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Re: Referendum Donezk

Verfasst: 11 Mai 2014, 18:49
von kamensky
Sibirier hat geschrieben:Wenn man die Ostukraine zwingen moechte, wird es dort nur noch mehr Terroranschlaege geben. Kiev wird dagegen machtlos sein. Das ist meine Meinung. Kiev sollte dort mit den Leuten an den runden Tisch vom Westen "gezwungen" werden. Das meinte ich auch mit Merkelreise, dort hin und vermitteln, zwischen beiden Parteien.

Wenn die ukrainische Uebergangsregierung in Kiev das im Osten weiter abtut, Terrorismus, nicht sprechen miteinander, usw. Wird sie die Ostukraine verlieren, obwohl ich vom Grund auf denke, dass sie zusammen bleiben wollen...Aber die Ostukrainer werden ohne Mitspracherecht bzw. Ein Teil Eigenstaendigkeit nicht aufgeben..
Grundlegend bin ich eher Optimist, jedoch überkommt mich je länger desto mehr das Gefühl, dass es zu einer Abspaltung kommen wird, denn es ist m. E. zuviel Porzelan zerschlagen worden, doch Hoffnung besteht nach wie vor und diese stirbt bekanntlich zuletzt!

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 11 Mai 2014, 18:52
von Sibirier
Ja, deswegen wuensche ich mir sehnlichst, Gespraeche zwischen Ost- und Westukraine...

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 11 Mai 2014, 19:30
von kamensky

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 11 Mai 2014, 19:43
von Sibirier
Es ist doch klar, dass niemand das Referendum akzeptieren wird, aber wem wird dies helfen? Weder Kiev noch Donezk. Aber vielleicht Donezk mehr, weil sie die Steuern nicht mehr an Kiev abfuehren werden. Aber hoffentlich ist die Regierung dort keine 2. Timoschenko oder Janukowitsch... ;)

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 11 Mai 2014, 20:06
von kamensky
Sibirier hat geschrieben:Es ist doch klar, dass niemand das Referendum akzeptieren wird, aber wem wird dies helfen? Weder Kiev noch Donezk. Aber vielleicht Donezk mehr, weil sie die Steuern nicht mehr an Kiev abfuehren werden. Aber hoffentlich ist die Regierung dort keine 2. Timoschenko oder Janukowitsch... ;)
Das wäre dann wortwörtlich "Glück im Unglück" oder eher umgekehrt?

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 11 Mai 2014, 20:27
von _RGP_
Bericht aus dem Donbas:
http://www.faz.net/aktuell/ostukraine-g ... 34138.html


Vor einem Wahllokal in Mariupol:

[youtube]oNgrCO8LHkc[/youtube]

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 12 Mai 2014, 07:47
von m1009
Laut DE Radio.... 89% fuer eine Republik .....

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 12 Mai 2014, 08:29
von Nikolaus
Ja, das erwartete Resultat.
Mich hatten gestern die Schlangen vor den Wahllokalen, die ja von vielen Leuten ins Internet gestellt wurden (hier im Forum sind ja auch ein paar Beispiele), endgueltig davon ueberzeugt, dass die "Separatisten" eben doch die Meinung der ganz ueberwiegenden Zahl der Normalbuerger im Donbass vertreten.
Selbst wenn diese Volksabstimmung nicht voellig den Kriterien "demokratischer" Wahlen entsprochen hat; das ist doch Wurscht: Sie hat jedenfalls ganz klar gezeigt, dass der einfache Buerger dieser Gebiete ohne die Kiewer Putschregierung leben will und diese nicht anerkennt. Daran aendert auch alles Klaeffen der westlichen Foerderer der Kiewer Faschisten nichts. Und die Kiewer Panzer mit faschistisch dominierter Nationalgarde bestaerken die Buerger natuerlich nur in dieser ihrer Meinung.
Klar, die Separatisten verstossen, ebenso wie das die Kiewer Putschisten getan haben, gegen die ukrainische Verfassung. Das ist wohl jeder Revolution eigen. Aber im Gegensatz zu diesem Kiewer Putsch-Parlament mit seinem Putsch-Praesidenten und seiner brutalen rechten Putsch-Regierung haben sie nun gezeigt, dass sie in den Gebieten, die sie vertreten, die Bevoelkerung hinter sich haben. Ganz egal, was der "freiheitlich-demokratische" Westen da sagt ...

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 12 Mai 2014, 09:49
von Kultgrieche
Nikolaus, stimme dir da 100%ig zu. Meine Ehefrau sieht es genauso.

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 12 Mai 2014, 10:31
von _RGP_
Umfrage deutet auf Richtigkeit des Ergebnisses hin:
Auch eine Stichprobenbefragung durch den Korrespondenten der F.A.Z., Konrad Schuller, und sechs weiterer Korrespondenten internationaler Medien ... deutete auf eine überwältigende Mehrheit für eine Abtrennung von der Ukraine hin.

Die Befragung, die nicht den Anspruch erhebt, repräsentativ zu sein, schien außerdem darauf hinzudeuten, dass im Gebiet Donezk die meisten Bewohner die Absicht hatten, an dem „Referendum“ teilzunehmen. ...

Die Journalisten... befragten insgesamt 186 Personen. Von diesen gaben 62,4 Prozent Prozent an, an dem Referendum teilnehmen zu wollen. 36,6 Prozent lehnten das Plebiszit ab, zwei Befragte wussten noch nicht, ob sie abstimmen würden.

... Zählt man alle Befragten mit, also auch diejenigen, die nicht zum „Referendum“ gehen wollten, zeichnet sich eine knappe Zweidrittel-Mehrheit für die Loslösung vom ukrainischen Zentralstaat ab. 65,6 Prozent äußerten sich in diesem Sinne.

Zählt man allein diejenigen Befragten, die die Absicht äußerten, teilzunehmen, lässt die Befragung eine überwältigende Mehrheit „gegen Kiew“ erwarten. Das liegt daran, dass Gegner der Abtrennung offenbar größtenteils entschlossen waren, die Abstimmung zu boykottieren. In der Folge haben an dem „Referendum“ möglicherweise fast Ausschließlich Unterstützer der „Eigenständigkeit“ teilgenommen. Die Korrespondenten fanden unter den befragten Bürgern, welche abstimmen wollten, jedenfalls eine Mehrheit von 94,8 Prozent für die Unabhängigkeit.

An der Stichprobe nahmen Korrespondenten folgender internationaler Medien teil: Der Spiegel, Die Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Kyodo News Agency, Süddeutsche Zeitung, The Irish Times, The Washington Post, ZDF.

Die Befragung erhebt nicht den Anspruch wissenschaftlicher Genauigkeit und dient allein einer groben Orientierung. Sie erschien den Korrespondenten notwendig, weil das Referendum in der Ostukraine nicht von unabhängigen Beobachtern kontrolliert wird, und es an Anhaltspunkten fehlt, anhand derer die erwarteten Mitteilungen der Veranstalter bewertet werden könnten.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 34681.html

Wie im Artikel 2 mal erwähnt, entspricht die Umfrage nicht dem Standard deutscher Wahlumfragen, aber ein starkes Zeichen dafür, daß das Ergebnis weder omplett erfunden noch ausgewürfelt wurde, dürfte es sein.
Positiv ist außerdem, daß die Daten der Umfrage genannt werden, und nicht einfach nur ein Ergebnis präsentiert wird.
Die Daten zu Fragestellung, Teilnehmerzahl, Ort der Befragung zu den Umfragen, welche vor ein paar Tagen Ablehnung beweisen sollten, sind (außer dem Ergebnis) offenbar nirgends aufzufinden (von der vermeintlichen Krimbefragung unter 20 Personen wollen wir gar nicht reden).