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Re: Afghanistan
Verfasst: 11 Dez 2009, 11:27
von Zejtnot
Ich würde eher unter die Kategorie Gutmensch fallen, gebe Euch aber dennoch Recht. Hätte Amerika in den 1940ern nicht in den Krieg eingegriffen, hätten wir heute unter Umständen nicht jene Demokratie in Deutschland, die ich jedenfalls schätze. Ich sehe also auch eine reelle Gefahr durch Islamisten - und das Motto: "Wir rühren sie nicht an, dann lassen sie uns auch in Frieden." halte ich für sehr gefährlich.
Die Frage bleibt aber für mich: Kann man diesen Krieg überhaupt gewinnen? Gibt es ein reelles Konzept gegen Selbstmordanschläge, gegen Freischärler, gegen Verrückte in den Höhlen, etc.? Sind wir in in den letzten Jahren auch nur einen Schritt vorangekommen?
Re: Afghanistan
Verfasst: 11 Dez 2009, 11:54
von Dietrich
Zejtnot hat geschrieben:
Die Frage bleibt aber für mich: Kann man diesen Krieg überhaupt gewinnen? Gibt es ein reelles Konzept gegen Selbstmordanschläge, gegen Freischärler, gegen Verrückte in den Höhlen, etc.? Sind wir in in den letzten Jahren auch nur einen Schritt vorangekommen?
Dafür müsste man aber die Frage beantworten können "Wo wären wir, wenn wir die Hände in den Schoß gelegt hätten?"
Wenn man sich im Sturm irgendwo dran festhält um nicht abgetrieben zu werden, dann kommt man auch keinen Schritt weiter.
Re: Afghanistan
Verfasst: 11 Dez 2009, 15:52
von Saboteur
Also n paar Kommentare sind ja hier bissl platt. Es geht doch nicht darum jemanden Schaden zuzufügen sondern darum, wie der Angriff aus welchen Gründen geführt wurde. Und da sich in Bezug auf den Angriff und deren Auswirkungen Leute in Lügenkonstrukte verrant haben und wissentlich falsch die Öffentlichkeit informiere. Ich finde diese Widersprüche aufzuklären hat was mit Demokratie und Wahrung der Menschenrechte (um die es in Deutschland nunmal nicht so gut steht) zu tun. Und wie sich an dieser Stelle unmenschlich "über die paar Zivilisten" geäußert wird lässt mich erschaudern...
Darüber hinaus it es ein Unterschied ob ich mich durch einen Tanklaster bedroht fühle und zuschlage oder ob ich 4 Leute ausschalten möchte und der Rest dann halt Kollerteralschäden sind...
Im Endeffekt ist keiner von uns da unten, aber zu sagen: selbst schuld, was hängt ihr auch mit den Taliban rum ist ja wohl mehr als daneben...
Re: Afghanistan
Verfasst: 11 Dez 2009, 16:12
von Dietrich
Saboteur hat geschrieben:
Im Endeffekt ist keiner von uns da unten, aber zu sagen: selbst schuld, was hängt ihr auch mit den Taliban rum ist ja wohl mehr als daneben...
Aber die Soldaten da hinschicken damit sie für uns ihren A... hinhalten und ihnen bei der erstbesten Gelegenheit in denselben zu treten, das ist nicht daneben?
Es geht doch gar nicht darum, dass solche Vorfälle nicht untersucht werden sollen. Aber die Hysterie mit der es dann von der deutschen Presse und der Opposition (die in Teilen natürlich GAAAANZ anderer Meinung wäre, wenn es wieder eine GroKo gegeben hätte) betrieben wird, das finde ich nicht O.K.
Wenn die Taliban Tanklaster klauen, dann bestimmt nicht, um damit dann Krankenwagen zu betanken oder Kinderheime zu beheizen. Dann muss man sie ihnen entweder unter großer Gefahr für die eigenen Truppen wieder abnehmen, oder eben zerstören. Dafür sollte man dann zwar schon den best möglichen Zeitpunkt wählen, aber das kann dann natürlich auch zu Fehleinschätzungen führen.
Für unsere Soldaten sind die Taliban "der Gegner". Und je mehr man davon heute umbringt, desto weniger schießen morgen auf dich.
Re: Afghanistan
Verfasst: 11 Dez 2009, 16:48
von Nikolaus
Richtige Worte vom Saboteur, dem muss ich einfach zustimmen.
Dietrich hat geschrieben:Für unsere Soldaten sind die Taliban "der Gegner". Und je mehr man davon heute umbringt, desto weniger schießen morgen auf dich.
Also das ist eine These vielleicht aus den Indianerkriegen. Schon Karl May war wohl weiter.

Sorry.
Ansonsten sollte man wirklich wenigstens ein bisschen die Argumentation der verschiedenen Parteien kennen (und vielleicht auch ein klein wenig Voelkerrecht, z.B. die Genfer Konvention...).
Re: Afghanistan
Verfasst: 11 Dez 2009, 16:56
von zimdriver
Saboteur,
Ich bin ganz sicher gegen diesen Krieg, weil er unsinnig ist. Wie ich schon weiter oben schrieb, hilft ein Gespräch mit einem oder mehreren Afghanistan- Veteranen zu manchen Einsichten.
Ebenso war der Einsatz in Bosnien fraglich, über den Irak kann man auch lange sinnieren.
Aber: Wer A sagt, muss auch B sagen, leider. Oder hat wer wirklich geglaubt, dass man mit gepanzerten Fahrzeugen, schweren Waffen und extra- Sold Blümchen pflanzt, Solaranlagen aufstellt und den Frauenfussball fördert?
Oder ist das da bei der Entscheidung für den Bundeswehreinsatz so gelaufen wie in jenem alten Witz über die Massenveranstaltung der Nazis:
Lange nach dem Krieg schaut sich der Enkel mit dem Opa den Filmbericht an, wo das Volk geschlossen den rechten Arm hebt und ja grölt, als Hitler die Frage nach dem totalen Krieg stellte. Plötzlich sieht Enkel entsetzt den Opa auf dem Bildschirm und fragt ihn, weshalb er dafür gestimmt hat. Sagt der Opa: Nein, nein, ich habe den Arm gehoben zur Wortmeldung und gerufen: Moment mal, ich habe da eine Frage.
Jetzt müssen deutsche Gerichte und Paragraphen, wenn die nicht helfen, dann die Bild- Zeitung herhalten, um entrüstet zu sein. Der neue Verteidigungsminister, der damals noch gar nicht im Amt war, und jetzt, zur Zielscheibe gemacht, flink nochmals nach Kunduz geflogen ist, hat meinen vollen Respekt. Sich vor Ort ein Bild machen, mit deutschen Soldaten, die sich jetzt schuldig fühlen sollen, die Situation nochmals erörtern, mit Kommandeuren gleich welcher Gruppe auswerten ist eine grössere Leistung als daheim Aufklärung zu fordern.
Re: Afghanistan
Verfasst: 11 Dez 2009, 16:57
von zimdriver
Nikolaus hat geschrieben:.....
Dietrich hat geschrieben:Für unsere Soldaten sind die Taliban "der Gegner". Und je mehr man davon heute umbringt, desto weniger schießen morgen auf dich.
Also das ist eine These vielleicht aus den Indianerkriegen. Schon Karl May war wohl weiter.

Sorry.......
Hab ich was verpasst bei der Freund- Feind- Definition in einem Krieg? Wer zuerst schiesst, lebt länger. Oder?
Re: Afghanistan
Verfasst: 11 Dez 2009, 17:10
von Dietrich
Nikolaus hat geschrieben:
Dietrich hat geschrieben:Für unsere Soldaten sind die Taliban "der Gegner". Und je mehr man davon heute umbringt, desto weniger schießen morgen auf dich.
Also das ist eine These vielleicht aus den Indianerkriegen. Schon Karl May war wohl weiter.

Sorry.
Noe. Soweit ich weiss hat man auch in den Kriegen nach Karl May (im WWI + II, in Vietnam, im Irak und anderswo) weiterhin versucht, das der Feind tot war, bevor er selber schiessen konnte.
Re: Afghanistan
Verfasst: 11 Dez 2009, 17:15
von Nikolaus
Offenbar noch viel mehr verpasst! Zweikaempfe vor der Phalanx sind z.B. auch nicht mehr ueblich...
Die amerikanischen Piloten sind da schon etwas weiter, die schlugen doch wohl vor, die Benzin klauenden Zivilpersonen zunaechst durch Tieffluege zu vertreiben...?!
Re: Afghanistan
Verfasst: 11 Dez 2009, 18:03
von bauplan
Dietrich hat geschrieben:
Für unsere Soldaten sind die Taliban "der Gegner". Und je mehr man davon heute umbringt, desto weniger schießen morgen auf dich.
Tolle Rambomentalität.
Wenn dann bitte konsequent.
Alle Islamisten, Moslems, Araber erschiessen, weil da könnten mal Taliban draus werden.
Chinesen, Nordkoreaner etc. auch, weil das sind potentielle Kommunisten, die eh nur die Weltherrschaft haben wollen.
Afrikaner auch, weil spätestens wenn die Klimakatastrofe weiterschreitet, stehen die vor Europas Tür und werden was von unserem Reichtum haben wollen, den unsere Soldaten dann verteidigen müssen.
Wenn man diese These also konsequent verfolgt, löst man auch gleich das Klimaproblem und die Überbevölkerung.