manuchka hat geschrieben:Ich muss sagen, mir ist auch mulmig bei der ganzen Sache, obwohl es mich kaum betrifft... nd mir tut es weh zu sehen, dass die kleinen Leute innerhalb von 20 Jahren womöglich zum 2. oder gar 3. Mal sämtliche mühsam zusammengeklaubten Ersparnisse verlieren ...
Naja, rein optisch ist es noch meilenweit von der Situation Anfang der 90er oder 1998 entfernt, scheint mir. Sowohl, was die Rubelentwertung, die Leitzinserhoehung, den Arbeitsmarkt und die Lage in den Geschaeften betrifft.
Ich war heute in zwei Supermaerkten: Die Regale biegen sich, auch unter den Neujahrsangeboten, normal Kunden, Preise vielleicht 10-15% gestiegen.
Vielleicht ist es in der Provinz anders, aber in Moskau haben die Leute ihre Ersparnisse laengst in Dollar oder Euro angelegt; die Erdoel- und Rubelschwaeche kam ja nicht eben ueberraschend - lediglich das Ausmass ist etwas unerwartet. Und z.B. meine russischen Kollegen, die recht ordentliche Rubel-Gehaelter in unserer Moskauer Filiale erhalten, haben unveraenderte Kosten fuer Wohnung, Transport, etwas mehr fuer Lebensmittel - Klamotten weiss ich nicht, ok - neues Auto wird wohl kuenftig etwas teurer, und Reisen in den Westen sowieso. Ja, die Situation ist so, dass die Gefahr waechst, dass die Firma wie 1998 Konsequenzen ziehen muss: Entlassungen, vereinbarliche zeitweilige Gehaltsverzichte, ...
Am schlimmsten trifft es, wie immer, wohl die Aermsten, die ihr Einkommen im wesentlichen fuer Lebensmittel ausgeben, ueber neues Westauto oder Reisen auf die Inseln haben die ja noch nie nachdenken muessen. Da hoert man nun zwar von Plaenen fuer hoehere soziale Hilfe, Kontrolle der Preise fuer den Grundbedarf, aber ... Die Renten sollten ja auch 2015 signifikant wachsen, aber ...
Von den wirklich Reichen schweige ich lieber; die profitieren stets gewaltig von jeglichen Waehrungsturbulenzen. Aber Jammern gehoert natuerlich zum Geschaeft.
PS. Ich habe ja keine Zeit (und Lust), das wirklich zu verfolgen, aber mir scheint, der Euro wird z.Z. fuer reichlich 80 Rubel verkauft ... Hm, wieder knapp am Dollar-Multimillionaer vorbei.
