Re: Hilfe, meine Freundin trinkt
Verfasst: 11 Aug 2010, 03:19
Dem letzten Beitrag kann ich eigentlich nur Recht geben, ich bin jetzt schon alkoholkrank ohne übermässig zu trinken, aber ihre mittlerweile dauernden Ausfälle machen mich auch kaputt. Sie ist jetzt seit 4 Wochen in Deutschland, aber außer dem Bett, was sie selten und wenn dann gegen späten Nachmittag verlässt, hat sie eigentlich nicht viel gesehen hier, doch, zweimal waren wir schon im Krankenhaus wegen Entzugserscheinungen, respektive Symptomen des fortgeschrittenen Alkoholabusus (einmal 2,2, einmal 2,7 Promille!!!). In der Psychatrie hat mir der Arzt, der sich viel Zeit genommen hat, geraten, sie kontrolliert mit Bier auf einen erträglichen Alkoholpegel zu bringen, auch in Anbetracht der Tatsache, dass sie in einer Woche wieder zurückfliegen muss. Immer wieder verlangt sie aber nach was hartem, was ich ihr verweigere. Sie sagt, sie hat keine Lust mehr auf dieses "Leben", will eine Therapie machen, jedoch ist diese in Deutschland aufgrund ihrer nach wie vor nicht vorhandenen Sprachkenntnisse nicht ohne weiteres möglich und ich bin oft genug in Russland, um zu ahnen, dass die Qualität der Entzugseinrichtungen nicht wirklich erfolgversprechend ist. Sie ist auch nach wie vor so naiv zu glauben, dass sie nach der Therapie wieder so trinken könnte, wie normale Menschen und nicht nur das, sie wundert sich, dass sie früher doch auch mal eine ordentliche Menge Cognac trinken konnte, ohne dass es ihr so schlecht ging wie jetzt, das kann doch nur schwarze Magie sein, jemand hätte sie verhext. Ich kann dieses dumme Zeug, diesen verdammten Aberglauben nicht mehr hören, das macht mich so wütend. Ich bin da realistisch, meine Prognose ist ganz schwarz, aber ich lasse mich gerne überraschen. Da es in der "sowjetischen" Klinik ja offenbar das Krankheitsbild Alkoholismus nicht gibt, muss ich mich jetzt netzmässig mal auf die Suchen nach was Privatem machen und dann da bei meinem nächsten Besuch hinfahren und mich von dem Zustand der Einrichtung überzeugen, ich denke, ich kann mich mittlerweile, dank ihrer Totalverweigerung ein paar Worte Deutsch zu lernen, halbwegs verständigen. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp.