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Re: Referendum Donezk
Verfasst: 12 Mai 2014, 19:13
von Alex KA
Ich frage mich warum damals niemand auf die Idee kam DDR an UdSSR anzuschließen durch einen Referendum?
Re: Referendum Donezk
Verfasst: 12 Mai 2014, 19:17
von kamensky
Alex KA hat geschrieben:Ich frage mich warum damals niemand auf die Idee kam DDR an UdSSR anzuschließen durch einen Referendum?
Ich gehe einmal davon aus, dass die Bevölkerung sich nach (mehr) Freiheit sehnte und nicht nach zusätzlicher Abschottung.
Re: Referendum Donezk
Verfasst: 12 Mai 2014, 19:20
von Sibirier
Naja, ich frage mich, wie schnell der Westen die Praesidentschaftswahl am 25. akzeptiert, auch wenn ohne die Ostukraine gewaehlt wird...
Hauptsache, es koennen Vertraege mit Kiev abgeschlossen werden....
Re: Referendum Donezk
Verfasst: 12 Mai 2014, 20:43
von klaupe
Die Situation hat sich ja nun so entwickelt, wie von den Guten erwartet wurde und von den Nazi-/Faschisten-/USA-/Merkel-EU-Anhängern befürchtet wurde.
Wenn Kiew clever wäre, würde die "Terror-Regierung" einsehen, dass es da nur noch den Weg der Krim geben kann. In kluger Voraussicht sollte man das zur Vermeidung weiteren Ärgers und weiterer Opfer einsehen und schnellstmöglich die Konsequenzen ziehen.
Um nicht weiter in schlechten Ruf zu geraten, wäre eine vorbereitende Ankündigung in Umlauf zu setzen (vorzugsweise via RiaNovosti).
- Alle ukrainischen Verwaltungseinheiten und Einrichtungen stellen in dem Gebiet ab sofort die Arbeit ein. Dafür ist ja die Übergangsregierung zuständig, die ohnehin schon etliche Gebäude besetzt hält. Natürlich, die Gehälter der linientreuen Beamten/Angestellten werden vorerst weiter direkt aus Kiew gezahlt und von IWF garantiert.
- Militäreinheiten und jegliche Ordnungskräfte werden an die Westgrenze der Volksrepublik zurückgezogen, um dort den neuen Möchtegernstaat optimal zu schützen. Dass damit jeglicher Personen- und Warenverkehr blockiert wird, kann kein Problem sein, das schützt ja vor den bösen Nazis und möglicherweise verdorbenen Produkten. Gerne wird Russland einspringen und alles über die Ostgrenze mit hochwertiger Ware beliefern und natürlich vor Nazi-Infiltration schützen.
- Die Versorgung mit Energie, Gas, Wasser etc. kann man abstellen, das macht Russland besser.
- Der ehemalige Oblast Donezk erwirtschaftete zwar 12,4 % des ukrainischen BIP (Transkarpatien, Ivano-Frankiwsk, Wolyn, Ternopil und Lwiw nur 12,1 %), allerdings erhält der Donbass auch 31,3 % aller direkten staatlichen Investitionen. Das übernimmt gerne Moskau.
Die Unternehmen dieser Region hatten 2013 das unglaubliche Glück, 129 % (!!!) ihrer Umsatzsteuer zurückerstattet zu bekommen. Das brauchen sie sicherlich nicht mehr.
Kiew subventionierte den Preis von Erdgas, indem sie es bis vor kurzem zu einem Preis von fast 410 $ (jetzt mehr) importierte und es dann für 220 bis 240 $ an die Unternehmer verkaufte; den Privathaushalten wurde es noch billiger angeboten. Mein Gott, da lässt sich sparen, zumal der Donbass ohnehin jetzt direkt von Gazprom zum Schleudertarif bedient wird.
Die Subventionen für die Kohleindustrie belaufen sich auf etwa zwei Milliarden US-$ pro Jahr. Auch rausgeschmissenes Geld für die ohnehin extrem maroden Gruben.
Das gern verbreitete Märchen von der Goldgrube Donbass dürfen die neuen Machthaber dann ihren Kindern zum Einschlafen erzählen. ![Gähn [gaehn]](./images/smilies/gaehn.gif)
- Zahlungen für Renten, Pensionen, Sozialleistungen übernimmt auch die Volksregierung, selbstverständlich zu den gehobenen russischen Tarifen.
- Der Betrieb der überregionalen Banken wird ohnehin eingestellt, die Auszahlung eventueller Guthaben wird auf die umgeleitet, die durch die Separatisten ihrer Produktionsstätten beraubt wurden. Eine großzügige Regulierung ist vornehmste Aufgabe der Separatisten und übergelaufenen Oligarchen.
- Bei der Wahl am 25. Mai entfallen natürlich die (sowieso oppositionellen) Donbass-Stimmen. Kein Problem, die westukrainischen Parteien werden sich über die Stimmgewinne freuen.
- Das sind nur ein paar Punkte, keinesfalls komplett und noch beliebig erweiterbar. Natürlich wird so etwas nicht sofort in Kraft treten, nur darüber wohlwollend informiert. Mit einem kleinen Referendum nach bewährtem Muster, allerdings mit der alternativen Auswahl eines Beitritts zur Kiewer Ukraine, kann es über Nacht wirksam werden.
Man muss so etwas nicht immer so schwarz sehen, es hat ja auch Vorteile! Eine schlanke Ukraine ist viel attraktiver und flexibler und die internationalen Hilfen und Kredite muss man ja auch nicht an die verschleudern, die es gerne im Schoß der Mutter Russland bequemer haben wollen.
Re: Referendum Donezk
Verfasst: 12 Mai 2014, 20:45
von klaupe
Sibirier hat geschrieben:Naja, ich frage mich, wie schnell der Westen die Praesidentschaftswahl am 25. akzeptiert, auch wenn ohne die Ostukraine gewaehlt wird...
Hauptsache, es koennen Vertraege mit Kiev abgeschlossen werden....
Da nun prorussische, oppositionelle Stimmen entfallen, wird sich da kein Westler Kopfschmerzen machen.
Re: Referendum Donezk
Verfasst: 12 Mai 2014, 20:55
von CSB_Wolf
Alex KA hat geschrieben:Ich frage mich warum damals niemand auf die Idee kam DDR an UdSSR anzuschließen durch einen Referendum?
Weil die UDSSR pleite war und die BRD die Ostzone den Russen für viele Milliarden DM abgekauft hatte und Russland inofiziell sehr masiv mit Lebensmittel, sowie Lebensgüter unterstützt hat. Zitat eines Russischen Politikers, wer das war weiss ich heute leider nicht mehr, könnte Valin gewesen sein.
Gruss
wolf
Re: Referendum Donezk
Verfasst: 12 Mai 2014, 21:02
von Alex KA
CSB_Wolf hat geschrieben:Alex KA hat geschrieben:Ich frage mich warum damals niemand auf die Idee kam DDR an UdSSR anzuschließen durch einen Referendum?
Weil die UDSSR pleite war und die BRD die Ostzone den Russen für viele Milliarden DM abgekauft hatte und Russland inofiziell sehr masiv mit Lebensmittel, sowie Lebensgüter unterstützt hat. Zitat eines Russischen Politikers, wer das war weiss ich heute leider nicht mehr, könnte Valin gewesen sein.
Gruss
wolf
Ich meine noch davor als UDSSR pleite war
Re: Referendum Donezk
Verfasst: 12 Mai 2014, 21:09
von Sibirier
Naja, nicht umsonst kommen wohl die reichsten Ukrainer aus dem Osten
..und ich gehe davon aus, dass Donezk nicht die teuren Gaspreise zu bezahlen haben, wie die restliche Ukraine. Und was bisher an Investitiongelder geflossen ist, wieviel ist davon wirklich materiell angekommen, wieviel ist davon in Kiev haengen geblieben? Wer weiss es?
Wollen wir mal sehen, wie es dort weiter geht...Vielleicht neue Oligarchen, vielleicht aber auch anders...
Re: Referendum Donezk
Verfasst: 12 Mai 2014, 21:36
von Kultgrieche
klaupe hat geschrieben:Natürlich, die Gehälter der linientreuen Beamten/Angestellten werden vorerst weiter direkt aus Kiel gezahlt und von IWF garantiert.
Freud'scher Vertipper, wa? Deutschland zahlt ja eh für jeden Mist, dann auch eben für linientreue ukrainische Apparatschiks.

Re: Referendum Donezk
Verfasst: 12 Mai 2014, 21:52
von klaupe
Sibirier hat geschrieben:Naja, nicht umsonst kommen wohl die reichsten Ukrainer aus dem Osten
In manchen Regionen der Welt ist Reichtum kein Zeichen höherer Lebensleistung sondern erhöhter Skrupellosigkeit.
... Und was bisher an Investitiongelder geflossen ist, wieviel ist davon wirklich materiell angekommen, wieviel ist davon in Kiev haengen geblieben? Wer weiss es?
Ist aber auch unerheblich, denn wenn nichts gezahlt wird, kann auch nichts unterwegs versickern.
Sibirier hat geschrieben:Wollen wir mal sehen, wie es dort weiter geht...Vielleicht neue Oligarchen, vielleicht aber auch anders...
Gewöhnlich erhöht es den Wohlstand, wenn man auf der "richtigen" Seite steht. In der real existierenden Kleptokratie ist das besonders ausgeprägt und lukrativ.
Es wäre ja mal interessant, wie sich die Oligarchen der Ukraine (historisch incl. Krim, Donbass) auf die Ethnien verteilen. Was ich bisher fand, waren alles ethnische Russen. Das kann aber ein Zufall sein; vielleicht kassieren die Ukrainer nur etwas diskreter.
Da hier aber einige Experten behaupten, die Ostukraine sein der Wirtschaftsmotor und der Westen kaum überlebensfähig, müsste sich auch die Oligarchenverteilung entsprechend ausrichten. Milliarden aus Steppe, Feldern und Wäldern rauszupressen ist sicherlich schwieriger oder unmöglich.