Zejtnot hat geschrieben:weil sie grundsätzlich ein Verständnis dafür haben, dass andere Sprachen anders funktionieren.
Das ist bei unseren Kindern auch so. Englisch ging von Anfang an viel einfacher für sie als für den Rest der Klasse.
m5bere2 hat geschrieben:Dieses Verständnis fehlt leider auch bei vielen Erwachsenen ... wenn die englisch schreiben, dann übersetzen die oft wörtlich.
Das ist eine allgemeine Erscheinung bei jedem, de eine Fremdsprache lernt. Das ist völlig normal und hat nichts damit zu tun, welches die Muttersprache ist und in welche Sprache man übersetzt. Ist auch bei sehr vielen Deutschen so, die Russisch lernen. Wie oft hört man, wenn ein Deutscher nichts trinken will, weil: "Nee, ich muss noch fahren" kommt dann "Мне еще надо ехать." wo die Russen sagen "Я за рулем". Dafür gibt es Millionen von Beispielen, das ist keine Eigenart der Russen, wenn sie Englisch sprechen. An solchen Sachen merkt man dann eben doch, ob ein Ausländer spricht oder ein Muttersprachler, selbst wenn der Ausländer grammtikalisch alles richtig macht und evtl. noch ohne Akzent spricht (besonders natürlich, wenn er schreibt). Es gibt dabei Fehler, die systemimmanent sind und von Muttersprachlern gemacht werden, die Russen untereinander gar nicht bemerken, die aber auffallen, wenn es ein Ausländer sagt: "Много делов" ist hierfür ein gutes Beispiel. "Это ихний дом" ein weiteres.
Was mir immer sehr auffällt: die Russen benutzen sehr viel Passiv, wenn sie englisch schreiben, wo es völlig unidiomatisch klingt.
z.B. in mathematischen Texten wird aus "доказывается, что" oft "it is proved that" statt "we prove that".
Das ist dann schon eine reine Stilfrage, hat weniger mit der Beherrschung einer Sprache zu tun.
Jede Fachsprache hat ihren spezifischen Stil. So auch die Wissenschaftssprache. Das kann sogar innersprachlich unterschiedlich sein. Ich weiß nicht, wie es im Deutschen in der Mathematik ist. In den Geisteswissenschaften ist es verpönt zu schreiben "Wir haben gezeigt" oder "Wir konnten zeigen...", weil es die eigene Person zu sehr in den Vordergrund rückt (auch wenn durch das "Wir" gemildert, weil kein "Ich" dort steht). Dort sollte man schreiben "Es konnte gezeigt werden..." Also Passiv.
Ein weiterer Punkt ist, dass Russen in wissenschaftlichen Texten schreiben: "Wie der große XYZ schon gezeigt hat..." Solche wertenden Epitheta sollten unterlassen werden, denn die Frage, ob jemand anderes ein großer oder schelchter Wissenschaftler war, steht mir als Autor nicht zu. Wenn andere das auch denken, ist es ja gut. Dann brauche ich es nicht zu schreiben. Wenn der/die Leser das nicht denken, dann rufen solche Wertungen Unmut hervor. Daran erkennt man dann sehr schnell einen russischen Autoren.