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Verfasst: 16 Feb 2007, 13:31
von Rotech
wie bei uns (DDR) in russisch, bis zur 10 ging es nur um Texte uebersetzen und Vokabeln lernen.

rotech

Verfasst: 16 Feb 2007, 17:20
von Zeppelin
Also anhand meiner empirischen Kenntnisse, ich ich nicht vor Ort gewonnen habe, sondern primär von Leuten, die das System in RUS durchlaufen haben, kann ich in gewissen Grenzen bestätigen, dass die Möglichkeiten und Anreize zum Erwerb von Fremdsprachen in Moskau und Piter deutlich höher sind, als in der eigentlichen Russ. Föderation.

Die Gründe davon sind sehr vielfältig und bedingen sich gegenseitig. Die zwei wichtigsten sind zum einen die Magnetwirkung dieser Obermetropolen auf Leute mit Befähigungen zur Kommunikation auf internationaler Ebene, die Verdienst- und Kontaktmöglichkeiten dort etc.
Zum anderen ist dort viel eher die Möglichkeit für die Lernenden gegeben, ihre Fremdspachkenntnisse auch außerhalb des Unterrichts einzusetzen, also praktisch zu üben.
Die Zahl von Ausbildungsjahren sagt leider gar nichts über die Lernergebnisse. Es gibt einfach keine Korrelation zwisch Unterrichtsjahren und Sprachfähigkeiten. Definitiv nicht!

Letzeres kann ich aus persönlicher Erfahrung nach 9 Jahren Russisch und 7 Jahren Englisch ind er Ex-DDR bestätigen. A) bin ich ohnehin nicht im mindesten fremdspachtalentiert und B) fehlte es weitestgehend an Möglichkeiten zur Alltagskommunikation.
Russisch kann ich praktisch gar nicht, außer wenigen Hauptvokabeln und der Möglichkeit, mit einiger Mühe kyrillische Schrift zu entziffern, und mein Englisch ist so grottenschlecht, dass es mir peinlich ist, dieses zu benutzen.

In Moskau und Piter kommen aber nun die begünstigenden Einflussfaktoren zusammen. Dies betrifft sowohl das Bildungsangebot innerhalb des Unterrichts durch qualifiziertes Lehrpersonal und die vermutlich etwas höhere Lernbereitschaft der Lernenden, als auch die hohe allgemeine Präsenz von Fremdspachen in Wort und Schrift.
Am Rande spielt dann auch noch eine Rolle, dass die Chancen deutlich höher sind, von diesen Obermetropolen aus Aufenthalte im Ausland zu organisieren, als aus der Tiefe der "Provinz" heraus.
(Allein schon die Nähe zu Konsulaten, die Präsenz von internationalen / ausländischen Institutionen, Unternehmen etc., wobei finanzielle Ausstattung nicht zu vergessen ist. )

Zeppelin

Verfasst: 17 Feb 2007, 01:49
von Bephep
Zejtnot_
Das ......ist eigentlich der beste Beweis für die These, dass der Sprachunterricht mies ist.
Mein Wissen und Erfahrung
In Ru wird meist nur eine Fremdsprache gelehrt,ausser Gymnasien und Schulen mit erweitertem Sprachangebot.

Maedchen und Frauen sind sehr zurueckhaltend beim sprechen sie schaemen sich wenn sie nicht so gut sprechen.

Meine Erfahrungen mit Gruppen von Jugendlichen und Erwachsenen die nach hier kommen (DE).
Die meisten ab 16 bis 35 koennen ausreichend english.Deutsch sehr wenige.

Verfasst: 17 Feb 2007, 15:45
von Mysh
Rotech hat geschrieben: (...) das einzige ist das hier die Klassen zu gross sind (bei meiner 25 Kinder)

rotech
Das nennst du zu groß? Ich gehe in Brandenburg zur Schule und war nie in einer Klasse mit weniger als 30 Schülern. Dank dem Lehrermangel - oder besser gesagt der Weigerung der Schulbehörde weitere einzustellen.
Sogar jetzt im Kurssystem ist es unausgewogen. In manchen Kursen sind nur ~15 Leute (sehr angenehm), in einem anderen aber 32 (+/-1, bin mir nicht 100% sicher). Das ist dann einfach schrecklich und auch ziemlich unproduktiv.
Hatte es sogar mal das wegen Krankheit zwei solche Klassen zusammengelegt wurden. War zwar nur an der Grundschule und für eine Woche, ist mir aber trotzdem nur in schlechter Erinnerung geblieben. Mit deinen 25 kannst du also noch ganz zufrieden sein. ;)

Verfasst: 19 Feb 2007, 00:54
von Bephep
Ich habe einmal gefragt,wie der Sprachunterricht in Ru ist.

Meine Bekannte schreibt das die normale Klasse beim Sprachunterricht aufgeteilt wird.Also mindestens zwei Gruppen.

Eine Klassengroesse von 25 ist doch auch hier normal.

Ausserdem,bei Pisa liegt RU und DE nicht weit auseinander.('[frust]')

Verfasst: 19 Feb 2007, 06:55
von germanisator
Hallo,

mit Spachunterricht in D ist es auch nicht ganz einfach. Man nehme zun Vergleich mal eine andere Sprache als Englisch, zum Beispiel Russisch. Man trifft echt selten Deutsche, die ordentlich Russisch können. Sehr selten. Auch nach Jahren Unterricht in der Schule und an der Uni. Ich kann nicht von allen Schulen und Unis in D sprechen, aber HU Berlin und Uni Potsdam liegen in meinem Revier. Wobei Dozenten an der Uni sind nicht zu bemängeln. Ich weiß nicht woran es liegt, dass Slavisten im Hauptstudium kaum lesen können. Die Lehrer in der Schule sind einfach krass. Man erwartet ja keine Mutterspachlerleistung oder Uni Niveau aber das was ich erlebt habe ist eben krass. Halt dasselbe wie Englischlehrer irgendwo in der russländischen Provinz. Ich komme selbst aus der Provinz und kenne dieses Problem nicht von ungefäht. Wobei es muss gerechtigkeitshalber erwähnt werden, dass meine Lehrer (ich habe D und Engl. gehabt) einfach Spitze waren.

Es ist vom Aufwand her nicht dasselbe für ein russischsprachiges Kind Englisch zu lernen wie für ein deutschsprachiges. Mal eine Frage: welches Kind (hypotetisch) lernt schneller und sicherer Ukrainisch? Deutsche haben einfach Glück, dass die Weltsprache Englisch mit der deutschen Sprache so nah verwandt ist.

Verfasst: 19 Feb 2007, 15:10
von Xottabych
germanisator hat geschrieben:Deutsche haben einfach Glück, dass die Weltsprache Englisch mit der deutschen Sprache so nah verwandt ist.
Stimmt schon. Französisch ist auch so eine Sprache, die man in Deutschland 5 bis 7 Jahre lang lernt; beherrschen tun sie allerdings nur wenige. Trotzdem denke ich, dass das größte Defizit des Sprachunterrichts in Russland in der Überbetonung von Übersetzungsarbeit besteht.

Verfasst: 19 Feb 2007, 20:08
von Zeppelin
Mir ist jetzt nur nicht klar, weshalb man die Frage nach dem Bildungssystem auf das Gebiet der Fremdsprachvermittlung reduziert.
Dieses ist m.E. wirklich nicht das prekärste.

Und um einen Vergleich mit Deutschland geht es m.E. auch nicht (oder sollte es zumindest nicht.)

Zeppelin

Verfasst: 19 Feb 2007, 20:38
von Xottabych
Ich habe mir gerade auch die vom Kultgriechen verlinkte PISA-Studie angeschaut; ich bin sehr überrascht darüber, dass Russland ausgerechnet in den Naturwissenschaften dermaßen schlecht abschneidet.

Verfasst: 19 Feb 2007, 20:46
von Zeppelin
waldmeister hat geschrieben:...bin sehr überrascht darüber, dass Russland ausgerechnet in den Naturwissenschaften dermaßen schlecht abschneidet.
Das ist m.E. weniger auf die tatsächlich mangelhaften Fachkenntnisse der russ. Schüler zurückzuführen, als - wie oben geschrieben - auf die Methodik der Stoffvermittlung.
Bei der PISA-Studie kam es ja ganz besonders auch darauf an, die Fähigkeit zur Problemanalyse und der Entwicklung entsprechender Lösungsmöglichkeiten zu prüfen.