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Re: Referendum Donezk

Verfasst: 13 Mai 2014, 11:44
von Dietrich
Nikolaus hat geschrieben:Himmel, da versucht doch die NZZ, mit der beliebten "Kleinkind-Mathematik" den eindeutigen Willen der Bevoelkerung zu diffamieren. :lol:
...
Tscha, die NZZ gibt eben auch den US-hoerigen Hampelmaennern viel Raum, aber das war bissel sehr grob ...
Was an deinem Beitrag definitiv fehlt ist die entsprechende Dosis Atomphysiker-Mathematik mit der du auf den "richtigen Zahlen" aufsetzend den Nachweis führst, dass dies doch ganz einfach genau so abgelaufen sein kann. Die Formeln, Integrale und Differentiale die uns alle den Atem verschlagen und uns andächtig auf die Knie sinken lassen vor deiner mathematischen Genialität.

Aber ich verstehe schon. Das ist natürlich schwer und in deinem Taschenrechner sind gerade die Batterien leer. Also lieber nur wie immer polemische Nullaussagen. Dafür reicht es auch ohne Taschenrechner.

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 13 Mai 2014, 12:03
von kamensky
Durch einen Arbeitskollegen verheiratet mit einer Ukrainerin (irgendwie im staatlichen, oder staatlich verbandelten Wesen tätig gewesen) welche bis vor ca. 9 Mt in der Region Donezk wohnten, wurde mir folgendes zugetragen: Angeblich sollen die Regionen Donezk, ­Luhansk und die Krim (vor der Annexion) zu den Hauptsubventionsempfängern von Kiew gezählt haben bzw. bis auf die Krim möglicherweise immer noch. Obschon man sehr oft lesen kann, dass es sich dabei um das industrielle Herzland der Ukraine handelt. Mein Kollege jedoch dementiert dies stets und erzählt, dass die dortige Schwerindustrie, einst DIE Waffenschmiede der Sowjetunion, seit Jahren vor sich hinrostet. So sind sie dann auch der Meinung, dass diese ohne den ungeliebten ukrainischen Zentral­staat gar nicht (über) lebens­fähig sind. Ich selbst kann es nicht beurteilen, da ich lediglich in Kiew, Odessa und Mariupol war, doch dies ist schon einige Jahre her. Nach dem ableben ihrer Mutter bzw. Schwiegermutter leben sie nun in der Schweiz, welches sein Heimatstaat ist.

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 13 Mai 2014, 12:21
von klaupe
Nikolaus hat geschrieben:Und was kann dieses unveraenderte Parlament erst nach der Wahl eines neuen Praesidenten beschliessen, was es nicht schon jetzt koennte, wenn es den Willen haette!?
Der Präsident muss es ja unterschreiben und somit seinen Kopf dafür hinhalten. Außerdem ist das Kabinett ziemlich fragwürdig zusammengesetzt.
Ich verstehe schon, dass die da im Moment nicht mit Übereifer auffallen. Andererseits wäre bei der inneren Sicherheitspolitik mehr Vorausschau und effektive Aktionen im Rahmen der Gesetze nötig. Da zeigt sich das totale Desaster mit einer Truppe von Sicherheitskräften von Polizei über Nationalgarde bis zum Militär, die nahezu alle unfähig oder unwillig sind, das Gesetz durchzusetzen.
Nikolaus hat geschrieben:Man soll ja den Teufel nicht an die Wand malen, aber es sieht im Moment wirklich nicht nach einer friedlichen Perspektive aus ...
Bis zum 25. erwarte ich noch einige blutige Krawalle. Nach der Wahl geht dann der Zirkus weiter, denn so wie die Wahl ablaufen kann, wird das Ergebnis garantiert von einer großen Zahl Bürger und "befreundeter Regierungen" angezweifelt.
Die Karre steckt so tief im Dreck, dass kaum mit einer geordneten Ukraine in nächster Zeit zu rechnen ist. Die Trümpfe hat und behält Putin in der Hand!

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 13 Mai 2014, 12:44
von klaupe
kamensky hat geschrieben:Angeblich sollen die Regionen Donezk, ­Luhansk und die Krim (vor der Annexion) zu den Hauptsubventionsempfängern von Kiew gezählt haben bzw. bis auf die Krim möglicherweise immer noch.
Das bestätigen sogar sehr seriöse Quellen.
Obschon man sehr oft lesen kann, dass es sich dabei um das industrielle Herzland der Ukraine handelt.
Wenn es um die Zahl vorhandener Anlagen geht und um den Dreck, den die in die Umwelt ablassen, dann hat es den Eindruck. Auf dem Sektor ist die "Produktion" enorm. Nach unseren Maßstäben wäre die radikale Lösung a la ex-DDR-Industrie angeraten: Abrissbirne und Planierraupe!
Mein Kollege jedoch dementiert dies stets und erzählt, dass die dortige Schwerindustrie, einst DIE Waffenschmiede der Sowjetunion, seit Jahren vor sich hinrostet.
Aus eigener Ansicht kann ich das nur bestätigen! Donezk ist zwar als Stadt bedeutend sauberer und attraktiver geworden, aber nur, weil die größten Dreckschleudern der Gegend inzwischen zusammengefallen sind und in den Ruinen nicht mehr produziert wird. Der Ruhm als wertvolles Industriezentrum wurde von der CCCP-Zeit übernommen, aber mit Ruhm alleine kann man kein Geld verdienen.
So sind sie dann auch der Meinung, dass diese ohne den ungeliebten ukrainischen Zentral­staat gar nicht (über) lebens­fähig sind.
Wenn sie schlau sind, überlassen sie Putin diesen "Ruhm"
Ich selbst kann es nicht beurteilen, da ich lediglich in Kiew, Odessa und Mariupol war,...
Das sind ja fast die Perlen auf der ukrainischen Landkarte ;)

Es ist schon ein Witz, dass der Osten immer so hochgehoben wird. Tatsächlich sind es da nur einzelne Unternehmen, die man heutigem Standard zurechnen kann. Stahl gibt es auf der Welt genug, allenfalls bei Panzerstahl gibt es noch einen Marktvorteil. Die Kohleförderung erinnert an Ruhrgebiet: Nur mit Subvention möglich. Allerdings ist die Überlebenschance der Bergarbeiter an der Ruhr deutlich höher. Mit den Turbinen für Hubschrauber ist es auch bald aus, denn Russland baut ein Werk in St. Petersburg.
Der andere Witz ist, dass der ukrainische Westen der Bauern und Landwirte so schräg angesehen wird. Dabei haben die bisher jede Menge produziert und mit Gewinn gerade an Russland verkauft. Die Investitionen (somit Subventionen) sind relativ niedrig und der Ertrag sehr beachtlich. Außerdem ist es auch ein für die EU interessantes Liefergebiet (Herkunftsgebiet). Auf die EU-Normen mit den geraden Gurken und Glitzerweizen könnte man sich in Jahresfrist umstellen.

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 13 Mai 2014, 12:49
von Alex KA
Nikolaus hat geschrieben:Himmel, da versucht doch die NZZ, mit der beliebten "Kleinkind-Mathematik" den eindeutigen Willen der Bevoelkerung zu diffamieren. :lol:
http://www.nzz.ch/aktuell/international ... 1.18300884
Und da haben die "Journalisten-Mathematiker", wohl im Bestreben unbedingt ihre Aufgabe zu erfuellen, aber schoenen Mist verzapft. Vielleicht haetten sie mal besser einen Viertklaessler als Konsultanten hinzuziehen sollen; der haette sie sicherlich darauf hingewiesen, dass es natuerlich umwerfend erheiternd falsch ist, fuer die "Plausibilaetsberechnung" in Mariupol die MITTLERE Wahlbeteiligung im ganzen Donbass heranzuziehen.
Ok, man kann sich ja verrechnen. Aber der Anspruch einer ernstzunehmenden Gazette sollte einen NZZ-Mitarbeiter eigentlich dazu bringen zu beruecksichtigen, dass in Mariupol natuerlich aufgrund des Einsatzes der Nationalgarde unmittelbar vor der Wahl mit Toten unter der Zivilbevoelkerung die Wahlbeteiligung sicherlich weit unter dem Durchschnitt lag, auch weil eben viele Wahllokale nicht oeffnen konnten (wollten).
Was aber die Bevoelkerung wohl wollte, zeigten die kilometerlangen Schlangen eindrucksvoll. Ich wuerde jedenfalls nicht "einfach so" durch die halbe Stadt fahren und dann ein paar Stunden in der Schlange warten, nur um etwa Frau Merkel abzuwaehlen, dafuer braeuchte es schon gewichtige Motive ... :)
Tscha, die NZZ gibt eben auch den US-hoerigen Hampelmaennern viel Raum, aber das war bissel sehr grob ...

Ich habe gehört das in Donezk man könnte wirklich mehrere Stimmen abgeben, zum Beispiel für sich, Frau und Kinder, Hauptsache man hat alle Pässe dabei..
Aber es ist auch verständlich, man will nicht unbedingt ganze Familie mitnehmen wenn überall Scharfschützen lauern..

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 13 Mai 2014, 13:04
von klaupe
Alex KA hat geschrieben:Ich habe gehört das in Donezk man könnte wirklich mehrere Stimmen abgeben, zum Beispiel für sich, Frau und Kinder, Hauptsache man hat alle Pässe dabei..
Aber es ist auch verständlich, man will nicht unbedingt ganze Familie mitnehmen wenn überall Scharfschützen lauern..
Da reichte schon die Kredit- oder Krankenkarte, Hundehalter-Ausweis, Mutterpass, Führer- oder Waffenschein usw. Hauptsache ein Name ist erkennbar. Der Wohnsitz wurde angeblich nicht kontrolliert.
Fleißige Wähler gingen vielleicht mit einem Köfferchen voll Personaldokumenten von Wahllokal zu Wahllokal und machten sich so am Volk verdient.

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 13 Mai 2014, 17:01
von Dietrich
Alex KA hat geschrieben: wenn überall Scharfschützen lauern..
Oh Mann, dir ist auch keine Räuberpistole zu abwegig, um daraus irgendwelche Theorien zu machen, die irgendwas an dieser Farce von Referendum legitimieren könnten.
Wieviele Leute die vor dem Wahllokal standen sind erschossen worden?

Eigentlich hätte auch EINE Person alle Zettel ausfüllen können (was bei vielen Zetteln wohl auch der Fall war), dann hätten alle zuhausen bleiben können. Wegen der Scharfschützen und so. Und Blütenpollen flogen auch durch die Luft (Allergie!) und die Chemtrails nicht zu vergessen.

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 13 Mai 2014, 17:46
von kamensky
Dietrich hat geschrieben:
Alex KA hat geschrieben: wenn überall Scharfschützen lauern..
Oh Mann, dir ist auch keine Räuberpistole zu abwegig, um daraus irgendwelche Theorien zu machen, die irgendwas an dieser Farce von Referendum legitimieren könnten.
Wieviele Leute die vor dem Wahllokal standen sind erschossen worden?

Eigentlich hätte auch EINE Person alle Zettel ausfüllen können (was bei vielen Zetteln wohl auch der Fall war), dann hätten alle zuhausen bleiben können. Wegen der Scharfschützen und so. Und Blütenpollen flogen auch durch die Luft (Allergie!) und die Chemtrails nicht zu vergessen.
Vermutlich die ca. 10% die dagegen waren, oder leer eingeworfen haben!

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 13 Mai 2014, 17:54
von Alex KA
stimmt, ein Mann wurde vor dem Wahllokal erschossen, ich sah es in deutschen Nachrichten.. Gruppe von Soldaten hatte versucht einen Wahllokal zu besetzen.
es wäre leichtsinnig dorthin mit ganze Familie zu gehen, oder doch?

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 13 Mai 2014, 19:18
von zimdriver
klaupe hat geschrieben:...Da reichte schon die Kredit- oder Krankenkarte, Hundehalter-Ausweis, Mutterpass, Führer- oder Waffenschein usw. Hauptsache ein Name ist erkennbar. Der Wohnsitz wurde angeblich nicht kontrolliert.
Fleißige Wähler gingen vielleicht mit einem Köfferchen voll Personaldokumenten von Wahllokal zu Wahllokal und machten sich so am Volk verdient.
... nur zur Beruhigung: Weder in der Ukraine noch in Russland gibt es einen Hundehalterausweis noch eine Hundesteuer. Den Mutterpass solltest du auch nochmals verifizieren. Meine Frau bekam keinen. Oder ist diese Aufzählung von der falschen, billigen Webseite kopiert?