Ich frage mich nur verschiedene Dinge (in der Wissenschaft muß man häufig erst einmal die richtige Frage finden. die Antworten sind dann eigentlich das kleinere Übel...). Was ich mich so frage:
1. Die USA und ihre allierten bombardieren dort schon seit über einem Jahr, aber jetzt, wo es die Russen machen, ändert sich die Lage sehr schnell. Konnten die USA nicht oder wollten sie nicht?
2. Wenn sie nicht konnten, war es Unfähigkeit (Warum sind die Leute dann noch im Amt oder ist Unfähigkeit in der Politik kein Kündigungsgrund?), wenn sie nicht wollten, nun, darüber nachzudenken weigert sich der gesunde Menschenverstand. Was von beiden ist der Fall?
3. Wo befndet sich die vielgerühmte Freie Syrische Armee? Womit ist sie beschäftigt? Wenn sie Interesse an einer Beseitigung des IS hat (was ihr ja vom Westen bescheinigt wird), um welche wichtigen Dinge kümmert sie sich gerade? Warum tut sie nicht das, was ein logisch denkender Mensch tun würde: Die Gunst der Stunde nutzen, jetzt mit Syrien gegen des IS vorgehen und sich damit für eine Regierungsbildung empfehlen? Was hält sie davon ab?
4. Es gibt einen Punkt, in dem Russen und Amerikaner einer Meinung sind: Die effektivsten Kämpfer gegen den IS waren (und sind vielleicht noch) die Kurden. Sie haben Christen aus einem Gebirge im Nordirak befreit und um eine Stadt im Nordirak gekämpft und die Bundesregierung hat sie (in diesem Falle meiner Meinung nach nicht komplett zu Unrecht) mit Waffen versorgt. Warum aber werden jetzt die von Deutschland (einem NATO-Mitglied) unterstützten Kurden von der Türkei (einem weiterem NATO-Mitglied) bombardiert und somit von ihrem wichtigsten Problem, dem Kampf gegen den IS, abgehalten? Gut hier hätte ich den Vorschlag einer Antwort: Sie dürfen um nichts in der Welt einen eigenen Staat bekommen..., aber hat die NATO in diesem Falle als Militärbündnis überhaupt so etwas wie einen Plan? Oder ist man sich nur gegen Russland einig?
5. Was eigentlich hält die USA davon ab, in diesem Falle mit Russland zusammenzuarbeiten? Wäre das nicht eine Gelegenheit, um der ganzen Welt zu zeigen, dass gegen den Terrorismus zwei Großmächte zusammenarbeiten können? Das wäre ein machtvolles Signal für die ganze Welt: Man kann es als Terrorgruppe mit den USA und jetzt auch mit Russland gemeinsam zu tun bekommen. Ich wüßte dann nicht, vor wem ich mehr Angst haben sollte...
Was hält die USA davon ab, diese (auch für ihre eigene nationale Sicherheit günstige) Gelegenheit zu ergreifen? Was ist ihnen in diesem Falle wichtiger als ihre eigene vielbeschworene nationale Sicherheit?
Also bin ich aus Petersburg mit mehr Fragen als Antworten zurückgekommen, merke mir meine Fragen, hab's ja außerdem aufgeschrieben (ich bin für logisch begründete Antworten dankbar

) und gehe in die Badewanne...
P.S. ... und Kommentare zur Bundesregierung schenke ich mir, deren Außenpolitik in diesem Falle ist von der Amerikanischen nicht zu unterscheiden und hat mit der Wahrung deutscher Interessen nichts gemein. Hat unser Land in diesem Falle eigentlich eigene Interessen zur Konfliktregelung, außer das fügsam nachzuplappern, was ihr aus Washington vorgelegt wird?

Du liebe Güte, jetzt habe sie doch kommentiert...