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Verfasst: 16 Apr 2007, 16:40
von Bephep
Saboteur
Werden Spinner, Wichtigtuer und Extremisten (zum Beispiel bei Bildern von Demos bei denen im Hintergrund die Flaggen der Nationalbolschewisten wehen) von einigen deutschen Medien als Opposition und dadurch als Alternative zu Putin verkauft. Ich meine die NPD ist ja auch ne Opposition aber trotzdem keine Alternative.
Nationalbolschewiken sind bestimmt keine bessere Opposition aber wie die Demonstranten behandelt wurden ,das ist schlecht.
Vor einigen Jahren habe ich eine NPD Demo gesehen,direkt vor der Haustuer,wenig Demonstranten viel Polizei.Da ist nicht geknueppelt worden.
Schau ins Fernsehen,Zeitung oder Internet, der Eindruck ist furchtbar.Was konnten so ein paar Demonstranten schon bewirken,fast nichts.Was haben sie durch die Bilder erwirkt,eine ganze Menge.Der Polizeieinsatz war die Negativwerbung fuer die russische Demokratie.An die glaubt im Westen bald keiner mehr.
Verfasst: 16 Apr 2007, 20:03
von Zeppelin
Ich bin bei dem ganzen Thema derart verbittert, dass ich mich hier eigentlich gar nicht melden wollte.
Es ist unsäglich, dass die gesamt freiheitliche. bürgelich-libral orientierte demokratische Opposition selbst hier als Ergebnis US-amerikanischer (oder auch anderer westlicher) Infiltration denunziert wird.
Welch ein Hohn und Zynismus ist das gegenüber den vor allem jüngeren engagierten Demokraten, die aus eigenem Antrieb und eigenem Engagement dafür eintreten, dass z.B. bessere Voraussetzungen für den Umweltschutz und dessen Durchsetzung getroffen werden, für die Vessere Versorgung der sozial Schwächsten, für die Bewahlrung und Wiederbelebung des kulturhistorischen Erbes der Nation etc.etc.
Die wissen halt sehr sehr gut, das von der korrupten Administration da nicht das geringste zu erwarten ist und verlassen deshalb in Schaaren das Land.
Mit der brutalen Niederschlagung solcher Demos wie am WE sollen doch genau die eingeschüchtert werden - was ja leider auch gelingt. Wie schwach und armselig muss der Moskauer Kreml sich fühlen, wenn er nicht sieht, das damit tatsächlicher Patriotismus verbunden ist und nicht nur geheuchelte Staatsräson.
Und zum Thema NPD in Dtl.: Es ist ja genau der breite bürgerliche Widerstand, dem es zu verdanken ist, dass die (und andere Extremisten) im Zaum gehalten werden können.
Die Staatsgewalt allein wäre dazu bestimmt nicht in der Lage, bzw. würde ggf. zur Enststehung von Pseodomärthyrern führen.
Man könnte das Thema endlos auswalzen, aber das macht wohl wenig Sinn.
Zeppelin
Verfasst: 16 Apr 2007, 20:06
von Saboteur
Bephep hat geschrieben:Saboteur
Werden Spinner, Wichtigtuer und Extremisten (zum Beispiel bei Bildern von Demos bei denen im Hintergrund die Flaggen der Nationalbolschewisten wehen) von einigen deutschen Medien als Opposition und dadurch als Alternative zu Putin verkauft. Ich meine die NPD ist ja auch ne Opposition aber trotzdem keine Alternative.
Nationalbolschewiken sind bestimmt keine bessere Opposition aber wie die Demonstranten behandelt wurden ,das ist schlecht.
Vor einigen Jahren habe ich eine NPD Demo gesehen,direkt vor der Haustuer,wenig Demonstranten viel Polizei.Da ist nicht geknueppelt worden.
Schau ins Fernsehen,Zeitung oder Internet, der Eindruck ist furchtbar.Was konnten so ein paar Demonstranten schon bewirken,fast nichts.Was haben sie durch die Bilder erwirkt,eine ganze Menge.Der Polizeieinsatz war die Negativwerbung fuer die russische Demokratie.An die glaubt im Westen bald keiner mehr.
hab wohl vergessen zu sagen dass ich diese Übergriffe natürlich nicht gut heiße und verurteile. Gewalt und dazu noch staatliche finde ich nicht okay wenn Menschen zu Schaden kommen die das eigentlich nicht verdient hätten...
Verfasst: 17 Apr 2007, 09:01
von Dietrich
Zeppelin hat geschrieben:Es ist unsäglich, dass die gesamt freiheitliche. bürgelich-libral orientierte demokratische Opposition selbst hier als Ergebnis US-amerikanischer (oder auch anderer westlicher) Infiltration denunziert wird.
Aber das ist hier ja gerade in Russland zur Zeit das Totschlagsargument fuer alles... Fuer die Zerschlagung der Demos, fuer die Rechtfertigung, warum Orange in der Ukraine schlecht ist, fuer die "Beschneidung" der NGO's etc. etc. etc.
Dann heisst es: "wurde von den Amis finanziert". Und ZACK - in den Koepfen der Russen (zumindest aller ueber 25) schaltet das alte, mit viel Propaganda angezuechtete Feindbild sofort auf rot. ACHTUNG! FEIND!
Natuerlich ist nicht alles, was die Amis machen "gut". Die leisten sich in den letzten Jahren auch viel Bockmist, vor allem in der Aussenpolitik. Aber im Gegensatz zu Russland ist die USA immer noch um etliches demokratischer. Denn immerhin muss George aller Vorraussicht nach jetzt bald gehen. Und Demos gegen seine Regierung werden nicht zusammengeknueppelt sondern finden mehr und mehr Anhaenger.
Ja, die Russen wollen keine "echte Demokratie", weil sie (angeblich) in Russland mit den Russen so nicht funktioniert. Aber was ist denn die Alternative?
Ein Regime a'la Putin.
Aber es zeigt sich eben wieder, dass solche Regime die Angewohnheit haben, sich selber derart "abzusichern", dass man sie dann mindestens 50-60 Jahre nicht mehr los wird. Und wie sich ein Regime in so einer Zeit (oder sogar schon viel viel schneller) dann veraendert und von seinen guten Vorsaetzen abweicht, hat Russland nicht zuletzt mit Lenin, Stalin und Co. gut beobachten koennen.
Verfasst: 17 Apr 2007, 10:36
von manuchka
Zeppelin, und es werden ja auch nicht alle demokratischen Ansätze als "ami-infiltriert" denunziert, wenn du auf meinen Beitrag anspielst. Aber das sind nun mal auch Fakten, dass Amerika seine Fingerchen in mancherlei Hinsicht bei diversen "farbigen Revolutionen" mit im Spiel hat. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein, aber das muss auch nicht immer und ausschließlich positive Folgen haben. Mehr wollte ich doch gar nicht sagen. Ansonsten bin ich ebenfalls der Meinung, dass ein Marsch der "Nicht-Einverstandenen" genau so ein Recht auf Existenz und Schutz hat wie jede Veranstaltung der Putin-Jugend "Nashi".
Verfasst: 17 Apr 2007, 11:53
von Sanja
извините, muß noch mal zurückgreifen,meine Meinung sollte nicht aussagen,daß Demokratie schlecht ist oder für Russland "Stuß", ich wollte ausdrücken,daß unter dem Deckmantel der Demokratie das ein oder andere Land versucht Einfluß auf ein anderes Land zu nehmen um seine wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen,und dafür jedes Mittel recht ist.
Und natürlich denke ich,daß Russland zu einer Demokratie fähig ist,nur man kann doch Russland nicht mit zB.Deutschland vergleichen, bei der Größe des Landes mit soviel verschiedenen Völkern und Kulturen kann man doch nicht das gleiche Prinzip überstülpen.Die ältere Generation hat doch sicher unter dem ganzen Wandel sehr gelitten und ist sicher nicht unbedingt an großen Veränderungen interessiert, sondern möchte mehr Sicherheit.Wenn die jüngere Generation also durch Bildung,Internet....weltoffener ist, wird sie auch Eigenverantwortung für die Probleme des Landes mit in die Politik bringen, das braucht nur alles seine Zeit.Hier hat sich doch auch nicht alles von heute auf morgen vollzogen.Auch hier hat doch erst die junge Nachkriegsgeneration viele Veränderungen, und das auch mit Demos und Polizeischlachten eingefordert.Und so lange ist es doch auch noch nicht her,daß die Grünen für ihr Umweltarragement Gelächter und Prügel eingesteckt haben.
Natürlich finde ich es auch nicht richtig,daß so mit Demonstranten umgegangen wird und ich finde es sehr schade für das Image von Russland.
Aber in Richtung Wirtschaft möchte ich doch noch was loswerden. Im weltweiten Wirtschaftskampf stehen Politik und Unternehmen doch dicht zusammen.Und schaut man auf Russlands Spitze,so stehen die Politiker doch mit einem Fuß in verschiedenen Unternehmen - oder umgekehrt.Diese Position gilt es doch mit Händen und Füßen zu verteidigen.
Doch in anderen Ländern sieht es doch nicht anders aus,schaut man zB.auf das demokratische Amerika(wo sich viele gebildete Amerikaner fragen :wie konnte dieser President noch mal gewählt werden?!)Von wem wird denn dort die Politik gemacht?Woher kam denn Cheney,welchem Unternehmen diente denn diese Politik?Aus welchem Stall stammt denn Rice?(...der Name des Tankers wurde ja wieder geändert,war wohl zu auffällig)und Georg dabbeljus Vater war Direktor des CIA...
Verfasst: 17 Apr 2007, 11:58
von Zeppelin
manuchka hat geschrieben:Zeppelin, und es werden ja auch nicht alle demokratischen Ansätze als "ami-infiltriert" denunziert, wenn du auf meinen Beitrag anspielst. Aber das sind nun mal auch Fakten, dass Amerika seine Fingerchen in mancherlei Hinsicht bei diversen "farbigen Revolutionen" mit im Spiel hat.
Nein manuchka!
Auf Deinen Beitrag habe ich nicht angespielt, obwohl Du
auch auf den Aspekt, den ich keineswegs leugne oder gar gutheiße, eingegangen warst.
Doch in weiten Phasen dieses Threads wird das Thema auf diesen Teilbereich reduziert. (z.B. durch Sanja).
Wenn ich mir jedoch ansehe, mit welchem Engagement und unter welchen oft harten Bedingungen junge Leute aus RUS hier studieren und sich danach zu hause dafür einsetzen wollen, dass auch dort lebenswerte Bedingungen entstehen, betrachte ich die Polizeigewalt vom WE als Schläge in deren Gesichter.
Und ebenso ist es mit den NGO's. Man würdigt leider überhaupt nicht, was z.B. allein die dt. Stiftungen (Bosch, Ebert, Böll, etc.) im Bildungsbreicht in RUS leisten. Allein die ganzen Lektoren, die von hier (knapp) bezahlt werden und die Fremdsprachausbildung an den Hochschulen unterstützen, gehen da meinst mit masiven Idealismus heran, obwohl sie es durchaus bequemer haben könnten.
Für die ist es eben beleidigender Zynismus, auf die gleiche Stufe gestellt zu werden, wie CIA-finanzierte Propagandisten.
Und ebenso zynisch ist es, wenn dann als "Dank" für dieses Engagement solch Sprüche von den Nutznießern kommen, wie: "Ihr seid doch selbst schuld." (Oder Schlimmeres.)
Verfasst: 17 Apr 2007, 12:49
von Dietrich
Sanja hat geschrieben:
Aber in Richtung Wirtschaft möchte ich doch noch was loswerden. Im weltweiten Wirtschaftskampf stehen Politik und Unternehmen doch dicht zusammen.Und schaut man auf Russlands Spitze,so stehen die Politiker doch mit einem Fuß in verschiedenen Unternehmen - oder umgekehrt.Diese Position gilt es doch mit Händen und Füßen zu verteidigen.
Nein.
Das Politik und Wirtschaft zu sehr miteinander verwickelt sind ist ein Problem. Auch in Deutschland und den USA.
Die Politik soll und muss der Wirtschaft in Form von Gesetzen und durch die Ueberwachung der Einhaltung dieser Gesetze die Grundlagen zum Wirtschaften schaffen. Aber die Wirtschaft darf nicht die Politik und, noch schlimmer, die Politik die Wirtschaft bestimmen.
Denn sonst passieren solche Sachen wie YUKOS und Sakhalin bei denen sich die Politik derart in die Wirtschaft einmischt, dass es eben NICHT mehr rechtstaatlich zugeht. In der Politiker ihre Macht ausnutzen, um sich Gesetze und staatliche Organisationen so zurechtzubiegen, dass sie am Ende einen Vorteil daraus haben.
Dazu passt ganz gut folgender Artikel:
http://zope.hu-berlin.de/presse/publika ... macht_html
Und wenn man sich die "Ereignisse" in Russland in den letzten Monaten anschaut, so findet man mehr und mehr solche Dinge...
Verfasst: 17 Apr 2007, 13:38
von Kultgrieche
Dietrich hat geschrieben:Aber die Wirtschaft darf nicht die Politik und, noch schlimmer, die Politik die Wirtschaft bestimmen.
Denn sonst passieren solche Sachen wie YUKOS und Sakhalin bei denen sich die Politik derart in die Wirtschaft einmischt, dass es eben NICHT mehr rechtstaatlich zugeht.
Politik und Wirtschaft sind in jedem Land der Erde miteinander verflochten. Frankreich betreibt beispielsweise einen Staatsprotektionismus.
Russland kann, was Jukos und Sachalin angeht, nicht so mit anderen Ländern verglichen werden. Diese Unternehmen sind in einem Zeitraum gewachsen und haben ehemaliges sowjetisches Volkseigentum zu Neppkonditionen in einer chaotischen Zeit an sich gebunden, dass ich ein Eingreifen des russischen Staates zum heutigen Zeitpunkt begrüße. Kann ja nicht angehen, dass Jukos aus der sowjetischen Konkursmasse einen dicken Vorteil zieht und Chodorkowski sich sogar anschicken wollte, den Großteil der Firma an die US Firma Exxon zu verscherbeln.
Aber dies schweift vom Thema ab. Fakt ist: Eine Regierung wird vom Volk solange toleriert, wie es wirtschaftlich den meisten Bürgern gut geht. Und unter Putin geht es den meisten unzweifelhaft besser als unter Jelzin. Da werden auf Demonstranten eindreschende Polizisten eben in Kauf genommen.
Verfasst: 17 Apr 2007, 14:31
von Sportsfreund
Sanja hat geschrieben:... ich wollte ausdrücken,daß unter dem Deckmantel der Demokratie das ein oder andere Land versucht
Einfluß auf ein anderes Land zu nehmen um seine wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen,und dafür jedes Mittel recht ist
....
Du meinst damit bestimmt auch den Russlands Versuch einen Einfluss auf die Ukraine durch die Hellblauen zu nehmen?
Oder nur die Amis mit den Orangenen?