Re: "Kasachen", "Russen" und andere
Verfasst: 24 Aug 2008, 02:13
Was heißt hier "sich bekennen"? Mich stört diese Einseitigkeit. Daß nur der Migrant sich zu seiner Biographie (was ja etwas sehr Persönliches ist) bekennen sollte und das auf Wunsch des ersten besten gebürtigen Deutschen, und der Eingeborene darf quasi anonym bleiben. Vielleicht interessiert mich der Stammbaum des gebürtigen Deutschen, und das übrigens nicht zu unrecht, denn laut Untersuchungen sind nur 6% aller "gebürtiger" deutscher Männer 100% deutscher Abstammung (dafür sind eingeborene deutsche Frauen zu 50% "rein" deutsch).Zeppelin hat geschrieben:Nö. Von Müssen kann keine Rede sein.Naila hat geschrieben:Und so müssen die Migranten ihr "exotisches" Potenzial jederzeit zur Verfügung stellen, damit die eingeborenen Deutschen sich nicht langweilen...
Ich frage mich nur, was so schwer daran ist (bzw. sein sollte), sich zu einer Biographie im Zeitalter der Globalisierung zu bekennen.
Sie zu leugnen oder sich auf seinen Pass zu reduzieren ist jedenfalls kaum zielführend, wenn man akzeptiert werden will.
Ich finde überhaupt die Mode auf "Bekenntnisse" völlig idiotisch. Manche machen das auch noch öffentlich. Das ist doch ein seelisches Striptease! Da würde ich mich in eine Reihe mit Homosexuellen stellen, die sich unbedingt outen müssen. Wozu???
Ich kann nur von mir sprechen. Wenn ich einen neuen Schüler bekomme, der nicht "gebürtig deutsch" auf mich wirkt, frage ich ihn nie, wo er herkommt und wo er hingeht usw. Es ist nicht so, daß es mich nicht interessiert. Aber ich warte ab, bis der Schüler selbst die Lust bekommt, mir davon zu erzählen.