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Re: Deutsche Gemeinschaft in Russland
Verfasst: 30 Mai 2017, 12:29
von zimdriver
Zejtnot hat geschrieben:Der klassische Expat ist aber weiterhin im Heimatland angestellt, bekommt ein dickes Sozialpaket mit Heimflügen, bezahlter Wohnung, Dienstwagen, etc. Von der Sorte haben wir in Novosibirsk aktuell gar niemanden. 2008 hatte die STRABAG einige solche Personen hier, für den Bau des IKEA waren zwei vor Ort, die Efes-Brauerei hatte einen.
... üblicherweise plant er auch in 3- Jahres- Abständen, der klassische Expat, und wird sich nicht die Mühe geben, Russisch zu lernen.
Für mich genügte die deutsche Gemeinschaft dieses Forums, um ehrlich zu sein. Mehr deutsch vertrug ich schlecht.
Re: Fachkraft für lagerlogistik aus Berlin sucht Job in Moskau
Verfasst: 30 Mai 2017, 17:24
von saransk
inorcist hat geschrieben: die Moskau-Gruppe auf Xing sogar 8000 Mitglieder.
das war aber einmal. Und wenn man die wirklich aktiven mal zusammenzählt.... Ab und zu trifft man sich in irgendeiner Hotelbar mit mindestens 4+x Sternen. es sind aber wirklich nur "richtige" Expats die ich dort mal getroffen habe.
Zejtnot hat geschrieben:Der klassische Expat ist aber weiterhin im Heimatland angestellt, bekommt ein dickes Sozialpaket mit Heimflügen, bezahlter Wohnung, Dienstwagen, etc
Und bei deren Gehalt und auch Gesprächsthemen kann ich nicht wirklich mithalten. Es ging dabei auch gar nicht um Russland oder die Menschen dort, sondern nur um den nächsten Karriereschritt im nächsten Land etc. Vom normalen russischen Leben oder dem Interesse an Russland ist man bei diesen Treffen weit entfernt.
Re: Deutsche Gemeinschaft in Russland
Verfasst: 31 Mai 2017, 10:32
von m5bere2
Zejtnot hat geschrieben:Der klassische Expat ist aber weiterhin im Heimatland angestellt, bekommt ein dickes Sozialpaket mit Heimflügen, bezahlter Wohnung, Dienstwagen, etc.
Was ist eigentlich dieses "volle Sozialpaket", was man manchmal bei Stellenausschreibungen liest? Also ich bin in Russland kranken- und rentenpflichtversichert. Ist das schon volles Sozialpaket? ;-)
Re: Fachkraft für lagerlogistik aus Berlin sucht Job in Moskau
Verfasst: 31 Mai 2017, 10:49
von Wladimir30
saransk hat geschrieben:Vom normalen russischen Leben oder dem Interesse an Russland ist man bei diesen Treffen weit entfernt.
Das ist, erstens, auch kaum möglich, wenn man sich nur in Moskau aufhält, insbesondere, wenn man sich nur eine von vornherein festgelegte begrenzte Zeit in "Russland" (sprich Moskau) aufhält. Außerhalb Moskaus werden dann die typischen Touritouren gemacht, beim Kollegen mal auf der Datscha gegrillt, und dann kann man sagen, dass man "das echte ruzsssiche Leben kennt". Diese Einstellung zum Land merkt man dann auch schnell an den Russischkenntnissen, die das Interesse, sich mit dem Land und dessen Kultur zu beschäftigen schnell widerspiegeln. Zweitens kenne ich auch Deutsche, die tatsächlich langfristig in Russland (nein, besser gesagt in Moskau) angesiedelt sind, die aber dennoch kein gesteigertes Interesse am Land haben. Das Land sind für einige nur wirtschaftliche Daten, die für berufliche Zwecke wie auch immer verwurschtet werden, umrahmt von der politischen Großwetterlage (für die Prognosen, wie diese wirtschaftliche Lage sich weiter entwickeln könnte), und diese Daten dann in der einen oder anderen Form für deutsche Auftraggeber (in Russland oder in Deutschland ansässig) aufbereiten.
Re: Deutsche Gemeinschaft in Russland
Verfasst: 31 Mai 2017, 13:28
von Zejtnot
m5bere2 hat geschrieben:Was ist eigentlich dieses "volle Sozialpaket", was man manchmal bei Stellenausschreibungen liest? Also ich bin in Russland kranken- und rentenpflichtversichert. Ist das schon volles Sozialpaket? ;-)
Für russische Stellenanzeigen ja: Staatliche Krankenversicherung, Rentenversicherung, Urlaubsgeld. Selten auch eine zusätzliche private erweiterte Krankenversicherung. Aber im Grunde ist das nur eine nette Umschreibung für: Alles ist weiß, alles folgt dem Gesetz.
Für Stellenanzeigen im Ausland für Russland sind dann aber eben oft auch Weiterzahlung der deutschen Rentenbeiträge, eine Wohnung, Heimflüge, eine vernünftige private Krankenversicherung für die ganze Familie (inkl. Heimflug und Behandlung in Europa, wenn nötig), eine Rückführung im Todesfall, ein Dienstwagen, eine Umzugspauschale am Anfang und Ende, etc. enthalten. Dafür 150 % Arbeitszeit und aktiver Vertreter des Raubtierkapitalismus.
Re: Deutsche Gemeinschaft in Russland
Verfasst: 31 Mai 2017, 15:04
von bella_b33
zimdriver hat geschrieben:Mehr deutsch vertrug ich schlecht.
Ich war vorher schon durch die jahrelange Reiserei ziemlich losgelöst von DE, hatte mich daran gewöhnt und das hat sich mit dem Umzug nicht geändert. Ein paar Wochen Heimaturlaub im Jahr reichen mir eigentlich aus.
Unterhaltungen mit Expats....worüber denn? Über Fussballergebnisse, Sauferei oder sonstige deutsche Stammtisch-Problemchen? Wenn man mal was russisches im Gespräch anschneidet bekommt man meist nur große Gesichter.
Wenn ich mich in Ru wirklich mit jemanden aus DE treffen sollte, dann schon eher jemand, der auch aus freien Stücken hier lebt und nicht, weil er es vorübergehend einfach muss. Da hat man dann einen interessanten Erlebnis- und Erfahrungsaustausch.
Gruß
Silvio
Re: Deutsche Gemeinschaft in Russland
Verfasst: 31 Mai 2017, 16:52
von Wladimir30
@Silvio, kann ich nur zu 100% genauso unterschreiben.
Der Kreis derer, mit denen man sich unterhalten kann, ändert sich gewaltig, zumindest bei mir. Die Leute in Deutschland vestehen den Schritt nicht, und drücken das auch unverblümt aus, die Leute hier haben anfangs große Augen gemacht und nicht geglaubt, dass es wirklich für lange ist. Es stimmt schon, am ehesten kann man sich unterhalten mit Leuten, die das ähnlich erlebt haben. Auch wenn die Charaktere zum Teil sehr unterschiedlich sein mögen, aber das Grundverständnis ist doch da, was eine breite Basis schafft.
Re: Fachkraft für lagerlogistik aus Berlin sucht Job in Moskau
Verfasst: 13 Jun 2017, 23:05
von _RGP_
bella_b33 hat geschrieben:Wobei ich die genannten 80.000 auch schon unvorstellbar viel empfinde
Bezieht sich diese Zahl vielleicht darauf, was bei der Volkszählung immer so als Nationalität/Ethnie angegeben wird, und nicht auf deutsche Staatsbürger?
Da kann dann schon seit Generationen keiner mehr Deutsch gesprochen haben, geschweige denn, daß sich einer mit D identifizieren würde, aber erfaßt wird er als "Deutscher", wenn er's denn selbst so angibt.
Re: Deutsche Gemeinschaft in Russland
Verfasst: 14 Jun 2017, 12:05
von saransk
Oder werden dabei einfach die Schweitzer und Österreicher mitgezählt?
Re: Deutsche Gemeinschaft in Russland
Verfasst: 14 Jun 2017, 12:19
von zimdriver
... mW wurden immer jene Deutschen gezählt, die in der sogen. Deutschen- Liste in der dt. Botschaft erfasst sind.