@ Jens
Deine Aussagen beziehen sich leider nur auf die Gruppe der Studenten, die ein Praktikum in RU absolvieren wollen. Da gebe ich dir Recht; es gibt hier in der Tat mehrere Möglichkeiten, günstig oder sogar mit finanzieller Unterstützung ein Praktikum absolvieren zu können.
Ich bin jedoch kein Student mehr. Und dann sind die Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung ganz stark eingeschränkt. Wie ich neulich erfahren musste, wird ein Praktikum in RU in der Regel auch nicht vom Arbeitsamt unterstützt. Im Gegenteil, die streichen jegliche finanzielle Unterstützung, wenn man sich im außereuropäischen Ausland (d.h. nicht EU) aufhält, denn man soll ja dem dt. Arbeitsmarkt jederzeit zur Verfügung stehen. Es werden - wenn überhaupt - nur Praktika in den EU-Ländern finanziell unterstützt - allerdings gibt's auch hier nur ganz bestimmte Organisationen die in Frage kommen.
Ich hatte bei einem Praktikum in RU eigentlich daran gedacht, meine drohende Arbeitslosigkeit sinnvoll zu nutzen. Denn ich habe keine Lust den ganzen Tag nichtstuend zu Hause rumzuhängen. Und Bewerbungen kann ich auch von RU aus schreiben. Ich wollte Osteuropa-Erfahrungen sammeln - mit der Aussicht darauf, dass dies einem zukünftigen Arbeitgeber event. in's Auge fällt. Wer geht denn schon nach RU? Sowas muss doch neugierig machen und Fragen provozieren! Zudem werden ja immer noch Arbeitsplätze gen Osten verlagert. Ich denke, wer hier über Erfahrungen -auch wenn's nur ein Praktikum ist - verfügt, hat durchaus bessere Chancen, event. einen Job bei einer Firma zu bekommen, die auf dem russischen Markt tätig ist. Leider musste ich feststellen, dass es in meiner Situation verdammt schwierig ist, das alles auf die Reihe zu kriegen.
Meine Erfahrung: Am Besten man hält die Klappe, sagt den Behörden nichts und zieht das Ding einfach durch. In der Regel melden die sich die ersten 3 Monate sowieso nicht. Und man soll ja keine schlafenden Hunde wecken... Ich find's aber schade, dass man quasi bescheissen muss, um überhaupt irgendwie weiter zu kommen.
Interessant finde ich auch die Formulierung, dass man sich selbst bemühen soll und alles Erdenkliche tun soll, um einen Job zu bekommen. Sonst kann einem bei mangelnder Eigeninitiative das Arbeitslosengeld gekürzt werden. Tja, und dann entwickelt man Eigeninitiative, macht sich Gedanken, was man Sinnvolles machen könnte, um beruflich weiterzukommen und sich event. neue Perspektiven zu eröffnen, holt sich Infos ein, telefoniert und und und........ bis einem irgend so eine Dumpfbacke in der Arbeitsagentur einen Strich durch die Rechnung zieht.
Ok, ich hör jetzt mal auf, hier Dampf abzulassen. Würde mich aber interessieren, ob jemand in einer ähnlichen Situation wie ich, ein Praktikum in RU absolviert hat.
Hubert
