Wladimir30 hat geschrieben:Linguistik, wenn sie ernsthaft betrieben wird, ist sicherlich nicht was Weiches.
Ja, da gebe ich dir Recht. Zu Literaturwissenschaften außerhalb der Schule kann ich allerdings nicht urteilen.
Freut mich zu hören. Welche Werke denn? Und was genau gefällt Dir besser?
Ich kann leider nicht sagen, was mir genau an der russischen Literatur besser gefällt. Fakt ist,
* dass ich in meinem Leben mehr russische Bücher (auf russisch) gelesen habe als deutsche Bücher,
* ich eine ganze Liste von russischen Büchern habe, die ich gerne noch lesen möchte,
* ich mich mit einer Antwort schwer tue, wenn meine Frau mich fragt, was sie Interessantes auf deutsch lesen könnte. ;-)
Für mich sind einfach die Themen und Probleme in der russischen Literatur interessanter. Meine Lieblingsbücher auf russisch waren
* Угрюм-река von Schischkow, ein Muss für Sibirier ;-), ich weiß gar nicht, ob es eine deutsche Übersetzung gibt.
* Der Idiot von Dostojewski,
* die weiße Garde von Bulgakov (ich fühlte mich durch die aktuelle Ukrainekrise viel an das Buch erinnert),
* Die Lady MacBeth von Mzensk von Leskov (wobei seine железная воля über den Deutschen in Russland auch nett ist),
* Puschkins Выстрел (super Idee, den anderen erst zum Duell zu fordern, wenn es ihm auch wehtut ;-) )
* Повесть о декабристе Петре Муханове ... scheint relativ unbekannt, hat nichtmal ne ISBN, ist in den 80ern in irgendeinem Nowosibirsker Verlag erschienen, verstaubte bei meiner Schwiegertante in Tomsk im Regal. :-)
Was sind deine Empfehlungen?
In der deutschen Literatur gefällt mir am ehesten Wolfgang Borchert, aber der hat zu wenig in seinem kurzen Leben geschrieben. Dürrenmatts Besuch der alten Dame und die Physiker sind auch gut. Aber die deutschen Klassiker konnten mich wenig begeistern, auch wenn es zur Pflicht des guten Thüringers gehört, zu erwähnen, dass Göthe und Schiller lange in Thüringen gelebt haben. ;-) Und natürlich wollte auch Napoleon schon Jena erobern, weil es dort so schön ist. ;-)