Erfahrungen bei Arbeitssuche des russ. Partners

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!
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manuchka
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Re: Erfahrungen bei Arbeitssuche des russ. Partners

Beitrag von manuchka »

Ich lebe seit etwas mehr als 3 Jahren ununterbrochen hier mit meinem Mann. Wenn man Studien- und Praktikumszeiten noch einrechnet, komme ich auf fast 5 Jahre, aber das war ein ganz anderes Leben als jetzt das dauerhafte, insofern - 3 Jahre. In der Zeit ist mir erst mal bewusst geworden, wie gut es einem in Deutschland eigentlich geht, ohne dass man das besonders merkt und auch wenn man nicht die dicke Kohle hat.

Meinen Mann zieht es auch nicht nach Deutschland, weil das für ihn natürlich auch unbekanntes Land ist. Aber er ist trotzdem fest entschlossen - nicht weil er unbedingt in den "goldenen Westen" will, sondern weil er hier für sich und uns als Familie dauerhaft keine Perspektive sieht und weil er gerne möchte, dass unsere Kinder in relativer Sicherheit und besseren Bedingungen als hier aufwachsen.
Du erntest, was du säst.
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Kultgrieche
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Re: Erfahrungen bei Arbeitssuche des russ. Partners

Beitrag von Kultgrieche »

Tu154 hat geschrieben:Добрый вечер!

Mich würde mal interessieren, wie es Euren Partnern(inneN) nach der Heirat und offiziellen Aufenthaltsgenehmigung bei der Arbeitssuche in Deutschland/A/CH ergangen ist.
Hallo Tu154, du hast Dir aber einen "abstürzenden Spitznamen" ausgesucht...
Also, zu Deiner Ausgangsfrage: 2000 habe ich geheiratet, meine Ehefrau ist in Nishnij Nowgorod Grundschullehrerin gewesen, hat zwei Hochschulabschlüsse, einen in Englisch, einen in Grundschulpädagogik. Deutschkenntnisse damals: Auf Frontniveau, konnte "Chändä hochch!" und "Gitler kaputt" sagen.
Nach Deutschland gezogen, VHS-Deutschkurse belegt, nach zwei Jahren GDS-Prüfung erolgreich abgelegt, vorher Abschlüsse aus Russland als 1. Staatsexamen für Grundschulen anerkennen lassen, dann Referendariat zwei jahre lang durchlaufen, 2. Staatsexamen, zwei Zeitverträge gehabt, ein Jahr nach 2. Staatsexamen Planstelle an deutscher Grundschule bekommen als Klassenlehrerin. Bewerben musste sie sich nur mit den tollen Ausfüllbögen des öffentlichen Dienstes, die mitunter noch in Schreibmaschinen-Kopieform ihr vorlagen. Also lange Bewerbungsessays blieben ihr erspart.

Für meine Frau war klar: Sie will nur Lehrerin sein. Sonst nichts. Bei ihr ist der Lehrerberuf wirklich sowas wie eine "Berufung", mein Job als Versicherungsmathematiker ist "Arbeit". Und bei ihr lief es auch nach dem Motto "wo ein Wille ist, ist auch ein Weg." Ohne Connections hat sie sich im Lehrerberuf hier erfolgreich etabliert. Wege geebnet habe ich ihr dort mangels Kontakte keine. Aber beim Deutschlernen habe ich ihr sehr geholfen und lese heute noch hier und da mal was Korrektur, wenn Bedarf ist. Umgekehrt frage ich oft meine Frau nach den Regeln der neuen deutschen Rechtschreibung....
"Eines der zentralen Probleme heutzutage ist, dass die Politik so eine Schande ist. Gute Menschen gehen nicht in die Politik." (Donald Trump)
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Re: Erfahrungen bei Arbeitssuche des russ. Partners

Beitrag von ttt »

Kultgrieche hat geschrieben: 2000 habe ich geheiratet, meine Ehefrau ist in Nishnij Nowgorod Grundschullehrerin gewesen, hat zwei Hochschulabschlüsse, einen in Englisch, einen in Grundschulpädagogik. Deutschkenntnisse damals: Auf Frontniveau, konnte "Chändä hochch!" und "Gitler kaputt" sagen.
Nach Deutschland gezogen, VHS-Deutschkurse belegt, nach zwei Jahren GDS-Prüfung erolgreich abgelegt, vorher Abschlüsse aus Russland als 1. Staatsexamen für Grundschulen anerkennen lassen, dann Referendariat zwei jahre lang durchlaufen, 2. Staatsexamen, zwei Zeitverträge gehabt, ein Jahr nach 2. Staatsexamen Planstelle an deutscher Grundschule bekommen als Klassenlehrerin. Bewerben musste sie sich nur mit den tollen Ausfüllbögen des öffentlichen Dienstes, die mitunter noch in Schreibmaschinen-Kopieform ihr vorlagen. Also lange Bewerbungsessays blieben ihr erspart.
Das ist ja mal echt ein Paradebeispiel für erfolgreiche Integration! Ist das erste Mal, dass ich von jemandem mit russischer Lehrerausbildung höre, der nun als Lehrer in Deutschland arbeitet. Gratulationen an Deine Frau mit ihrer Hartnäckigkeit!
Tu154

Re: Erfahrungen bei Arbeitssuche des russ. Partners

Beitrag von Tu154 »

Den Gratulationen schließe ich mich an !!Gut gemacht!
Hat Deine Frau da schon die deutsche Staatsbürgerschaft gehabt, ich nehme an das ist Grundvoraussetzung für eine Anstellung im öffentlichen Dienst ? Was ist GDS ?

LG
Tu154
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harald63
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Re: Erfahrungen bei Arbeitssuche des russ. Partners

Beitrag von harald63 »

Tu154 hat geschrieben:Den Gratulationen schließe ich mich an !!Gut gemacht!
Hat Deine Frau da schon die deutsche Staatsbürgerschaft gehabt, ich nehme an das ist Grundvoraussetzung für eine Anstellung im öffentlichen Dienst ? Was ist GDS ?
Für den öffentlichen Dienst ist die Staatsangehörigkeit irrelevant. Das wird sie erst, wenn es um Verbeamtung geht.
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Kultgrieche
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Re: Erfahrungen bei Arbeitssuche des russ. Partners

Beitrag von Kultgrieche »

Tu154 hat geschrieben:Den Gratulationen schließe ich mich an !!Gut gemacht!
Hat Deine Frau da schon die deutsche Staatsbürgerschaft gehabt, ich nehme an das ist Grundvoraussetzung für eine Anstellung im öffentlichen Dienst ? Was ist GDS ?

LG
Tu154
Das GDS ist das große Deutsche Sprachdiplom des Goeteh-Institutes.
Und wie mein Vorredner schon richtig bemerkt hat, ist die Staatsbürgerschaft irrelevant bei Einstellung in den öffentlichen Dienst. Aber weil meine Frau russische Staatsbürgerin ist, ist sie "nur" Angestellte und nicht Beamtin, was sie schon etwsas ärgert, da sie weniger Netto herausbekommt. Dafür hat sie aber als Angestellte den Vorteil, dass sie hier in Hessen nicht zur Fortbildung verpflichtet werden kann, Beamte müssen sich regelmäßig - oft auf eigene Kosten und i.d.R. außerhalb der Dienstzeit - fortbilden, erhalten dafür Punkte, die sie in einer Kladde festhalten (150 Punkte in 3 Jahren müssen sie sammeln, ähnliches Prinzip wie bei Ärzten im Krankenhaus).
Fakt ist aber, dass Ausländer kaum in Lehrerpositionen anzutreffen sind, ein Rektor, bei dem meine Frau gelandet ist, scheint wohl auch damit Probleme gehabt zu haben, in seinem Weltbild sind Russen wohl nicht vorne an der Tafel, sonern machen höchstens "puzovatch" in der Schule...
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