Gescheiterte Ehen in der DDR und heute
Verfasst: 01 Jul 2006, 00:50
Seit einigen Woche beobachte ich dieses Forum und habe mich heute entschlossen, nun doch aktiv mitzumachen.
Zum Thema habe ich einiges zu sagen, obwohl ich dieses Gezänk über Bildchen und persönliche Befindlichkeiten etwas kleinkariert finde.
Ich habe Erfahrungen damit gemacht, für meinen damaligen Ehemann nicht nur durch die ehemalige DDR kreuz und quer gezogen zu sein. Er war Offizier der NVA und wurde, wie das so üblich war, mit jeder neuen Dienststellung an einen anderen Standort versetzt.
Natürlich zog die Familie immer mit, Ihr könnt Euch vorstellen, mit welchen Problemen ich mit den Kindern immer wieder neu zu kämpfen hatte. Gemeinsam hatten wir zwei Töchter, die inzwischen längst ihre eigenen Wege gehen.
1984 wurde mein damaliger Mann zur Militärakademie nach Leningrad geschickt, was er natürlich selber wollte, da er den „Traum vom General“ träumte und dafür diese Qualifikation benötigte. Nach einem Jahr Trennung durfte ich mit den Kindern nach Leningrad ziehen. Wir bekamen dort eine Wohnung, die Kinder gingen in die Schule beim deutschen Konsulat bzw. in den russischen Kindergarten. Soweit so gut.
Was bereits in diesem einen Jahr der Trennung an Belastung für die Ehefrauen zu bewältigen war, kann nicht hoch genug eingeschätzt werde. Zu Hause musste ja alles allein durch uns organisiert und entschieden werden. Die Männer waren nur für ihre Aktentaschen verantwortlich und viele hatten bereits in dieser Zeit Freundinnen an den jeweiligen Studienorten. Die schlimmste Zeit für uns Ehefrauen, die zwar „freiwillig“ mit nach Leningrad gezogen waren, begann aber erst mit unserem Eintreffen dort. Wir waren gut ausgebildete und immer berufstätige Frauen, die von einem Tag auf den andern „arbeitslos“ wurden, und das Mitten im Sozialismus. Diese unglaubliche Belastung hat in vielen Familien zu nicht unerheblichen Spannungen geführt, obwohl ja alle wieder „beisammen“ waren.
Mein damaliger Mann war auch in Leningrad in Führungsposition, „Nationalitätenältester“, Vorgesetzter für die anderen Offiziere der NVA an dieser Akademie. Ich wurde Parteisekretärin im sogenannten „Stützpunkt“, das war das Wohngebiet aller Offiziersfamilien aus der ehemaligen DDR. Dort wurden alle Frauen, auch Nichtmitglieder der SED parteipolitisch organisiert, d.h. aus heutiger Sicht auf Linie gebracht. Diese „Arbeit“ bekam ich zwar mit einer relativ hohen Auszeichnung als „Aktivist“ belohnt, aber materiell waren wir, wie auch viele andere Familien, nach diesen 4 Jahren am Ende. Viele hatten bei Verwandten Schulden gemacht, aber es war ja die Hoffnung auf den Karrieresprung des „Ernährers“, der sich im laufe der Zeit immer weiter von der Familie entfernt hatte. 1988 die Rückkehr in die DDR, er hatte natürlich mit „Auszeichnung“ abgeschlossen und gleich folgte der nächste Umzug. Es hat niemanden interessiert, wie ich als Frau und die Kinder sowie alles was damit zusammenhing (Schule, Arbeit, Bekanntenkreis usw.) damit zurechtgekommen sind.
Ein Jahr später kam die Wende und der Karriereknick. Natürlich fiel es ihm besonders schwer, die Welt zu verstehen und in Würde seinen hohen Posten (inzwischen Oberstleutnant und auf dem Wege nach ganz oben) in Würde zu räumen. Ich glaube fertig ist er damit bis heute nicht geworden. Was macht man also in so einer Situation?
Russisch konnte er recht gut, also wieder auf nach Russland, Vertretung deutscher Firmen, eigene Firma in Sankt Petersburg, Familie natürlich wieder allein in Deutschland.
Das Ende vom Lied, Scheidung, Firmenpleite, seine Rückkehr nach Deutschland, jetzt mit neuer, junger Frau, inzwischen mit zwei kleinen Kindern in Berlin-Marzahn. Zuletzt war er Kraftfahrer in Berlin. Jetzt lese ich, dass er sich wieder aus dem Staube macht, als Firmenvertreter in Russland. Die junge russische Ehefrau mit den Kindern in Berlin, er über 50 und wieder nicht zu Hause. Ich glaube, Ragnar Schluchtmann, Du bist kein Familienmensch, auch wenn Du es immer vorgegeben hast und weiter vorgeben wirst.
Wenn ich dann die guten Ratschläge und den ganzen Sülz mit „Pünktchen“ und Co. lese, wird mir einfach schlecht.
Deine Familie ist Dir - wie immer - völlig egal.
Zitat: Verfasst am: Do Feb 23, 2006 12:03 am Titel: Re: Russische Songtexte übersetzen?
Uebrigens, die Sprache eines Landes lernt mann am besten auf den Kopfkissen der Maedchen.
Ragnar
In diesem Sinne, weiter so.
Dagmar
Zum Thema habe ich einiges zu sagen, obwohl ich dieses Gezänk über Bildchen und persönliche Befindlichkeiten etwas kleinkariert finde.
Ich habe Erfahrungen damit gemacht, für meinen damaligen Ehemann nicht nur durch die ehemalige DDR kreuz und quer gezogen zu sein. Er war Offizier der NVA und wurde, wie das so üblich war, mit jeder neuen Dienststellung an einen anderen Standort versetzt.
Natürlich zog die Familie immer mit, Ihr könnt Euch vorstellen, mit welchen Problemen ich mit den Kindern immer wieder neu zu kämpfen hatte. Gemeinsam hatten wir zwei Töchter, die inzwischen längst ihre eigenen Wege gehen.
1984 wurde mein damaliger Mann zur Militärakademie nach Leningrad geschickt, was er natürlich selber wollte, da er den „Traum vom General“ träumte und dafür diese Qualifikation benötigte. Nach einem Jahr Trennung durfte ich mit den Kindern nach Leningrad ziehen. Wir bekamen dort eine Wohnung, die Kinder gingen in die Schule beim deutschen Konsulat bzw. in den russischen Kindergarten. Soweit so gut.
Was bereits in diesem einen Jahr der Trennung an Belastung für die Ehefrauen zu bewältigen war, kann nicht hoch genug eingeschätzt werde. Zu Hause musste ja alles allein durch uns organisiert und entschieden werden. Die Männer waren nur für ihre Aktentaschen verantwortlich und viele hatten bereits in dieser Zeit Freundinnen an den jeweiligen Studienorten. Die schlimmste Zeit für uns Ehefrauen, die zwar „freiwillig“ mit nach Leningrad gezogen waren, begann aber erst mit unserem Eintreffen dort. Wir waren gut ausgebildete und immer berufstätige Frauen, die von einem Tag auf den andern „arbeitslos“ wurden, und das Mitten im Sozialismus. Diese unglaubliche Belastung hat in vielen Familien zu nicht unerheblichen Spannungen geführt, obwohl ja alle wieder „beisammen“ waren.
Mein damaliger Mann war auch in Leningrad in Führungsposition, „Nationalitätenältester“, Vorgesetzter für die anderen Offiziere der NVA an dieser Akademie. Ich wurde Parteisekretärin im sogenannten „Stützpunkt“, das war das Wohngebiet aller Offiziersfamilien aus der ehemaligen DDR. Dort wurden alle Frauen, auch Nichtmitglieder der SED parteipolitisch organisiert, d.h. aus heutiger Sicht auf Linie gebracht. Diese „Arbeit“ bekam ich zwar mit einer relativ hohen Auszeichnung als „Aktivist“ belohnt, aber materiell waren wir, wie auch viele andere Familien, nach diesen 4 Jahren am Ende. Viele hatten bei Verwandten Schulden gemacht, aber es war ja die Hoffnung auf den Karrieresprung des „Ernährers“, der sich im laufe der Zeit immer weiter von der Familie entfernt hatte. 1988 die Rückkehr in die DDR, er hatte natürlich mit „Auszeichnung“ abgeschlossen und gleich folgte der nächste Umzug. Es hat niemanden interessiert, wie ich als Frau und die Kinder sowie alles was damit zusammenhing (Schule, Arbeit, Bekanntenkreis usw.) damit zurechtgekommen sind.
Ein Jahr später kam die Wende und der Karriereknick. Natürlich fiel es ihm besonders schwer, die Welt zu verstehen und in Würde seinen hohen Posten (inzwischen Oberstleutnant und auf dem Wege nach ganz oben) in Würde zu räumen. Ich glaube fertig ist er damit bis heute nicht geworden. Was macht man also in so einer Situation?
Russisch konnte er recht gut, also wieder auf nach Russland, Vertretung deutscher Firmen, eigene Firma in Sankt Petersburg, Familie natürlich wieder allein in Deutschland.
Das Ende vom Lied, Scheidung, Firmenpleite, seine Rückkehr nach Deutschland, jetzt mit neuer, junger Frau, inzwischen mit zwei kleinen Kindern in Berlin-Marzahn. Zuletzt war er Kraftfahrer in Berlin. Jetzt lese ich, dass er sich wieder aus dem Staube macht, als Firmenvertreter in Russland. Die junge russische Ehefrau mit den Kindern in Berlin, er über 50 und wieder nicht zu Hause. Ich glaube, Ragnar Schluchtmann, Du bist kein Familienmensch, auch wenn Du es immer vorgegeben hast und weiter vorgeben wirst.
Wenn ich dann die guten Ratschläge und den ganzen Sülz mit „Pünktchen“ und Co. lese, wird mir einfach schlecht.
Deine Familie ist Dir - wie immer - völlig egal.
Zitat: Verfasst am: Do Feb 23, 2006 12:03 am Titel: Re: Russische Songtexte übersetzen?
Uebrigens, die Sprache eines Landes lernt mann am besten auf den Kopfkissen der Maedchen.
Ragnar
In diesem Sinne, weiter so.
Dagmar