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Verfasst: 03 Jul 2006, 22:29
von Langhof
Also in der ländlichen region gibt es eine art Mülltrennung.

Alles kompostierfähige kommt auf den Komposthaufen.
Der Rest in ein etwa 50 cm tiefes Loch neben dem Haus und wird verbrannt. Wenn sich in dem Loch zuviel nichtbrennbare Stoffe ansammeln, kommen paar schaufeln erde drüber wodurch ein neues Loch entsteht.
:roll: :roll:

ohne Kommentar...

Verfasst: 04 Jul 2006, 09:01
von Dietrich
Oblomski hat geschrieben:@Dietrich: Gibts bei euch wirklich Papiertüten?
Natuerlich nicht.
War eine geistige Fehlleistung meinerseits. Natuerlich meinte ich Plastiktueten.
:roll: :roll: :roll:

Dietrich

Verfasst: 04 Jul 2006, 10:05
von manuchka
Zeppelin hat geschrieben: Ich denke da z.B. an Getränkedosen, Haushaltsgeräte etc. und natürlich nicht an Industrieschrott, Bauschrott etc.
Getränkedosen sammeln in der Regel arme Omis oder Obdachlose oder so und bringen sie dann zu Rückgabeautomaten, die inzwischen vermehrt an Lebensmittelgeschäften rumstehen. Vielleicht gitb es auch noch andere Abnehmer, denn ich sehe oft, dass die Dosen plattgemacht werden, damit mehr in den Rucksack passen, aber der Automat nimmt nur die Dosen an, auf denen der Strichcode erkennbar ist - ich habs einmal probiert.

Und die Haushaltsgeräte, die z.B. bei uns im Wohngebiet auf dem Müll landen, sind meistens am Abend oder am nächsten Tag verschwunden, weil sie irgendwer zur Ersatzteilgewinnung oder sonstigen Verwendung nach Hause geschleppt hat.. Das ist sowieso eine sehr russische Eigenart, die ich schon bei meinen Gasteltern in Krasnojarsk beobachtet habe - da wird nix weggeschmissen, was man vielleicht noch irgendwie auf der Datscha oder im Haushalt oder in der Garage oder sonstwo gebrauchen kann. Kein Wunder, früher gabs ja nirgends was zu kaufen, da musste man eben erfinderisch sein und basteln. Und im Improvisieren sind Russen wirklich Meister, das muss man echt mal sagen. (Leider wird auch dort immer noch improvisiert, wo man das inzwischen nicht mehr machen müsste bzw. sollte - Bsp. Straßenausbesserung...)

Manu

Verfasst: 04 Jul 2006, 12:03
von Zeppelin
manuchka hat geschrieben:
Zeppelin hat geschrieben: Ich denke da z.B. an Getränkedosen, Haushaltsgeräte etc. und natürlich nicht an Industrieschrott, Bauschrott etc.
Getränkedosen sammeln in der Regel arme Omis oder Obdachlose oder so und bringen sie dann zu Rückgabeautomaten, die inzwischen vermehrt an Lebensmittelgeschäften rumstehen. Vielleicht gitb es auch noch andere Abnehmer, denn ich sehe oft, dass die Dosen plattgemacht werden, damit mehr in den Rucksack passen, aber der Automat nimmt nur die Dosen an, auf denen der Strichcode erkennbar ist - ich habs einmal probiert.
Ja Manu, die armen Sammler habe ich auch schon mal gesehen und die Alltagsberichte der Venus haben mir einlick in die sonstigen Detail gegeben.
Aber wie Du selbst schreibst, kann dabei max. ein kleiner Bruchteil zurückgewonnen werden.
(Mit plattgedrückten PET-Flaschen hat man aber auch hier so seine Schwierigkeiten, obwohl die Händler verplichtet sind, auch die zurück zu nehmen.)
Und die Haushaltsgeräte, die z.B. bei uns im Wohngebiet auf dem Müll landen, sind meistens am Abend oder am nächsten Tag verschwunden, weil sie irgendwer zur Ersatzteilgewinnung oder sonstigen Verwendung nach Hause geschleppt hat.. Das ist sowieso eine sehr russische Eigenart, die ich schon bei meinen Gasteltern in Krasnojarsk beobachtet habe - da wird nix weggeschmissen, was man vielleicht noch irgendwie auf der Datscha oder im Haushalt oder in der Garage oder sonstwo gebrauchen kann. Kein Wunder, früher gabs ja nirgends was zu kaufen, da musste man eben erfinderisch sein und basteln. Und im Improvisieren sind Russen wirklich Meister, das muss man echt mal sagen. (Leider wird auch dort immer noch improvisiert, wo man das inzwischen nicht mehr machen müsste bzw. sollte - Bsp. Straßenausbesserung...)

Manu
Auch da stimme ich Dir völlig zu: Ein ausgediehnter Kühlschrank taugt immerhin noch als Schrank... :wink: Und die neue Datscha von Familie Gadiatoullin ist ein solches Meisterwerk an Improvisationskunst und dennoch ein recht schmuckes und komfortables Häuschen geworden (auch dank meiner Mitwirkung.) Für einen ehem. Ossi ist das ja auch alles noch sehr vertraut...
Auch wenn es heute praktisch alles gibt, ist es doch für die meisten Leute in der RF unerschwinglich, d.h. um einen halbwegs erträglichen Lebensstandart zu haben, den Kindern die Ausbildung zu finanzieren etc., muss auch ein relativ gut verdienender Industriearbeiter jeden noch verwertbaren Nagel aufheben...
M.a.W. gegen diese Art von Wertstoffnutzung habe ich absolut nichts einzuwenden, auch wenn ich den Leuten gern etwas weniger Mühsal gönnen würde.
Und das mit dem "Straßenbau" habe ich ebenfalls (mit Grauen) mitverfolgen dürfen. :evil: Ich dachte wirklich mich hackts...

Aber back to topic. Offenbar tut sich ja in einigen Bereichen doch langsam etwas - wie man z.B. an den Rücknahmeautomaten für die Dosen oder einigen anderen Beiträgen hier sehen kann.

Gruß,
Z.

Verfasst: 04 Jul 2006, 13:07
von Dietrich
Zeppelin hat geschrieben:Offenbar tut sich ja in einigen Bereichen doch langsam etwas - wie man z.B. an den Rücknahmeautomaten für die Dosen ....
Auch die haben sie an unserem Supermarkt wieder abgebaut. Erst dachte ist, wegen des Winters... aber mittlerweile ists Juli und von den Automaten immer noch nichts wieder zu sehen....

Die plattgedrueckten Dosen gehen an den Altmetallhaendler. Viel weniger als die 60 Kopeken, die der Automat ausspuckt, gibt der bestimmt auch nicht.

Ich finde es sollte pro Dose und Flasche (egal ob PET oder Glas) mindestens 5 Rubel zurueckgeben... Dann wuerde es sich fuer die Omas und Opas wenigstens lohnen!

Dietrich

Verfasst: 04 Jul 2006, 16:37
von manuchka
Dietrich hat geschrieben:Ich finde es sollte pro Dose und Flasche (egal ob PET oder Glas) mindestens 5 Rubel zurueckgeben... Dann wuerde es sich fuer die Omas und Opas wenigstens lohnen!
Stimmt, und dann hat man gleich noch einen anderen Nebeneffekt (der allerdings die Einnahmen der Omis und Opis wieder schmälert): Die Leute würden ihre leeren Flaschen vielleicht nicht achtlos in der Gegend rumschmeißen, wenn man dafür real was wiederbekommt. 2 Flaschen zurückgebracht - ein Brot, ein Eis, 3 Flaschen zurückgebracht - 1x Metro fahren. Ich hab als Kind so auch mein Taschengeld aufgebessert.
Aber zumindest einer meiner Kollegen (junger Jurist) findet das deutsche Pfandsystem bescheuert, weil es einen zwingt, wie ein Assozialer leere Flaschen zu schleppen... ist halt auch eine Prestigefrage - selbst ein gutverdienender Deutscher gibt Leergut zurück, auch wenn er es finanziell wohl nicht nötig hätte - das würde ein gutverdienender Russe noch lange nicht machen...

Verfasst: 04 Jul 2006, 17:30
von Zeppelin
manuchka hat geschrieben:Aber zumindest einer meiner Kollegen (junger Jurist) findet das deutsche Pfandsystem bescheuert, weil es einen zwingt, wie ein Assozialer leere Flaschen zu schleppen... ist halt auch eine Prestigefrage - selbst ein gutverdienender Deutscher gibt Leergut zurück, auch wenn er es finanziell wohl nicht nötig hätte - das würde ein gutverdienender Russe noch lange nicht machen...
:lol: Wenn die "gutverdienenden Russen" diese Haltung beibehalten, wäre das ja ein echter Beitrag zur sozialen Umverteilung.
In der Hinsicht ist die WM auch hier in Berlin ein wahrer Segen für die Sozialschwachen. Sie ziehen hier in Heerscharen über die öffentlichen Straßen und Plätze und sammeln die Pfandflaschen ein, die die "Wohlstandskinder" dort zurück lassen.
Sauer sind nur die Müllfahrer, weil die Armen nun viel schneller sind. :wink:

Verfasst: 04 Jul 2006, 17:46
von Oblomski
manuchka hat geschrieben: 2 Flaschen zurückgebracht - ein Brot, ein Eis, 3 Flaschen zurückgebracht - 1x Metro fahren.
In der UdSSR hat eine Flasche 12 bis 17 Kopeken gekostet, man konnte also also gleich losfahren :) Für ein gutes Eis hätt's allerdings nicht unbedingt gereicht.
manuchka hat geschrieben: Ich hab a Flaschen zu schleppen... ist halt auch eine Prestigefrage - selbst ein gutverdienender Deutscher gibt Leergut zurück, auch wenn er es finanziell wohl nicht nötig hätte - das würde ein gutverdienender Russe noch lange nicht machen...
Gewiß nicht. Dennoch glaube ich, bei ca. 10 Rubel Pfand könnte die Zahl der umweltbewußten Biertrinker deutlich steigen.

Verfasst: 04 Jul 2006, 19:58
von Ragnar Schluchtmann
wofuer sind dann eigentlich die Automaten, die Flaschen zuruecknehmen? Bei Pjatjorotchka zum Beispiel? Gibt es da kein Geld fuer?

Verfasst: 05 Jul 2006, 10:18
von Dietrich
Ragnar Schluchtmann hat geschrieben:wofuer sind dann eigentlich die Automaten, die Flaschen zuruecknehmen? Bei Pjatjorotchka zum Beispiel? Gibt es da kein Geld fuer?
Doch, aber zuwenig.
Ich meine ich haette an den Automaten bei uns (als sie noch da standen) gesehen, dass es 60 Kopeken pro Flasche gibt. Das sind nur 1,2 cent!

10 Rubel halte ich fuer zuviel, da eine normale Flasche Bier 18-25 Rubel kostet, waeren das ploetzlich 28-35.... Aber 5 Rubel halte ich fuer realistisch und O.K.

Aber natuerlich setzt sowas eine gewissen Planung und Organisation vorraus. Ist also in Russland nicht machbar. Man braucht ja nur mal in den naechsten Supermarkt gehen und versuchen eine Flasche auslaendischen Wein zu kaufen.... Traurig!

Dietrich