achim hat geschrieben:Wenn noch ein paar tolle Exemplare deutschen Kulturgutes hier veröffentlicht werden verschieb ich den Thread glatt zurück nach InsideGermany.
Ich reime ab und zu ein wenig... auch auf Vorlagen deutschen Kulturgutes. Vielleicht reicht das ja, damit der Beitrag wieder verschoben wird:
Nachtgedanken (Original von Heinrich Heine, zu finden u.a.
hier
Denk ich an Russland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen.
Die Jahre kommen und vergehn!
Seit ich die Heimat nicht gesehn,
Zwölf Monat’ sind schon hingegangen;
Es wächst mein Sehnen und Verlangen.
Mein Sehnen und Verlangen wächst,
Denn hier ist manches wie verhext.
Ich denke insgeheim: Warum
sind grade Wege hier so krumm?!
Warum fährt ohne Ruh’ und Rast
Im Auto jeder, wie’s ihm passt?
Warum sucht die Miliz erpicht
nur Geld von dem, der Regeln bricht?
Warum x spravki, x Papier’,
X Stempel – allein für’s OVIR?
Warum trotz Visum registrieren?
Warum muss man Beamte schmieren?
Auch muss recht schmerzlich ich vermissen
Gar manchen deutschen Leckerbissen
Wie leck’re Brötchen, gute Wurst
Und g’scheiten Wein und Bier für’n Durst…
Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr,
Wenn nicht die Heimat dorten wär
Mit Orten, altvertraut-bekannten,
Mit lieben Freunden und Verwandten...
Seit ich das Land verlassen hab,
Denk oft ich: Moskau wird mein Grab,
Das ich geliebt einst – doch, oh Schreck,
Die heiße Lieb’ ist leider weg.
Doch hab ich Russland nicht verflucht,
Ich hab’s ja selber ausgesucht,
Drum will nicht jammern ich hier, nein,
Sondern in Maßen glücklich sein:
Also! Durch meine Fenster bricht
Moskauer graues Tageslicht;
Und seh den Liebsten ich am Morgen,
sind fast vergessen alle Sorgen.
(c) manuchka