suizid hin.

Ein Notabstieg (z.B. Druckabfall) sieht genauso aus, wie es bei flightaware zu sehen ist.
1. Man ändert seinen Kurs (damit die Fluglotsen sehen, dass was nicht stimmt), man somit von der eigentlichen Route abkommt (entgegen mancher Meldungen) und das hatte der Co-Pilot mehr als deutlich signalisiert, da vorher 43°NE gewesen ist und er unmittelbar auf 26°NE drehte.
2. Man geht in den Notabstieg (=hohe Sinkrate) und gut zu sehen.
3. Man versucht die Sinkrate so hoch, wie möglich zu halten. Dazu bedient man sich Hilfsmittel (Triebwerksleistung neutral, setzen des Fahrwerks, Luftbremse, usw.)
4. Die Höchstgeschw. sollte somit keines Falls überschritten werden, was auch zu sehen ist.
5. Erst wenn das Flugzeug rel. stabil ist, sollte man melden (lenkt sonst zu sehr ab)

Aber selbst wenn der Co-Pilot so sein Leben beendet hat, so hätte noch der letzte Passagier schnell gemerkt, dass da etwas nicht stimmt.
Von 0 auf 1.Min eine Sinkrate von 3000ft/min im Zusammenhang damit, dass sich der Kabinendruck rasch ändert, hätte auch bei dem letzten die Alarmglocken klingeln lassen.
Bei 10000ft Höhenverlust innerhalb 4Min will mir doch niemand erzählen, dass er dann auf dem Platz sorgenfrei sitzen würde.




Pressekodex Richtlinie 8.1...
Es gibt beim Pressekodex allerdings noch ein paar Gummiparagraphen
Nein, gibt es nicht! Paragraphen und Richtlinien sind vollkommen zwei verschiedene paar Schuhe.
Richtlinien sind keine formellen Gesetze. Es sind Grundregeln an die man sich halten sollte.


Gruß
Haya

Re: Maschine von Germanwings abgestuerzt

Verfasst: 28 Mär 2015, 18:41
von zimdriver
Saboteur hat geschrieben:Also ich bin doch sehr verwundert, dass es Piloten nicht zugestanden wird einen Flug nach einer verheerenden Tragödie mit damals unklarer Ursache abzulehnen. Ich denke, wenn die paar Piloten das abgelehnt haben spricht das aus meiner Sicht nicht gegen die Eignung als Piloten sondern dafür. Ich kann mir vorstellen, dass diese Entscheidung sicher nicht so einfach ist. Und sich in unserer sogenannten Leistungsgesellschaft dazu zu überwinden zu sagen "Nein ich fliege heute nicht". Da haben se bestimmt mit zu kämpfen gehabt. Ich
finde das ehrlich gesagt völlig okay. Wir sind nunmal Menschen und keine Maschinen und jeder der arbeitet weiß, dass wir nicht jeden Tag die gleiche Leistung abrufen können. Und wer weiß was bei den Piloten vor sich ging? Vielleicht haben die Kinder zu Hause oder weiß der Fuchs was.
Mal sehen, was mein Chef mir antwortet, wenn ich den nächsten Flug mit S7/ Air Astana/ Globus/ Aeroflot zum Kunden wegen Unpässlichkeit, ungutem Gefühl oder meiner Familie abzulehnen versuchte.

Mir wird wieder einmal klar, dass der westliche Liberalismus auch hier seine Grenzen zeigt. 18 Monate Unterbrechung der Pilotenausbildung wegen psychischer Probleme wären für mich als Passagier und Flugregel- Laien allerdings Grund genug, um den Kandidaten wenn nicht sofort für alle Zeit für diesen Beruf zu sperren, so doch sehr regelmässig durch den verschärften Psychotest zu bitten. Unser westliches Rechtssystem demonstriert hier deutliche Mängel- wie eben auch OFFTOPIC beim NPD- Verbot /OFFTOPIC.

Re: Maschine von Germanwings abgestuerzt

Verfasst: 28 Mär 2015, 18:59
von Berlino10
Haya hat geschrieben: Du willst mir tatsächlich sagen, dass Dir eine Sinkrate von 4000ft nicht auffallen würde?
4000ft/min ist abhängig vom flight level eine normale Sinkrate, bei FL 100 unauffällig.
20m/s, also rund 1km/min, klingt viel, man legt aber auch gleichzeitig über 12km zurück.

Natürlich muss man die nähere Untersuchung, vor allem die Synchronisation der Audio-Aufzeichnungen mit dem Flugdatenschreiber abwarten. Aber alles deutet derzeit wohl tatsächlich auf Absicht hin.
Dieser Sinkflug wurde aktiv eingegeben, offenbar kurz nachdem der Kapitän das Cockpit erlassen hatte und der Co alleine war.
Es gab keine Audio-Daten, die irgendwelche Probleme anzeigen.
Die Cockpit-Tür wurde ebenfalls aktiv verschlossen. Ein zufälliges Verschließen, etwa durch ein ohnmächtiges "Drauffallen" ist ausgeschlossen.
Man muss den Hebel nach oben ziehen, bevor man ihn verstellen kann, so zumindest die Aussagen meines Freundes, der dieses Flugzeug vor nicht langer Zeit geflogen ist.
zimdriver hat geschrieben: Unterbrechung der Pilotenausbildung wegen psychischer Probleme
Woher weißt du das? LH jedenfalls wußte es nicht. Im Lehrgang meines Freundes gab es auch Unterbrecher, die nicht psychische Gründe hatten. Ein Schnüffeln im privaten Umfeld ist vielleicht Journalisten erlaubt, dem Arbeitgeber sicher nicht. Wenn man Fachleute hört, sagen sie selbst, dass es verlässliche Psychotests ohne freiwillige Mitwirkung gar nicht geben kann. Piloten, die ihre Flugfähigkeit und damit ihre Existenz mit psychischen Problemen riskieren, werden sich so auch nicht ihrem Fliegerarzt anvertrauen, wenn sie Angst haben müssen, dass das gemeldet wird. Das bedeutet, dass man sich von Psychotests keine Sicherheit versprechen sollte. Offenbar hat dieser Pilot es auch geschafft, seinem Umfeld, seinen Kollegen lange etwas vorzumachen.