Paul hat geschrieben:Nur: Wenn es in RU allein im staatlichen Bereich an vielem, was Dir scheinbar wichtig ist, fehlt, dann dürfte sich doch die Staatsbürgerschaftsfrage (d.h. Annahme der russischen) erledigt haben. Oder?
VG Paul
Es geht hier doch nicht um persönlichen Rat für mich! Die Frage der Erwägung, mich in der RF einbürgern zu lassen, entbehrt jeder Grundlage und jeden Anlasses.
Aber mein Fall ist nun einmal nicht universalisierbar. Es gibt ja hier (im Forum) eine Reihe von Leuten, die den Verhältnissen offenbar wesentlich besser gewachsen sind, als ich.
Dehalb habe ich um eine eher allgemeine Erörterung von Pro und Contra gebeten, als ich diesen Thread hier aufgemacht habe und auch meine (persönliche) Position klar gemacht (meine ich zumindest.)
Es gibt halt viele Dinge die ich nicht weiß, die mich aber sehr interessieren.
Z.B sind es keineswegs immer rein pragmatische Motive, die im Zshg. mit einem Staatsangehörigkeitswechsel eine Rolle spielen.
Bei vielen meiner ausländischen Freunde spielen da durchaus Aspekte eine Rolle, die vordergründig pathetisch klingen mögen, aber durchaus von erheblichem Gewicht sind.
Dazu gehört u.a. dass viele ihre Heimat nicht verlassen würden, wenn sie in der Praxis eine Chance hätten, auch von innen her die Verhältnisse für "ihre Leute" zu verbessern.
(Ich bezeichne dies gelegentlich als "vorübergehendes Bildungsexil".)
Einerseits beklagt die RF die Abwanderung des Nachwuchses ihrer Bildungseliten, andererseits nutzt sie gern die Transferräume, die sich dadurch eröffnen.
Man schmückt sich ja seit jeher gern mit technologischen Leistungen, deren Grundlagen nicht auf "russischem" Boden gediehen sind, lacht aber gleichzeitig die aus - oder verachtet sie gar - denen die RF ihre Macht weitgehend zu verdanken hat.
(Wo hatte Herr Putin doch so gut Deutsch gelernt?)
Aber back to topic: Es kann ja (möglicherweise) durchaus gute Gründe geben, die Staatsbürgerschaft der RF anzunehmen.
Grz.
Zeppelin