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Re: Der neue Gaskrieg?
Verfasst: 10 Jan 2009, 00:02
von Kultgrieche
filuck, sag ich doch die ganze Zeit: minsk-by hat beim Leseunterricht nicht richtig aufgepasst.
Re: Der neue Gaskrieg?
Verfasst: 11 Jan 2009, 12:26
von Dietrich
http://www.aktuell.ru/russland/wirtscha ... _1861.html
4-5 "Versionen",
Aenderungen vor der eigenen Unterschrift,
Passagen ueber bezahlte Lieferungen im Vertrag ueber Transit-Beobachter,
etc. etc.
Detski Sad!
wer solche Vertragspartner (sowohl Ukraine wie auch RU) hat, der kann doch eigentlich nicht mehr ruhig schlafen!
Re: Der neue Gaskrieg?
Verfasst: 11 Jan 2009, 12:37
von Kultgrieche
Na, denke mal, die EU war ja auch nicht unbeteiligt an den Textentwürfen. Un dide EU ist meisterhaft darin, Vertragstexte in unterschiedlichen Sprachne auch mit unterschiedlichen Texten zu versehen, siehe Sarkozy-Plan zur Beendigung der Kriegshandlungen in Georgien.
He, minsk-by, eine gewisse Genugtuung kann ich mir nicht verkneifen: Hieß es nicht Deinerseits, Russland würde den Gaskrieg verlieren? Würde mal sagen, den hat die Ukraine verloren. Beobachter kontrollieren nun, dass die Ukraine nix mehr klauen kann, der Gastransit erfolgt nun ungestört, Europa bekommt sein Gas, Russland sein Geld zu hohen Preisen - und die Ukraine schaut sprichwörtlich in die Röhre, denn sie kann nun Russland nicht mehr erpressen. Entweder sie zahlt nun die gleichen Preie wie die EU oder sie muss frieren und ihre Industrieproduktion einstellen. Die Zeit arbeitet gegen die Ukraine. EU zufrieden, Russland zufrieden, Ukraine gelackmeiert. Russland hat es nun +berhaupt nicht mehr nötig, die Ukraine mit Billiggas durchzufüttern.
Re: Der neue Gaskrieg?
Verfasst: 11 Jan 2009, 12:48
von Sibirier
Kontrolle für 1 Monat, dann fängt das gleiche wieder an..... Wie schnell der Monat wieder vergeht....
Re: Der neue Gaskrieg?
Verfasst: 11 Jan 2009, 13:47
von Dietrich
Kultgrieche hat geschrieben:
He, minsk-by, eine gewisse Genugtuung kann ich mir nicht verkneifen: Hieß es nicht Deinerseits, Russland würde den Gaskrieg verlieren? Würde mal sagen, den hat die Ukraine verloren.
Das sehe ich anders.
Verloren, und zwar am Image in Europa hat Russland. Schliesslich liest man ueberall nur "Russland dreht den Gashahn ab" oder "dieser grinsende Russe hat uns das Gas abgedreht".
Ob das nun den Tatsachen entspricht, oder ob "eigentlich" die Ukrainer die Schuldigeren sind, das spielt dabei keine Rolle.
Deutschland - und nicht nur Deutschland - wird den Grad seiner Abhaengigkeit von russischem Gas nochmal gut ueberdenken. In der Hinsicht hat Russland mehr verloren, als es die Ukraine ueberhaupt verlieren kann.
Re: Der neue Gaskrieg?
Verfasst: 11 Jan 2009, 14:27
von Uwe
In der Hinsicht hat Russland mehr verloren, als es die Ukraine ueberhaupt verlieren kann
Momentan vielleicht. Aber man wird nun die Ostseepipeline puschen und dann ist man von diesen Spinnern in Polen und der Ukraine relativ unabhängig.
Re: Der neue Gaskrieg?
Verfasst: 11 Jan 2009, 14:28
von Zeppelin
Dietrich hat geschrieben:Das sehe ich anders.
Verloren, und zwar am Image in Europa hat Russland. Schliesslich liest man ueberall nur "Russland dreht den Gashahn ab" oder "dieser grinsende Russe hat uns das Gas abgedreht".
Ob das nun den Tatsachen entspricht, oder ob "eigentlich" die Ukrainer die Schuldigeren sind, das spielt dabei keine Rolle.
Das magst Du so sehen, es stimmt aber nicht.
Hier haben alle Medien unisono klar berichtet, dass die Ukraine Verursacher des Lieferstopps ist. Und insofern hat die Mehrheit Verständnis für Russland.
Die Ukrainer/-innen müssen sich daher doppelt warm anziehen - nicht nur, weil sie wohl vorerst kaum Gas bekommen werden, sondern weil die EU stink sauer ist.
Deutschland - und nicht nur Deutschland - wird den Grad seiner Abhaengigkeit von russischem Gas nochmal gut ueberdenken. In der Hinsicht hat Russland mehr verloren, als es die Ukraine ueberhaupt verlieren kann.
Das ist allerdings richtig.
Inzwischen wird sehr laut über den Bau der Nabucco-Pipeline geredet, die bislang als zu teuer galt.

Re: Der neue Gaskrieg?
Verfasst: 11 Jan 2009, 14:45
von harald63
Das Problem mit Nabucco scheint zu sein, das Gazpom schon fast alles aufgekauft hat, was am östlichen Ende reingepumpt werden könnte...
Natürlich ist es wichtig, sich von Transitländern unabhängig zu machen. Genauso wichtig ist es aber, von Lieferländern unabhängiger zu werden. Ist doch ein Aberwitz, welche Summen jedes Jahr überwiesen werden, anstatt mehr Geld in Sparmaßnahmen und Alternativen zu stecken.
Eine nette Fußnote der ganzen Geschichte ist ja auch, dass die Russen die Serben jetzt haben ziemlich frieren lassen und ein paar "böse" EU-Länder mit Lieferungen einsprangen. Für mich ist das aber auch ein Zeichen dafür, dass wirklich die Ukraine den Mist verursacht hat, denn die Russen würden es sicher gerne vermeiden, auf dem Balkan dumm dazustehen.
Re: Der neue Gaskrieg?
Verfasst: 11 Jan 2009, 14:52
von Bephep
Dietrich kann ich nur zustimmen,Russland hat an Ansehen verloren.Denn die Russen liefern kein Gas mehr,die Ukraine leitet nur durch.So sehen es die Menschen hier.Und Kindergarten ist auch der richtige Ausdruck.
Jetzt wird Russland fuer das Gas in die Ukraine auf Westniveau bestehen,ich denke vielleicht war das von Russland geplant.Wenn das richtig ist was ich denke dann hat Russland diesen Gaskrieg bewusst angefangen.Denn jetzt bezahlt die Ukraine den politischen Preis fuer die Unterstuetzung Georgiens.
Wenn Rusland 480 Euro/1000 m³ haben will und darauf besteht dann wird die Ukraine auch einen hoeheren Preis fuer die Durchleitung haben wollen.Und wie Sibirier schreibt, dann geht das ganze Theater von vorne los.
Der hoehere Preis (480 ) ist auch nahe der Erpressung. Nein,wird Kultgrieche schreiben wollen, Weltmarktpreis. Das ist richtig,aber als es vor Jahren Russland schlecht ging und sie riesige Schulden hatten, da hat auch der Westen Russland den Geldhahn nicht zugedreht.
Aber damit hat Kultgrieche recht.
Un dide EU ist meisterhaft darin, Vertragstexte in unterschiedlichen Sprachne auch mit unterschiedlichen Texten zu versehen, siehe Sarkozy-Plan zur Beendigung der Kriegshandlungen in Georgien.
Und alle, die wegen fehlender Gaslieferung frieren muessen, die werden Russland hassen.
Die Ostsee Pipeline,mit einem unsicheren Lieferanten,brauchen wir nicht.Denn diemal hat Russland den Hahn abgedreht,nicht Polen nicht die Ukraine nicht Belarus.
Bei diesem Gaskrieg hat und wird Russland viel Geld verlieren und das braucht es dringend.
Re: Der neue Gaskrieg?
Verfasst: 11 Jan 2009, 14:57
von Kultgrieche
Dietrich hat geschrieben:Das sehe ich anders.
Verloren, und zwar am Image in Europa hat Russland. Schliesslich liest man ueberall nur "Russland dreht den Gashahn ab" oder "dieser grinsende Russe hat uns das Gas abgedreht".
Ob das nun den Tatsachen entspricht, oder ob "eigentlich" die Ukrainer die Schuldigeren sind, das spielt dabei keine Rolle.
Deutschland - und nicht nur Deutschland - wird den Grad seiner Abhaengigkeit von russischem Gas nochmal gut ueberdenken. In der Hinsicht hat Russland mehr verloren, als es die Ukraine ueberhaupt verlieren kann.
Sehe ich absolut konträr: Deutschland baut zusammen mit Russland die Ostsee-Pipeline, damit ist ein klares Bekenntnis zu Russland als Lieferanten getroffen worden.
Nabucco wäre eine Alternative, aber die ist noch nicht mal fertig durchplant, außerdem macht sie wirtschaftlich nur Sinn, wenn auch turkmenisches Gas dazugemischt wird. Solange aber die Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres nicht abschließend geklärt haben, ob das Kaspische Meer ein Meer oder nur ein See ist, kann KEINE Pipleine durch das Kaspische Meer völkerrechtlich gebaut werden. Obendrein verlangt die Türkei große Kontigente des Gases für sich, dass sie teuerer weiterverkloppen möchte. Und zu guter Letzt bestehen langfriste Verträge zwischen Turkmenistan und Russland, wonach Russland turkmenisches Gas aufkauft. Und mal im Ernst: Wäre diese nordkoreanische Diktatur Turkmenistan wirklich DER erstrebenswerte Handelspartner für die EU und zuverlässiger als Russland?
"Russland dreht den Gashahn ab" oder "dieser grinsende Russe hat uns das Gas abgedreht" sind Ausruck der primitiven deutschen Tagespresse wie die "Bild". Soll Russland seine Außen- und Wirtschaftspolitik im Hinblick auf die niveaulose Bildzeitung vektorieren? Wohl kaum.
Solange die EU kakophon auftritt, ihre Wirtschafts- und Außenpolitik nicht unter einen Hut bekommt, noch nicht mal eine gemeinsame Verfassung hinkriegt, darf sich nicht die EU fragen, ob Russland ein zuverlässiger Lieferant ist, sondern Russland muss sich fragen, ob die EU ein zuverlässiger Abnehmer ist. Daher schließen einzelne Länder der EU bilaterale Verträge mit Russland ab.
Russland ist schon immer ein zuverlässiger Lieferant gewesen. Unzuverlässig ist das Transitland Ukraine. Und da liegt der Fokus.
Und das Mantra "Russland ist ein unzuverlässiger Lieferant" klingt mittlerweile wie das hilflose Jaulen einer tibetanischen Gebetsmühle die permamanent monoton betrieben wird, ein Satz, der in den Wald hineingerufen wird und wirkungslos verhallt. Was soll denn dieser Satz bewirken? Diesen Satz habe ich schon vor drei Jahren gehört. Und weiter? Ich sage dazu: Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter.