Glider hat geschrieben:...deutschstämmige Migranten, sich hier nur mittels ihrer halbwüchsigen Kinder verständlich machen können und praktisch in einer isolierten Parallelwelt leben.
Ich weiß, dass einige von denen sich durchaus zurück sehnen, aber oft nur wegen der Kinder hier bleiben.
Und nur wenige bringen den Ehrgeiz auf, sich sprachlich und mit fachlicher Weiterbildung so fit zu machen, dass sie hier auch wieder vernünftige Jobs bekommen. Dabei haben ja nicht wenige in Russland als Akademiker gearbeitet.
Eine ganze Menge können wir Einheimischen aber auch selbst unternehmen, um den Zugewanderten entgegen zu kömmen, sofern sich die erforderlichen Kontakte ergeben.
Das betrifft ganz besonders Verständnis für nicht allzu perfekte Sprachkenntnisse sowie Hilfe bei deren Verbesserung. Ein Freund von mir (Russe) mit dem ich die letzen Monate eng zusammen gearbeitet habe, war anfangs absolut zurückhaltend und scheu, weil er meinte, sich nicht gut genug ausdrücken zu können. Aber das hat unser Team nicht hinnehmen wollen. Und so haben wir dann vieles, was hier als lockerer Spruch oder Witz sofort verstanden wird, so erläutert, dass auch er mitlachen konnte.
Mit der Zeit meinte er dann auch immer öfter, dass er langsam immer mehr entschlüsseln könnte, was ihm mit reiner Lexik völlig unverständlich gewesen war. So kam er dann auch immer mehr aus sich heraus und erzählte so manche abenteuerliche und lustige Geschichte aus seinem Leben in Russland.
Und eine weitere Baustelle ist dann das, was hier des Öfteren schon als "Staatsbürgerkunde" bezeichnet wurde: Nämlich erläutern, wie der Umgang mit Behörden hier funktioniert, wie man einen Brief korrekt und formell einwandfrei verfassen sollte usw.
Es sind für uns eigentlich Lappalien, mal eben einen Brief zu überarbeiten oder auch Schreiben zu erläutern, die die Betroffenen selbst bekommen und nur bedingt verstehen können.
Ich glaube auch, sowas können nur Freunde und Kollegen wirklich leisten, zu denen ein Vertrauensverhältnis besteht, kaum aber die Teilnahme an einem öffentlichen Integrationskurs o.ä.
Aber das funktioniert eben nur bei denen, die hier auch wirklich ihr zu Hause finden wollen.