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Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?
Verfasst: 08 Aug 2009, 00:34
von GIN
Ralf hat geschrieben:Russlandfan70 hat geschrieben:
Ob die Arbeiter 500 oder 1000Euro verdienen ist nicht standortentscheidend. Die Nachfrage muss für die Fertigung vor Ort vorhanden sein. Das ist alles.
Sehe ich genauso. Der reine Lonkostenanteil am Produkt ist durch die Automatisierung auf schätzungsweise unter 10% gesunken. Selbst wenn ein Arbeiter in D. 5x soviel verdient wie einer in einer russischen Autofirma, würde das bei meiner Annahme weniger als 8% vom Preis ausmachen. Ok, die höheren Gemeinkosten / F&E / Q-Wesen z.B. in Deutschland verteuern das Produkt. Die höhere Qualität wird vom deutschen Kunden erwartet und auch bezahlt. Deshalb kann Audi niemals einen A6 aus chinesischer Produktion in Deutschland vertreiben.
Bei vielen deutschen Firmen, die im Ausland Produktionsstätten aufgebaut haben, werden oft die Kosten der Entsandten für Schulung und Anlaufen der Produktion den deutschen Kostenstellen belastet (um die Kosten der neuen Standorte schönzurechnen). Und den deutschen Standorten wird als Krönung vorgehalten, wie teuer sie seien.
wieso ist zbs in der Schweiz das Auto billiger? die kommen doch aus der EU. Also wieso kostet ein Japaner in der Schweiz um die 20% billiger? und der Europäer um die 15 % ?
die Umsatzsteuer in der Schweiz ist unter 8 %. 19%-8% sind 11%
Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?
Verfasst: 08 Aug 2009, 07:45
von bauplan
Russlandfan70 hat geschrieben:
es wird gespart am Korrosionsschutz, an der Blechdicke so, dass es noch vertretbar ist (Crash, Verwindungssteifigkeit usw.), am Lack ect. .....Da muss VW in Kaluga halt was tun.
Also das mit dem Blech etc. ist Quatsch. z.b. werden die Kaluga-VWs in der Tschechei/Slowakai gebaut. Wo auch alle anderen dieser Modellreihe hergestellt werden. Davon werden ein paar wieder auseinandergebaut in Container verfrachtet nach kaluga geschickt und dort wieder zusammengebaut. Da werden kein speziell dünneren Bleche etc. genommen.
Russlandfan70 hat geschrieben:
Den Preis macht der Markt. In Dt. sind die Leute bereit, für einen neuen Golf im Schnitt 25000€ auszugeben, der Russe eben nur 15000€.
Das ist richtig. z.b. kosten Auto aus Deutschland in den USA auch deutlich weniger, denn dort kann man eben nicht die Hochpreise wie in Deutschland erzielen. Auch Grauimporte aus Italien/Spanien usw sind immer deutlich billiger als in Deutschland.
Also es ist so, die Autos sind gleich, aber Preise werden genommen, was der Markt hergibt. In Deutschland nun mal am meisten in den USA weniger und in Russland noch weniger. Modellvarianten gibt es nur auf Grund von unterschiedlichen TÜV-Bestimmungen
Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?
Verfasst: 08 Aug 2009, 11:17
von Ralf
J.Eckel hat geschrieben:wieso ist zbs in der Schweiz das Auto billiger? die kommen doch aus der EU. Also wieso kostet ein Japaner in der Schweiz um die 20% billiger? und der Europäer um die 15 % ?
die Umsatzsteuer in der Schweiz ist unter 8 %. 19%-8% sind 11%
Wer in Deutschland noch den Listenpreis zahlt, ist selbst schuld. Rabattbereinigt wird die Differenz nicht mehr so groß sein. Klar macht die Umsatzsteuer einen Unterschied, sie ist ein Steuerungsinstrument des Landes. Ich glaub in vielen Ländern entfallen sogar auf einige Automarken Luxussteuer.
bauplan hat geschrieben:Also das mit dem Blech etc. ist Quatsch. z.b. werden die Kaluga-VWs in der Tschechei/Slowakai gebaut. Wo auch alle anderen dieser Modellreihe hergestellt werden. Davon werden ein paar wieder auseinandergebaut in Container verfrachtet nach kaluga geschickt und dort wieder zusammengebaut. Da werden kein speziell dünneren Bleche etc. genommen.
Also es ist so, die Autos sind gleich, aber Preise werden genommen, was der Markt hergibt. In Deutschland nun mal am meisten in den USA weniger und in Russland noch weniger. Modellvarianten gibt es nur auf Grund von unterschiedlichen TÜV-Bestimmungen
Klar versucht man immer die höchsten Preise des Marktes zu erzielen. Das mit der unterschiedlichen Blechdicke glaube ich auch nicht. Wenn Autos als CKD-Sätze verschickt und lokal nur noch montiert werden, dann sind die Komponenten identisch. Wenn Materialien aber von anderen (lokalen) Zulieferern kommen, dann läßt sich Geld sparen. Allein schon was es bei den Stahlsorten oder auch Kunststoffen für weltweite Unterschiede gibt. Das merkt man nur bei der Alterungsbeständigkeit und im schlimmsten Fall beim Crash (minderwertigerer Stahl). Auch beim Lackaufbau kann man schon den einen oder anderen Euro sparen. Es ist z.B. viel aufwendiger, einen qualitativ hochwertigen (korrosionsbeständigen) Aufbau auf Wasserlackbasis (= umweltfreundliches "Muss" an vielen Produktionsstandorten) zu applizieren gegenüber einem herkömmlichen Lösemittellack. Und hinsichtlich Qualität ist der Kunde in Deutschland im Allgemeinen weitaus kritscher als in Osteuropa oder Südamerika oder oder. D.h. es macht noch einen wirtschaftlichen Unterschied, ob die Hersteller im Fahrzeug-Finish andere Maßstäbe ansetzt und hier und da nacharbeitet oder das Fahrzeug so ausliefert. Made by XYZ mit identischen Q-Standards weltweit wird zwar propagiert, aber nicht gelebt (weil viel zu teuer, wenn man deutsche Standards überall leben würde). Ist wie mit den Preisen des Marktes: Die Qualität muss gerade so gut sein, dass es der Markt akzeptiert. Und dann gibt es noch den Fall, dass ein Hersteller aus strategischen Gründen mit einem Produkt unbedingt einen Markt erobern will oder drin bleiben muss. Dann wird auch mal quersubventioniert, das Produkt also billiger angeboten als es eigentlich angeboten werden müßte. Aber das ist eine neue Baustelle...
Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?
Verfasst: 08 Aug 2009, 13:40
von Russlandfan70
Das Reduzieren der Blechdicken ist überhaupt kein Quatsch sondern ein normaler Optimierungsprozess in der Fertigung. Sobald die CKD-Montage in einigen Jahren verboten wird, wird es auch in Kaluga soweit sein. Wie schon erwähnt: solange statisch alles im grünen Bereich bleibt,wird "optimiert". Wir machen es genau so, aber andere Branche. Alle Branchen machen es so. Der Kunde will nicht viel zahlen? Also wird das Produkt kostenoptimiert. Der Dacia Logan kostet in D nicht umsonst nur 8000Euro und das nicht nur, weil die Rumänen so wenig verdienen.
Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?
Verfasst: 08 Aug 2009, 13:51
von bauplan
Dann haben die deutlich billigeren Porsches und Mercedesse und BMWs in den USA auch alle dünneres Blech?????
Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?
Verfasst: 08 Aug 2009, 14:12
von bella_b33
Klingt fast so, als ob alles fürs ach so tolle Deutschland extra stark und schön gefertigt wird! Wie gesagt, Autos sind in vielen anderen Ländern billiger, sonst gäbe es keine Reimporte, die günstiger sind. meine Meinung ist, daß man den Deutschen extra einen höheren Preis gibt

der dann nach Rabatten auf den Normalniveau von Reimporten liegt! Ich hab von noch keinem Reimportwagen gehört, das er schlechter sein sollte als das deutsche Pendant(ja, auch Fachzeitschriften hatten da schonmal vor vielen Jahren Tests gemacht)
Wenn mir jemand mal eine Quellangabe macht, wo ich das mit der Kostenreduzierung für Auslandsfertigung nachlesen kann, dann wäre es schon etwas glaubhafter..
Ist schon klar, daß der Lohnkostenanteil an einem Auto nur 10% sind, aber bei 20k€ sind das auch 2k€ Anteil
Gruß
Silvio
Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?
Verfasst: 08 Aug 2009, 22:58
von Ralf
bella_b33 hat geschrieben:
Wenn mir jemand mal eine Quellangabe macht, wo ich das mit der Kostenreduzierung für Auslandsfertigung nachlesen kann, dann wäre es schon etwas glaubhafter..
Da wird sich kein Hersteller in die Karten schauen lassen. Konkrete Zahlen könnte man ja hinterfragen und man könnte Rückschlüsse ziehen bis hin zu den Einkaufspreisen.
Wenn man bedenkt, dass die großen Mietwagenflotten Preisnachlässe von 30% und mehr in Deutschland bekommen, weiß man, wieviel Spielraum in der Preiskalkulation liegt.
Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?
Verfasst: 09 Aug 2009, 01:06
von bella_b33
Ralf hat geschrieben:Wenn man bedenkt, dass die großen Mietwagenflotten Preisnachlässe von 30% und mehr in Deutschland bekommen, weiß man, wieviel Spielraum in der Preiskalkulation liegt.
Genau Das meinte ich! Sie machen halt in Russland oder anderen günstigen Ländern weniger Gewinn als in Deutschland.
Nun aber zurück zum Thema, wir fahren wieder etwas vom Kurs ab
Gruß
Silvio
Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?
Verfasst: 10 Aug 2009, 09:52
von Simone
Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?
Verfasst: 10 Aug 2009, 14:17
von Russlandfan70
Letztmalig zum Thema Blech: einige hier scheinen eine kindliche Fantasie zu haben. Wenn man bsw. Bleche in 3mm Dicke benutzte und die statischen Anforderungen und Crashsicherheit auch mit 2,5mm gegeben sind, so wird es reduziert und niemand bekommt es mit. Im Zeichnungssatz gibt es einen neuen Index-das wars.
Noch einmal: das ist technischer Fortschritt und nicht "dünnes Blech" verbauen.