Hallo Stefan,
Zimdriver hat ja schon das wesentliche geschrieben. Aber hier auch von mir einige Antworten auf Deine Fragen:
astronic hat geschrieben:Die Alternative wäre natürlich, dass sie offiziell meine Eltern besuchen will, aber das scheint hier nicht als gute Idee erachtet zu werden.
Es würde meiner Meinung nach die Chance für ein Visum kaum verbessern, da Deine Eltern ja auch gut eine Gefälligkeitseinladung ausstellen könnten. So einen Fall hatten wir vor einiger Zeit in dem anderen Forum, wo ich mitschreibe. Da hieß es dann, das das ältere Ehepaar ja z.B. einen Sohn haben könnte... Und es fiel wohl etwas auf, das die Geschichte, woher das ältere Ehepaar denn die junge Dame kennengelernt haben wollte.
Wenn Ihr hingegen die Situation so darlegt, wie sie in der Realität nun einmal ist, und möglichen Zweifeln im Vorfeld begegnet, stehen die Chancen m.E. am besten.
Deine Argumentation ist schließlich schlüssig und plausibel und mit einer guten Vorbereitung des Visaantrages nebst ergänzenden Dokumenten zeigt ihr bereits, dass Ihr die Sache ernst nehmt und keine faulen Tricks habt.
So gut wie bei allen Geschichten, die mir ja über Visaprobleme für junge Russinen berichtet worden sind - und das sind aufgrund des Freundes- und Bekanntenkreises einen sehr große Zahl- zeigte sich schließlich, dass eine gewisse Leichtgläubigkeit, Unsicherheit, Uninformiertheit etc. eine große Rolle spielte.
Eine ganz unselige Rolle spielt dabei die in RUS kursierende Gerüchteküche, die z.T. aus Horrorszenarien und z.T. aus ganz schlechten Ratschlägen über irgendwelche Mogeltricks besteht. Oft spielen auch Temperamentsfragen der Antragstellerinnen bei deren Auftreten im Konsulat eine negative Rolle.
astronic hat geschrieben: Sollte das Einladungsschreiben dann nur in Englisch sein (sie kann kein Deutsch) oder zweisprachig Englisch/Deutsch? Gibt es noch andere freiwillige Dokumente, die es gut wäre vorzulegen? Also z. B. Urlaubsbestätigung des Arbeitgebers? Gehaltsnachweis (ab welchem Gehalt ist das sinnvoll?)? Kopie der Reiseunterlagen meine Russlandbesuches (inkl. Visum) von Dezember/Januar zum Nachweis, dass sie mich wirklich kennt (ich war im Hotel untergebracht, das spricht sehr dagegen, dass wir bald heiraten wollen

)? Irgendwas anderes?
Arbeitgeberbescheinigungen, wie Gehaltsnachweis, Bestätigung des Urlaubs, über den Bestand eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses und evtl. auch noch ein positives Arbeitszeugnis sind auf jeden Fall von Vorteil und sollten - sofern vorhanden - unaufgefordert dem Visaantrag beigefügt werden.
Auch Belege über Deinen Besuch bei Ihr - nebst Deinem treffenden Hinweis auf Deine Hotelunterbringung - können auf gar keinen Fall schaden. Man muss hierbei bedenken, dass die Konsulate solche Empfehlungen nicht offiziell bekanntgeben, sodern erwarten, dass die Antagsteller da von selbst drauf kommen. - Sonst würden sie ja praktisch eine Anleitung für möglichen Missbrauch liefern.
Das formlose Einladungssschreiben das
ich empfehle, würde
ich aus den von Dir genannten Gründen durchaus in zwei Sprachen anfassen, denn es richtet sich ja primär an Deine Freundin (daher wäre English plausibel, damit sie es eben lesen kann) und nur sekundär an das Konsulat. Letzeres sollte zwar auch Dokumente in Englisch lesen können (internationale Diplomatensprache), aber eine 'mundgerechte' Deutsche Fassung würde hervorheben, dass es sich nicht um eine Gefälligkeitseinladung handelt, sondern dass Du Dich als Einlader (der Du an dem ganzen Verfahren praktisch keine Rechte hast), Dich mit einer höflichen Bitte an das Konsulat wendest, diesen reinen Freundschaftsbesuch zu ermöglichen.
astronic hat geschrieben:Ist es sinnvoll, vorher alle Dokumente schon mal vorab per Fax zum Konsulat zu schicken bevor sie zum persönlichen Gespräch vorbeikommt, damit die schon mal drüber schauen können, ob soweit alles in Ordnung ist oder sie noch was haben wollen? Oder nervt die das nur?
Fax vorab würde die Sache eher 'verschlimmbessern'! Bedenke den Verfahrensablauf im Konsulat. Bevor ein Visaantrag vorliegt, gibt es kein Aktenzeichen, dem die Unterlagen zugeordnet werden können. Und die Konsulate sind personell nicht gerade üppig ausgestattet.
Siehe also auch oben: Alle ergänzenden Dokumente bei der Abgabe des Visaatrages einreichen (Kopien davon mit Eingangsbestätigung versehen lassen und bei mehreren Dokumenten den Anlagen ein Anlageverzeichnis voranstellen. Die Anlagen müssen vom "Ortspersonal", dass die Unterlagen entgegen nimmt, an den zust. SB weitergeleitet werden.
sofern in Novosikirst bereits möglich, empfehle ich, das IT-gestützte Visaantragsverfahren zu nutzen und das Formualar an einem lokalen PC auszufüllen und dann ausgedruckt zum Konsulat mitzunehmen. Dort wird es dann ggf's eingescannt und man vermeidet so mögliche Fehler bei der manuellen Eingabe der Daten aus dem Antrag in das IT-System des Konsulats.
Ob das System schon bei allen Konsulaten eingeführt ist, weiß ich nicht, aber bei den meisten wohl schon. (Das war auch mal ein 'Geheimtipp' von "Einbeck" bei i4a.)
Ich selbst habe nur dann zum Telefonhörer gegriffen, wenn es in irgend einem Fall, mit dem ich zu tun hatte, wirklich um die Wurst ging; sprich, wenn eine persönliche Intervention meinerseits gerade noch die letzte Möglichkeit war, eine mittlere Katastrophe zu vermeiden.
Da zeigt man sich dann erst einmal sehr verständnisvoll und entschuldigt sich, dass man vielleicht nerven könnte. Dabei bricht man sich ja keinen Zacken aus der Krone und zumindest
ich wurde noch nie abgewimmelt.
Es ist ja alles seriös, nur kann ein überlauniger Konsulatsmitarbeiter das u. U. fälschlicherweise trotzdem anders sehen. :(
Alles was ich bislang geschreiben habe, ist natürlich keine Garantie, minimiert aber das Risiko. Du glaubst gar nicht, wie sich die Konsulatsleute freuen, wenn sie mal nicht mit einem Problemfall zu tun haben.
Ich war selbst lange Jahre in irgend welchen Behörden unterschiedlichster Art tätig und kenne den Alltag.
Um so besser sich ein Antragsteller auf die Realistät einstellt und von den persönlichen Problemen absieht, die ihm im Zshg. mit der Antragsbearbeitung entstehen, desto weniger braucht er Probleme befürchten.
Mir ist ferner von einem Freund zu Ohren gekommen, dass die Vergabepraxis für deutsche Visa ab Februar noch einmal verschärft werden soll. Ist da was dran?
Gehört habe ich auch davon, weiß aber nicht, worin dies im Einzelnen besteht.
Vielen Dank für deine Antwort und einen schönen Sonntag![/quote]
Danke ebenfalls, wenn ich behilflich sein ko(ö)nnte. Ich habe mich vor allem deshalb so intensiv damit befasst, weil es hier nicht nur um den Einzelfall geht, sondern weil derartige Fragen permanent in den einschlägigen Foren auftauchen.
Sowenig Ahnung ich auch von RUS und der dortigen Verwaltungspraxis haben mag, um so besser kenne ich die Deutsche.
Sehr hilfreich wäre es, wenn Du das Forum hier und auch i4a über den Fortgang Eures Verfahrens auf dem Laufenden halten könntest - und zwar möglichst detailliert.
Grüße,
Zeppelin