Re: Russlands Aussenpolitik
Verfasst: 06 Okt 2015, 18:07
Wenn man anfängt darüber zu spekulieren, dass RUS oder USA - jenseits geheimdienstlicher Sonderkommandos -
absichtlich Zivilisten ermorden, begeben wir uns auf schmutziges Parkett, das ich nicht betreten will.
Eine unaufgeregte Analyse Russischer Aussenpolitik in Syrien kommt von Prof. Gerhard Mangott
absichtlich Zivilisten ermorden, begeben wir uns auf schmutziges Parkett, das ich nicht betreten will.
Eine unaufgeregte Analyse Russischer Aussenpolitik in Syrien kommt von Prof. Gerhard Mangott
Die verstärkte Militärhilfe, vor allem aber die offene Militärintervention Russlands in Syrien verändert die politische und militärische Lage in diesem Land radikal. Putin hat sich dazu entschlossen, dem syrischen Regime zu Hilfe zu kommen, weil al-Assad in den letzten Monaten deutliche Gebietsverluste hat hinnehmen müssen. Mit den russischen Luftangriffen werden die syrischen Streitkräfte am Boden an allen derzeitigen Fronten unterstützt. Dabei geht es zunächst darum, eine Implosion des Regimes von al-Assad zu verhindern. Die russische Führung fürchtet, dass in einer solchen Lage ein radikal-sunnitisches Regime an die Macht gelangen könnte, das nicht nur Russlands Interessen in Syrien bedroht, sondern auch die Sicherheit im russischen muslimischen Nordkaukasus untergraben könnte.
Russland will mit dieser Intervention aber auch deutlich machen, dass eine politische Lösung der Syrienkrise ohne Moskau nicht möglich sein wird....
Die Militärintervention soll aber auch deutlich machen, dass Russland in der Lage ist, militärische Macht auch außerhalb der Region der ehemaligen Sowjetunion zu projizieren. ...
Überdies sollen keine Aufstände gegen eine aus russischer Sicht legitime Regierung mit ausländischer Hilfe zum Erfolg gelangen.
In Russland selbst wird die Putin-Führung um Unterstützung in der Bevölkerung werben müssen. Mitte September unterstützten nur 14 Prozent der Russen eine Militärintervention in Syrien. Die staatlich kontrollierten Medien arbeiten aber nun daran, dies als notwendigen Krieg gegen den islamistischen Terrorismus darzustellen, der in Syrien bekämpft werden soll, um ihn von Russland fernzuhalten. Zur Legitimitätsabsicherung nach Innen wird auch die russisch-orthodoxe Kirche benutzt. ...
Russland geht mit seinen militärischen Aktionen direkt gegen westliche Interessen vor. Es bombardiert nicht nur den Islamischen Staat, sondern auch Rebellenverbände, die von den USA oder der Türkei unterstützt werden. Für Russland ist die Jaish-al Fatah, der unter anderem die Jabhat al-Nusra (der al-Quaeda Ableger in Syrien) und die von den Türken unterstützte islamistische Ahrar al Scham angehören, ein legitimes militärisches Ziel.
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Russland erwartet von einer neuen Regierung – der al Assad auf lange Sicht nicht mehr angehören muss – die Beteiligung der Alawiten und der Christen und Vorkehrungen, um ethnische Säuberungen, die sich gegen die Alawiten richten könnte, zu verhindern. Unverhandelbar ist für Russland auch in einem post-Assad Syrien die dauerhafte russische Militärpräsenz.