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Re: Russlands Aussenpolitik
Verfasst: 12 Feb 2012, 18:39
von bauplan
harald63 hat geschrieben:
Da baust Du Dir jetzt aber schon ein bisschen arg einen Pappkameraden zusammen. Zwar tappen die Amis oft genug in die "Der Feind meines Feindes ist mein Freund"-Falle, aber in diesem Fall wohl nicht. Nur weil beide das gleiche wollen, tun sie es noch lange nicht zusammen.
Du hast natürlich Recht, in diesem Fall haben beide nun echt unterschiedliche Intetionen was nach dem Fall Assads kommt.
Aber es zeigt doch, dass ein einfaches "Assad muss weg, egal wie" nichts bringt, vor allem wenn gewaltätige Gruppierungen, wie die Regierung der USA und Al-Quaida, in diesem Fall beide den Zugriff auf das syrische Volk haben wollen. Vom Chaos danach profitieren beide.
Selbst einige umliegenden Staaten sagen: Lieber einen berechenbaren Diktator als ein Chaos.
Re: Russlands Aussenpolitik
Verfasst: 12 Feb 2012, 22:25
von Jurij
harald63 hat geschrieben:bauplan hat geschrieben:Man könnte fast zynisch werden. Zwei Schlagzeilen von heute.
Wie schon in Afghanistan, als es gegen die Sowjetunion ging, nun wieder, Taliban und USA zusammen.
1. Schlagzeile "Al-Qaida-Chef ruft zum Sturz von Assad auf"
Da baust Du Dir jetzt aber schon ein bisschen arg einen Pappkameraden zusammen. Zwar tappen die Amis oft genug in die "Der Feind meines Feindes ist mein Freund"-Falle, aber in diesem Fall wohl nicht. Nur weil beide das gleiche wollen, tun sie es noch lange nicht zusammen.
Die USA wollen die syrischen Islamisten jetzt doch mit Waffen vesorgen. Aus Libyen nichts gelernt und immer noch meinen, dass man durch solch eine Strategie etwas für die Demokratie tut.
Re: Russlands Aussenpolitik
Verfasst: 12 Feb 2012, 22:28
von Jurij
Axel Henrich hat geschrieben:
Klingt doch nicht so schlecht ...
-ah-
Mal schauen. Die NATO ist nunmal nicht mehr das, was sie noch zu den Zeiten von de Gaulle war.
Re: Russlands Aussenpolitik
Verfasst: 13 Feb 2012, 02:51
von GIN
Apollo hat geschrieben:"Demokratie" schaffen ist die eine Sache, einen "Genozid" an der Bevölkerung zu verhindern die andere Sache.
Diplomatisch betrachtet hat man Lawrow dort als "Hampelmann" instrumentalisiert. Nicht umsonst sieht man diese Bilder von hochrangingen "westlichen" in Ländern wie Kasachstan, Turkmenistan, Aserbaidschan beispielsweise nicht.
Wenn Russland in Syrien viel zu verlieren hat, wäre es gut beraten mässigend auf das Regime einzuwirken.
Ob Botschafter oder Aussenminister als Hampelmänner begrüsst werden ist egal...... die Realität in Damaskus sieht anders aus als ein Spon gerne zeigen möchte, ich hab ständigen Kontakt mit meinen Freunden da, vor dem Aufstand waren die keine Anhänger von Assad, jetzt werden sie durch den Konflikt dazu gezwungen ihn zu hassen oder zu unterstützen.
ein Alltag in Syrien sieht so aus, will aber ein Spon nicht zeigen, den sein Job ist es eine Meinung zu bilden
http://www.katholisches.info/2012/02/08 ... -nimmt-zu/
Re: Russlands Aussenpolitik
Verfasst: 13 Feb 2012, 03:11
von GIN
harald63 hat geschrieben:
Selbst einige umliegenden Staaten sagen: Lieber einen berechenbaren Diktator als ein Chaos.
Der Westen macht eine verantwortungslose Politik, er schiebt gerade den irak auf den Libanon und Syrien und somit in einen blutigen Krieg, ich denke nicht einmal die Amis machen das um den Iran zu schwächen, sondern meines es wirklich gut, sind nur leider zu du... die ganzen Moslembrüder usw.. lachen sich schon längst krank
Re: Russlands Aussenpolitik
Verfasst: 13 Feb 2012, 05:47
von Apollo
J.Eckel hat geschrieben:Ob Botschafter oder Aussenminister als Hampelmänner begrüsst werden ist egal...... die Realität in Damaskus sieht anders aus als ein Spon gerne zeigen möchte, ich hab ständigen Kontakt mit meinen Freunden da, vor dem Aufstand waren die keine Anhänger von Assad, jetzt werden sie durch den Konflikt dazu gezwungen ihn zu hassen oder zu unterstützen.
Der Fokus des Beitrags lag auf Russlands Aussenpolitik. Deine persönlichen Kontakte nach Syrien sind interessant, aber nicht relevant. Die Rolle von Spon spielt hier auch keine Rolle, von daher, wie ist deine Meinung zum Verhalten bezüglich der Russischen Aussenpolitik ?
Re: Russlands Aussenpolitik
Verfasst: 13 Feb 2012, 06:24
von Norbert
harald63 hat geschrieben:Nur weil beide das gleiche wollen, tun sie es noch lange nicht zusammen.
Leider wäre ich mir da nicht so sicher. :(
Re: Russlands Aussenpolitik
Verfasst: 13 Feb 2012, 10:03
von GIN
Apollo hat geschrieben:J.Eckel hat geschrieben:Ob Botschafter oder Aussenminister als Hampelmänner begrüsst werden ist egal...... die Realität in Damaskus sieht anders aus als ein Spon gerne zeigen möchte, ich hab ständigen Kontakt mit meinen Freunden da, vor dem Aufstand waren die keine Anhänger von Assad, jetzt werden sie durch den Konflikt dazu gezwungen ihn zu hassen oder zu unterstützen.
Der Fokus des Beitrags lag auf Russlands Aussenpolitik. Deine persönlichen Kontakte nach Syrien sind interessant, aber nicht relevant. Die Rolle von Spon spielt hier auch keine Rolle, von daher, wie ist deine Meinung zum Verhalten bezüglich der Russischen Aussenpolitik ?
Sie ist klar und verantwortungsvoll, genau wie die Politik der Chinesen, versteht die Vorgänge in der Region, anders als die westliche Poliktik hängt sie keiner Ideologie an und ist somit nicht verblendet und kann Lösungen bieten.
Re: Russlands Aussenpolitik
Verfasst: 13 Feb 2012, 11:28
von Axel Henrich
J.Eckel hat geschrieben:[Russischen Aussenpolitik]Sie ist klar und verantwortungsvoll [...] versteht die Vorgänge in der Region
Genau das Problem, was Primakow immer wieder anspricht:
http://www.de.ria.ru/politics/20120212/262674386.html
Westliche Politiker, die über die Möglichkeit einer Machtübernahme in Syrien durch die demokratische Opposition sprechen, begreifen laut Jegweni Primakow, dem ehemaligen Außenminister und Ministerpräsident Russlands, entweder die Situation nicht ganz oder sie „bluffen“.
Die Situation sei dadurch gefährlich, dass sich westliche Regierungen das gesamte Bild der Ereignisse nicht vorstellen können, so Primakow. „Sehr viele unsere Kollegen im Westen verstehen nicht ganz, dass im Fall eines hypothetischen Abtritts von Präsident Baschar al-Assad absolute Nicht-Demokraten kommen werden
Was die Ziele der USA und Großbritanniens angehe, so können diese Staaten entweder die Situation nicht ganz verstehen oder nutzen diese für eigene Zwecke, so Primakow.
[...] und das ist wahrscheinlicher - es geht in Wirklichkeit darum, die Situation auszunutzen, um unpassende Staatsführer wegzuschaffen“
-ah-
Re: Russlands Aussenpolitik
Verfasst: 13 Feb 2012, 12:32
von Nikolaus
Ja, Primakow ist eine wirklich gute Quelle, wenn es um russische Aussenpolitik geht. Er hat ja wirklich jahrzehntelange Erfahrung und exklusive Kenntnisse und Verbindungen nicht nur als Spezialist fuer den Nahen und Mittleren Osten, sondern auch als langjaehriger Aktiver im russischen Nachrichtendienst, Aussenminister, Ministerpraesident, ... Vielleicht irre ich mich, aber mir scheint, er ist dort oft durch das Suchen nach Kompromissen und friedlichen Loesungen aufgefallen. Besonders erinnerlich ist da der erste Irak-Krieg sowie der Tschetschenien-Krieg. Beim letzteren hat ihn freilich Putin durch seine energischen und populaeren Entscheidungen klar ueberspielt. Damit war dann wohl auch seine Praesidentschaftskandidatur vorentschieden.
Primakow ist zwar nun schon bissel alt, aber immer wieder lesenswert, u.a. auch seine Gedanken zum Jahr 2011
http://www.rg.ru/2012/01/16/primakov.html