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Verfasst: 25 Okt 2006, 14:29
von Zejtnot
Dave hat geschrieben:Als ob es nur Heiratsschwindlerinnen und reiche alte Opa's
geben würde ...
Nicht nur, aber doch sehr zu viele! Schau doch nur mal, wie oft hier Fragen von Paaren auftauchen, die sich im Internet kennengelernt haben.

Reich ist relativ.

Verfasst: 25 Okt 2006, 15:08
von Dave
Zejtnot_ hat geschrieben:Schau doch nur mal, wie oft hier Fragen von Paaren auftauchen, die sich im Internet kennengelernt haben.
Interessiert mich wenig bis gar nicht wer sich wann, wie, wo...
kennengelernt hat.

Dave

Verfasst: 25 Okt 2006, 15:42
von Xottabych
Ich vermute, dass viele Leute sich eigentlich gar nicht viele Gedanken darum machen, wie so ein Internetkontakt enden soll.
Wir wissen doch alle, wie unverbindlich das I-net ist. Da ist der Schritt, eine Kontaktanzeige aufzugeben, oder auf eine Kontaktanzeige einzugehen sehr leicht (zumal das I-net noch den großen Vorteil hat, dass unattraktive oder gehemmte Menschen erst einmal ganz sachlich nur aufgrund dessen beurteilt werden, was sie schreiben, und nicht wie sie aussehen oder aufgrund ihrer Gestik etc...).
So, man schreibt sich eine Weile lang unverbindlich, und irgendwann merkt man wahrscheinlich, dass die ganze Sache viel komplizierter ist als angenommen.

Aber abgesehen davon: Ich halte von solchen Internetgeschichten auch nicht viel, wenn etwas ernsthafter daraus werden soll. Ich kann das insbesondere dann nicht nachvollziehen, wenn die Leute ansonsten gar keine Beziehung zum Herkunftsland des jeweils anderen haben.

Verfasst: 25 Okt 2006, 16:14
von manuchka
waldmeister hat geschrieben:Aber abgesehen davon: Ich halte von solchen Internetgeschichten auch nicht viel, wenn etwas ernsthafter daraus werden soll.
Aber es geht doch. Ich habe meinen Liebsten nicht übers Internet, aber auch auf Distanz kennengelernt, und wir sind nun bereits 1 Jahr glücklich verheiratet. Ich habe meine beste Moskauer Freundin in einem Internet-Chat kennengelernt. Und trotz aller Nachteile, die das Internet mit seiner Anonymität hat (es treiben sich da allerhand Spinnner, Spammer und Idioten rum) - der Vorteil, den waldmeister genannt hat ("dass ... Menschen erst einmal ganz sachlich nur aufgrund dessen beurteilt werden, was sie schreiben, und nicht wie sie aussehen oder aufgrund ihrer Gestik etc...") ist nicht von der Hand zu weisen.

Verfasst: 25 Okt 2006, 17:00
von 7punkt
manuchka hat geschrieben:
waldmeister hat geschrieben:Aber abgesehen davon: Ich halte von solchen Internetgeschichten auch nicht viel, wenn etwas ernsthafter daraus werden soll.
Aber es geht doch.
Jupp, es funktioniert tatsaechlich. Kleines Beispiel: wir, Forumler, haben uns alle auch erst mal virtuell im Forum kennengelernt. Und diesen Donnerstag gibt's dann schon das 3. offizielle Treffen..und jede Menge von inoffiziellen haben schon stattgefunden :wink: Und Spinner etc. gibt's net nur im Internet :roll:

LG,
7punkt

Verfasst: 25 Okt 2006, 17:12
von m1009
Rotech hat geschrieben:das finde ich nicht fair, backy. Der Deal den mache rus. Frauen eingehen ist doch der, sie suchen sich einen deutschen Mann, der heiratet sie und sie geht die nächsten Jahre dafür mit ihm in die Kiste......

Und wenn nun einer kommt der nur Sex haben will, aber die Gegenleistung nicht erbringt finde ich das nicht fair.
hab noch keine solche kennengelernt, die sagt,,,, versprich das wir heiraten, dann gehts inde kiste..... und ich bin schon ne weile hier....

Verfasst: 25 Okt 2006, 17:25
von achim
waldmeister hat geschrieben:Aber abgesehen davon: Ich halte von solchen Internetgeschichten auch nicht viel, wenn etwas ernsthafter daraus werden soll. Ich kann das insbesondere dann nicht nachvollziehen, wenn die Leute ansonsten gar keine Beziehung zum Herkunftsland des jeweils anderen haben.
Ich habe meine Frau übers Internet kennengelernt. Weder ich hatte einen Bezug zu Russland noch Sie einen zu Deutschland. Für mich war in meiner Vorstellung Moskau eine triste graue Stadt mit langer Schlage vor Mc Donalds. Und jetzt lebe ich hier.

Es ist meiner Meinung nach nicht ausschlaggebend wo man sich begegnet.

Verfasst: 25 Okt 2006, 18:48
von Xottabych
Hm. Na ja, mir persönlich wäre das trotzdem irgendwie zu abenteuerlich.

Begibt man sich denn (egal ob als Mann oder Frau) so nicht auf einen ziemlich ungewissen Pfad in die Zukunft, wenn man vom kulturellen Hintergrund des anderen nichts weiß? Unsicherheit ist grundsätzlich nicht zu vermeiden, das ist schon klar. Aber ich hätte wahrscheinlich zu große Sorgen, im Land des anderen nicht Fuß fassen zu können (womit die Beziehung oder gar Ehe wohl beendet sein dürfte). Dazu kommen noch unterschiedliche Denkweisen, auf die man wohl nicht vorbereitet sein kann, ganz zu schweigen von der Sprachbarriere: Kann das gegenseitige Verständnis tatsächlich so tiefgehend sein, wie zwischen Muttersprachlern? OK, kann es natürlich! Aber ist das nicht vielleicht eher die Ausnahme? Natürlich kommuniziert man nicht nur mit Worten; aber ich glaube trotzdem, dass zumindest einer die Sprache des anderen gut verstehen und sprechen muss. Liebe kann zwar viel bewegen, aber Liebe kann auch verkümmern.

Letztendlich kommt für mein gefühl im speziellen Fall russisch-deutsch noch eine gesunde Portion Misstrauen hinzu: Geht es vielleicht nur ums Geld? Versucht man auch tatsächlich nicht, mich nur auszunützen?

Mir käme es ziemlich unvernünftig vor, mich auf eine solche Partnerschaft einzulassen; ich selber würde das nicht; aber das muss jeder natürlich für sich selber wissen. Mich freut es natürlich, dass es auf diese Art auch klappen kann. Aber wie oft klappt es, und wie oft geht es daneben? Und wenn es funktioniert: Für wie lange?

Verfasst: 26 Okt 2006, 07:06
von Zejtnot
waldmeister hat geschrieben:Letztendlich kommt für mein gefühl im speziellen Fall russisch-deutsch noch eine gesunde Portion Misstrauen hinzu: Geht es vielleicht nur ums Geld? Versucht man auch tatsächlich nicht, mich nur auszunützen?
Auf der anderen Seite geht man mit einer solchen Ehe auch sehr viele Kompromisse ein ... einer von beiden muss seine Heimat verlassen und so weiter. Solche Dinge lassen sich mit Geld nicht aufwiegen. Deswegen müssen da schon mehr Dinge mitspielen!

Dazu kommt, dass manch eine Russin in irgendeinem Kaff nur solche Idioten trifft, die ... sorry für die derbe Ausdrucksweise ... das Vögeln von Frauen als einzige brauchbare Kommunikationsform mit dem anderen Geschlecht empfinden. Kann man es dann einer Frau verübeln, einen lieben (aber vielleicht weniger attraktiven) Mann in der Ferne zu suchen? Und auch der Sex mit diesem weniger attraktiven Deutschen ist bestimmt alle mal spannender als mit den meisten Knalltüten aus der Kolchose nebenan.

Ich will nicht sagen, dass alle Russen Frauen abwertig behandeln. Aber ich war in russischen Kleinstädten und habe mich mit sozialen Schichten unterhalten, wo ich jedes Mädel verstehen kann, was da weg will. Und nicht wegen dem Geld.
waldmeister hat geschrieben:Aber wie oft klappt es, und wie oft geht es daneben? Und wenn es funktioniert: Für wie lange?
Das gilt genauso für deutsch-deutsche Beziehungen! Nur fällt es da weniger auf, weil man halt einfach getrennte Wege geht. Man muss halt nicht gleich heiraten.

Waldmeister, ich denke die kulturellen Unterschiede geben so einer Beziehung auch einen gewissen Reiz. Man verfällt weniger schnell in den Alltagstrott, entdeckt viel mehr Neues und selbst mancher Konflikt lässt sich einfacher lösen - ein falsches Wort wiegt weniger schwer. Zudem bleibt beim Anderen immer ein kleines Geheimnis, was man aufgrund der kulturellen und sprachlichen Unterschiede nie ergründen wird. :)

Nichts desto trotz finde ich reine Internetbekanntschaften auch eigenartig. Mein Veto bezieht sich auf den Fakt binationaler Beziehungen allgemein.

Verfasst: 26 Okt 2006, 09:42
von Xottabych
Zejtnot_ hat geschrieben:Dazu kommt, dass manch eine Russin in irgendeinem Kaff nur solche Idioten trifft, die ... sorry für die derbe Ausdrucksweise ... das Vögeln von Frauen als einzige brauchbare Kommunikationsform mit dem anderen Geschlecht empfinden. Kann man es dann einer Frau verübeln, einen lieben (aber vielleicht weniger attraktiven) Mann in der Ferne zu suchen?
Stimmt schon, ist oft so auf dem Land, auch in D. Gilt aber auch für Frauen!
Zejtnot hat geschrieben:
waldmeister hat geschrieben:Aber wie oft klappt es, und wie oft geht es daneben? Und wenn es funktioniert: Für wie lange?
Das gilt genauso für deutsch-deutsche Beziehungen! Nur fällt es da weniger auf, weil man halt einfach getrennte Wege geht. Man muss halt nicht gleich heiraten.
Ist nicht genau das der Punkt? Eine Heirat sollte m.E. etwas endgültiges bleiben. Das ist natürlich eine wertkonservative Haltung, aber ich denke tatsächlich, solche Entscheidungen sollte man letztlich auch sich selbst zuliebe nicht leichtfertig fällen.
Zejtnot hat geschrieben:Nichts desto trotz finde ich reine Internetbekanntschaften auch eigenartig. Mein Veto bezieht sich auf den Fakt binationaler Beziehungen allgemein.
Also, ich sage auch absolut nichts gegen binationale Beziehungen allgemein, ich pflege selber mit meiner Freundin seit 2 Jahren eine Fernbeziehung, und hoffe auch sehr, dass ich mein zukünftiges Leben mit ihr verbringen kann. Ich kann Deine Erfahrung, dass kulturelle Unterschiede für eine Beziehung auch förderlich sein können, problemlos nachvollziehen. Aber wenn ich nicht vorher bereits mit ihr zusammengelebt hätte, wenn ich nicht selber bereits 1,5 Jahre in Russland gewesen wäre - ich würde es unter diesen Umständen besser nicht darauf ankommen lassen.