Zejtnot hat geschrieben: Genau. Es ist ein wenig, wie wenn man heute aus Prinzip im Laden mit DM bezahlen möchte. Freiwillige Isolation, quasi.
Na ja, also sooooo drastisch ist das wohl nicht, oder???? Ich mein, das Bezahlen geht ja definitiv nicht mit DM. Was mich dazu bewogen hat, mich nicht der Rechtschreibreform anzuschließen, waren mehrere Gründe. Erstens war die Geburt dieser Reform so langwierig, daß ich nie das Gefühl hatte: "So, jetzt ist es amtlich, AB JETZT gilt's." Diesen Punkt gab es zwar rechtlich gesehen, aber auch hier mit Übergangszeit. Zweitens war dieser Prozeß gerade in der Zeit, als ich beschloß, nach RU zu gehen. Ich habe, wie schon mal gesagt, den inneren Halt zur deutschen Schreibsprache verloren. Drittens wollte ich nicht die Rechtschreibreform auf die Schreibung "daß" vs. "dass" reduzieren. Es wurde ja einiges geändert, von dem viele Leute wenig bis nichts wußten/wissen. Ich wollte (und will) nicht so halb und halb, Wischi-Waschi sozusagen schreiben. Da wollte ich mich lieber an die Regeln halten, die ich wenigstens sicher beherrschte. Und zum Umgewöhnen fehlte dann wieder der tägliche Umgang. Klar, alles nur lasche Entschuldigungen. Es ist auch mehr der mehr hilflose Versuch, es zu erklären und in gewisser Weise meine eigene Faulheit zu rechtfertigen (vor mir selber).
Zejtnot hat geschrieben: Ich renne eigentlich auch nicht jeder Mode nach und schreibe "Du" und "Ihr" noch groß, obwohl der Duden es nur noch in bestimmten Fällen für "Du" empfiehlt
Ich schreibe es auch groß, einfach weil es mit der Achtung dem/den anderen gegebenüber zu tun hat.
Zejtnot hat geschrieben:Fazit: So lange Du den Feiertag Silvester nicht mit y oder Goethe mit ö schreibst, ist alles in Ordnung. Bei den zwei Fehlern kann ich nicht wegschauen.
Wie hälst Du es mit der Schreibung von Wörtern wie Photo/Foto, Friseur/Frisör etc.? Solche Beispiele gibt es ja nun zu hunderten.
Inwieweit ist eigentlich der Duden der Maßstab für Dich? Das ist so wie die Frage FAZ oder SZ oder Die Welt oder der Spiegel oder die TAZ oder..... Der Duden wird zwar meistens als Maßstab angesehen, aber er ist bekannt für seine zuweilen übertriebene Liberalität und ist durchaus nicht die einzige Autorität.
Zejtnot hat geschrieben:ist alles in Ordnung.
Ich gehöre also noch nicht zur Kategorie der heillos Unrettbaren??? Freut mich. Ich werde Besserung geloben und mich nun also doch in die neuen Regeln reinknien. Es stimmt schon, die Zeit geht weiter, das ewige Festhalten an Altem ist nicht richtig.