Zejtnot hat geschrieben:Dietrich hat geschrieben:Wie würdest du Gysi denn in Bezug auf Putin bezeichnen? Als "konstruktiven Kritiker"?

Ja, genau so. Lies Dir die Rede von ihm im Bundestag mal durch. Ich sehe da sehr viel konstruktive Kritik!
Ich lese da ein klares "Putin hat Fehler gemacht, aber schuld ist er nicht."
Genau wie ich es bei vielen hier immer lese, weil Schuld immer nur die EU und die USA sind. Und das finde ich bei Gysi genau so falsch wie bei Berlino oder Fugen.
Putin hat nicht nur viele Fehler gemacht, sondern er ist auch der Hauptschuldige für eben diese Fehler. Niemand hat ihn gezwungen, seine Truppen die Übernahme der Krim einleiten zu lassen.
In Europa (bzw. der westlichen Welt) gibt es Spielregeln. Spielregeln die sehr wichtig sind, damit wir friedlich zusammenleben können. Spielregeln die es ALLEN ermöglichen, gut und frei zu leben ohne dabei mehr als notwendig ihre partner einzuschränken. Spielregeln die uns seit mehr als 60 Jahren Frieden und Freiheit gebracht haben.
Aber Spielregeln sind eben auch Regeln an die man sich halten muss. Spielregeln an die sich auch Deutschland hält, Frankreich, GB, etc. Spielregeln die zugegebenermaßen auch die Amerikaner manchmal gerne für sich etwas weiter ausgelegt haben möchten, an die sie sich aber trotzdem weitgehend halten.
Spielregeln, die Putin in den letzten Monaten nicht nur ignoriert hat, sondern die er mit Füßen getreten hat. Spielregeln die aber zu wichtig sind, als dass man es einem Land wie Russland durchgehen lassen könnte, sie nicht einzuhalten.
Sich da hinzustellen und zu sagen "Putin hat die Spielregeln gebrochen, aber dazu haben ihn die anderen getrieben...." ist für mich keine "konstruktive Kritik" sondern unterwürfiges zwanghaftes Verstehen-wollen.