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Re: Urteile Timoschenko / Chodorkovskij / Begnadigungsrecht

Verfasst: 07 Mai 2012, 09:25
von andreask020361
bin ja gespannt wann das ganze timoschenko theater aufhört.unsere ärzte besonders aus der charite,sollten mal so zu den eigenen leuten sein wie sie sich jetzt so um diese tante sorgen,die genauso viel dreck unter den nägeln hat wie andere mafiosi

Re: Urteile Timoschenko / Chodorkovskij / Begnadigungsrecht

Verfasst: 02 Nov 2012, 02:05
von Axel Henrich
Strafmilderung für Lebedew: Chodorkowski-Partner kommt im Juli 2013 frei
Ein Gericht im nordrussischen Welsk hat Platon Lebedew die 13-jährige Gefängnisstrafe um drei Jahre gekürzt. Laut Gerichtsbeschluss kommt der ehemalige Bankier und Geschäftspartner des Ex-Öl-Milliardärs Michail Chodorkowski bereits im nächsten Juli frei.

Damit hat das Gericht dem Antrag der Anwälte zum Teil entsprochen. Das Urteil wurde im Zusammenhang mit Novellen zum Strafgesetzbuch revidiert, die mildere Strafen für Wirtschaftsdelikte vorsehen.
-ah-

Re: Urteile Timoschenko / Chodorkovskij / Begnadigungsrecht

Verfasst: 18 Jan 2013, 11:08
von Axel Henrich
Hier mal ein interessanter Artikel zum Tod des Chodorkowski-Anwalts Schmidt am 12.1.2013 ...

Zum Tod von Jurij Schmidt
Seinen Ruf als Anwalt erarbeitete sich Jurij Schmidt in ganz normalen, also nicht politischen Strafprozessen. Das war nicht üblich im sogenannten sowjetischen Rechtssystem. Hier war ein Anwalt meist nur Staffage, damit die Gerichtsverhandlung genannte Farce, in der über 98 Prozent der Anklagen in Verurteilungen endeten, aussah wie eine echte Verhandlung über das, was tatsächlich geschehen war. Jurij Schmidt wurde als Anwalt bekannt, der, im Gegensatz zum Üblichen, für seine Mandantinnen und Mandanten das unter diesen Bedingungen Möglichste heraus holt.
Mit der Perestroika dann konnte Jurij Schmidt sein doppeltes Talent als skrupulöser Kenner des Rechts und politscher Redner. Alle seine Fälle hatten einen politischen (Hinter-)Grund: [...]
2004 übernahm Jurij Schmidt die Leitung des Verteidigerteams von Michail Chodorkowskij, weil er sich davon überzeugt hatte, dass die Anklage auf politischen Motiven fußt. Unermüdlich wiederholte er, es handele sich, unabhängig ob die Anklagepunkte nun stimmen oder nicht, nicht um einen rechtsstaatlichen Prozess. Doch Michail Chodorkowskij wurde zu sieben Jahren Lagerhaft verurteilt. Obwohl schon erkrankt, besuchte Jurij Schmidt Chodorkowskij im Lager, siebentausend Kilometer von St. Petersburg entfernt in Sibirien. Er verteidigte ihn auch im zweiten Prozess, in dem seiner tiefen Überzeugung nach Chodorkowskij zum zweiten Mal für die gleiche, nicht begangene Tat verurteilt wurde.

Der Chodorkowskij-Prozess wurde zum Fall seines Lebens, zu einer sehr prinzipiellen, einer Herzensangelegenheit. In einem Interview 2011, bereits abgemagert und gezeichnet von seiner Krankheit, bekannte Jurij Schmidt: „Ich habe Michail Chodorkowskij gesagt, dass ich es nicht gewohnt sei mit dem Gefühl, eine Schuld nicht beglichen zu haben zu sterben. Und ich habe ihm dafür gedankt, dass er mich ‚aufhält’. Er ‚hält“ mich wirklich. Ich will erleben, wie er freikommt.“ Diese Hoffnung hat Jurij Schmidt im letzten Jahr getragen.

Für seinen Einsatz für die Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit erhielt Jurij Schmidt zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. 2012 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. 2006 ehrte ihn die Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Petra-Kelly-Preis.
-ah-

Re: Urteile Timoschenko / Chodorkovskij / Begnadigungsrecht

Verfasst: 18 Jan 2013, 14:20
von Gunnar
AH, danke für den Link. Dass der gestorben ist hatte ich gar nicht mitbekommen :shock:

Ich habe Michail Chodorkowskij gesagt, dass ich es nicht gewohnt sei mit dem Gefühl, eine Schuld nicht beglichen zu haben zu sterben
...hm, nicht gewohnt? war er denn schonmal vorher gestorben? ;)

Re: Urteile Timoschenko / Chodorkovskij / Begnadigungsrecht

Verfasst: 18 Jan 2013, 14:52
von Kultgrieche
Gunnar hat geschrieben:AH, danke für den Link. Dass der gestorben ist hatte ich gar nicht mitbekommen :shock:
Ich habe Michail Chodorkowskij gesagt, dass ich es nicht gewohnt sei mit dem Gefühl, eine Schuld nicht beglichen zu haben zu sterben
...hm, nicht gewohnt? war er denn schonmal vorher gestorben? ;)
Vielleicht im Stammhirn?

Re: Urteile Timoschenko / Chodorkovskij / Begnadigungsrecht

Verfasst: 19 Jan 2013, 01:36
von Axel Henrich
Gunnar hat geschrieben:
Ich habe Michail Chodorkowskij gesagt, dass ich es nicht gewohnt sei mit dem Gefühl, eine Schuld nicht beglichen zu haben zu sterben
...hm, nicht gewohnt? war er denn schonmal vorher gestorben? ;)
Ja tatsaechlich, habe ich so gar nicht gelesen ... Hat er aber auch im Original so gesagt, ist also nicht mal ungluecklich uebersetzt ...:Защищать Ходорковского для меня - честь / Die Verteidigung Chodorkowskis ist fuer mich eine Ehre
я сказал Михаилу Борисовичу, что я не привык умирать с неисполненным чувством долга [...]
... dass ich es nicht gewohnt bin zu sterben, mit dem Gefuehl die Pflicht nicht erfuellt zu haben ...

О дате и месте похорон пока неизвестно / Datum und Ort der Beerdigung sind momentan noch nicht bekannt.

-ah-

Re: Urteile Timoschenko / Chodorkovskij / Begnadigungsrecht

Verfasst: 27 Jan 2013, 13:07
von umergel
Politik ist leider auch in genannten Fällen entscheident, die führenden Kräfte in Regierung und Politik haben zu entscheiden, was da passiert im eigenen Land, sollten ihren Bürgern insgesamt aber verpflichtet sein. Das Ausland macht seine eigene Politik, für oder gegen die entsprechenden Regierungen, das war so und bleibt auch so. Eine Objektivität erkennt man da nur selten, es ist jede Berichterstattung dazu auch subjektiv gefärbt. Deutschland hat da keinen Grund, so sehr auf die Pauke zu hauen. Wie ist man nach dem Einigungsvertrag mit der DDR- Intelligenz, mit vielen Berufsgruppen umgegangen, wie viel neues Unrecht ist da bis heute hin entstanden, wo man doch Unrecht beseitigen und vermeiden wollte. Auch ein amerikanischer Präsident z. B. lässt sich kaum von aussen beeinflussen, wen er doch vielleicht noch begnadigt oder nicht.

Re: Urteile Timoschenko / Chodorkovskij / Begnadigungsrecht

Verfasst: 27 Jan 2013, 13:29
von pippie
umergel hat geschrieben: ...Deutschland hat da keinen Grund, so sehr auf die Pauke zu hauen. Wie ist man nach dem Einigungsvertrag mit der DDR- Intelligenz, mit vielen Berufsgruppen umgegangen, wie viel neues Unrecht ist da bis heute hin entstanden, wo man doch Unrecht beseitigen und vermeiden wollte...
Ach weißt du, das ist sicher richtig, aber ich stelle mir gerade mit Grausen vor, wie es gewesen wäre, wenn es umgedreht gekommen wäre. Die DDR-Führung hätte auch viele gute Gründe gefunden, warum man mit dem ehemaligen Klassenfeind "so" umgeht. Ich finde, es lief alles relativ zivilisiert ab und jede Regierung braucht nunmal ihre Buhmänner, um mit "teile und herrsche" zu bestehen.

Re: Urteile Timoschenko / Chodorkovskij / Begnadigungsrecht

Verfasst: 27 Jan 2013, 14:09
von umergel
Sicher, jedes System hat seine Buhmänner, Buhfrauen, lässt aber auch gewisse Ventile offen und zu, wenn es zu doll kommt, der Druck zu groß wird. In der DDR haben die alten Männer an der Spitze sicher die Zeichen der Zeit nicht erkennen können oder wollen, haben die Hinweise des großen Bruders in Sachen Perestroika nicht verstehen wollen, dann wurden diese alten Herrschaften vom großen Bruder unter Gorbatschow einfach mit verkauft, mit frei gegeben, man brauchte diese kleinen, alten lernunwilligen Brüder nicht mehr und nebenbei....hat man die ganze DDR mit aufgegeben und verkauft. Die DDR selber hat ja vorher auch genug Menschen verkauft gegen harte Währung. Das mag komisch klingen, aber vieles hätte auch in der DDR bei rechtzeitiger Gegensteuerung und gewisser Öffnung in die Zukunft anders verlaufen können. Aber die Geschichte lässt sich nicht betrügen, das gilt auch für das jetzige System. Jeder Mensch sieht ja Geschichte und Politik aus seiner subjektiven Brille.

Re: Urteile Timoschenko / Chodorkovskij / Begnadigungsrecht

Verfasst: 28 Feb 2013, 02:09
von Axel Henrich
EP-Beobachter: Anklage Timoschenkos wegen Beihilfe zum Mord ist „politisch zweifelhaft“
„Auch wenn die Anklage aus juristischer Sicht einwandfrei ist, wirkt sie aus politischer Sicht zweifelhaft“, sagte Kwasniewski [...]
Neben dem ehemaligen Vorsitzenden des Europäischen Parlaments (EP), Pat Cox, leitet Kwasniewski die im Juni 2012 gebildete Beobachtungsmission dieser europäischen Institution. Im Auftrag des Europäischen Parlaments überwacht er die Gerichtsprozesse gegen die inhaftierten Oppositionsführer in der Ukraine.
Timoschenko-Tonbänder: Ex-Präsidentenleibwächter will Verwicklung in Auftragsmord beweisen
Wie der stellvertretende Staatsanwalt Renat Kusmin späterhin äußerte, hat die Generalstaatsanwaltschaft allen Grund zur Behauptung, dass der Mord an Jewgeni Schtscherban von Ex-Premier Pawel Lasarenko organisiert worden war. Lasarenko habe im Interesse des Unternehmens „Einheitliche Energiesysteme der Ukraine“ gehandelt, das zu diesem Zeitpunkt von Timoschenko kontrolliert wurde. Lasarenko verbüßt derzeit in den USA eine Haftstrafe wegen Geldwäsche, Erpressung und Betrug.

„Der Drahtzieher des Mordes an Jewgeni Schtscherban heißt Pawel Lasarenko“, heißt es in der Erklärung des ehemaligen Kutschma-Leibwächters. Als weiteren Hintermann nennt er einen gewissen Kuschnir, der in Kriminellenkreisen kein Unbekannter sei. Die Bezahlung für den Auftragsmord habe Lasarenkos Geschäftspartner Petr Kiritschenko gemeinsam mit Julia Timoschenko abgewickelt, so Melnitschenko.
Anfang 2002 waren acht Tatverdächtige im Fall des ermordeten Abgeordneten verhaftet worden. Sie alle wurden vor Gericht schuldig gesprochen. Drei Mitglieder von organisierten Verbrecherbanden wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.

Den Ermittlern zufolge waren den Killern mehr als 2 Millionen Dollar von Firmen überwiesen worden, die unter der Kontrolle von Timoschenko und Lasarenko standen.
-ah-